Basdorf in der Presse 2015

19.01.2015

ODF-Fernsehen

Basdorf-Apotheke spendet
1.500 Euro für Wandlitzer Verein übergeben

Ende vergangenen Jahres verteilte die Basdorf-Apotheke Kalender. Damit verbunden war die Möglichkeit einer freiwilligen Spende für den Freundeskreis „Gesundheit für Ombili Berlin-Brandenburg e.V.“. Diese Möglichkeit wurden von den Apotheken-Kunden stark genutzt. Dabei kamen 1.030 Euro zusammen. Apothekeninhaber René Rogge rundete diesen Betrag auf 1.500 Euro auf. Am Montag wurde das Geld symbolisch an die stellvertretende Vereinsvorsitzende Sabine Raschke übergeben. Der in Wandlitz ansässige Verein unterstützt das afrikanische Volk der San. Mit dem Geld aus der Kalender-Aktion werden Wurmkuren, Medikamente und Impfungen finanziert.

Bericht: Frank Wollgast

Kamera/Schnitt: Hans-Jürgen Majewski

05.02.2015

Hans Still 05.02.2015 07:50 Uhr
Red. Bernau

Beschwerde gegen die Untere Bauaufsicht

Wandlitz (MOZ) Der Bauingenieur Frank Rauschenbach beklagt seit einem Jahr, dass seine fachlichen Beschwerden über den Investor MKPW – Vermögens-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH nicht erhört werden. Jetzt hat er eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Untere Bauaufsicht an Barnims Landrat Bodo Ihrke (SPD) verschickt.

15 behindertengerechte Mietwohnungen entstehen am Lindengrund, direkt an der B 109. © MOZ/Sergej Scheibe

Es herrschte betretenes Schweigen im jüngsten Wandlitzer Bauausschuss, als Frank Rauschenbach im Tagesordnungspunkt Bürgeranfragen sein Anliegen vortrug. Er tat dies nicht zum ersten Mal, gleichwohl steht er mit seinem Anliegen noch immer am Ausgangspunkt. „Im Basdorfer Lindengrund kann der Investor machen, was er will. Das Bauordnungsamt des Kreises liest ihm offenbar jeden Wunsch von den Augen ab. Verstöße gegen den B-Plan werden hinterher geheilt und legalisiert“, fasst Rauschenbach seine Vorwürfe zusammen. Alle „Verfehlungen“ habe er der Exekutive mitgeteilt, zählbare Erfolge damit allerdings nicht erzielt. „Das Baugesetz und die Baumschutzverordnung werden dort mit Füßen getreten. Dieser rote Faden zieht sich seit drei Jahren durch“, sagt der Berliner, der in Basdorf zwei Grundstücke besitzt.

Seine Vorwürfe gegen die Wandlitzer Firma MKPW sind vielfältig. „Schon bei der Bebauung der Prenzlauer Straße 36 nach Baugesetzbuch, Paragraf 34, haben wir und mehrere Anwohner uns gegen die Bebauung und die rücksichtslose Zerstörung von Natur und Umwelt gewandt“, schreibt Rauschenbach in seiner Beschwerde an den Landrat. Ein beachtliche Zahl Bäume, teilweise bis zu 100 Jahre alt, sei gefällt worden, um Gebäude zu errichten, die nach Rauschenbachs Ansicht eher in eine Großstadt als nach Basdorf passen würden.

Unter fachlicher Anleitung der Gemeinde sei dann ein B-Plan für das Areal erstellt worden, der den Anwohnern im Frühjahr 2014 vorgestellt wurde. „Da waren mehrere Baukörper für das Grundstück Lindengrund 3 konzipiert worden. Tatsächlich entstand dann ein großes Gebäude“, stellt Rauschenbach fest. An den Landrat schrieb er: „Dass noch nicht einmal die Parameter des Bebauungsplanes eingehalten werden und keiner dafür zuständig ist, dies beim Investor durchzusetzen, ist für uns unerträglich.“

Vorgesprochen hatte Rauschenbach zuvor auch beim Wandlitzer Bauamtsleiter Lars Gesch. Dieser habe in Sachen B-Plan auf das Bauordnungsamt des Kreises verwiesen und in anderen Konfliktfällen, beispielsweise zu Bäumen und herüberhängenden Ästen an der gemeinsamen Grundstücksgrenze, auf das Nachbarschaftsrecht und damit das Zivilrecht verwiesen. „Herr Rauschenbach führt viele Punkte an, aber man kann in Baufragen die Dinge aus mehreren Perspektiven betrachten und nicht alles zum eigenen Vorteil auslegen“, reagiert Gesch nach MOZ-Anfrage auf die Vorwürfe.

In einem weiteren Schreiben an die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant kritisiert Rauschenbach mehrere Punkte. So seien die genehmigten Bauten „weder für das Ortsbild typisch noch eine der Umgebung angepasste Bebauung“. Damit könne von einer geordneten städtebaulichen Entwicklung nicht die Rede sein. Änderungen an B-Plänen seien nur wirksam, wenn städtebauliche Gründe dies rechtfertigen würden, nicht aber private Gründe, um Verstöße zu legalisieren, führt er aus. Und weiter: Als Nachbarn hätten ihm und anderen die geänderten Pläne ebenfalls vorgestellt werden müssen – so wie der eigentliche B-Plan vorgestellt wurde.

Zudem habe der Investor mit der Erweiterung eines Parkplatzes sowie der Errichtung eines Müllplatzes bis an die gemeinsame Grenze Fakten geschaffen, die sich auf Rauschenbachs angrenzende Waldfläche nachteilig auswirkten.

Für all diese Vorwürfe sieht Philipp Wolter von der Wandlitzer MKPW – Vermögens-, Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH keine Grundlage. „Wir halten uns an den gültigen B-Plan, in dem ein Baufeld ausgewiesen wurde, aber keine Aussagen über die Zahl der Gebäude getroffen wurde“, sagt er. Zudem gebe es für den in Rede stehenden Basdorfer Bereich keine Gestaltungssatzung, dem Investor seien damit keine Vorgaben gemacht worden. „Wir gehen definitiv in Widerspruch zu diesen Aussagen von Herrn Rauschenbach. Die Untere Bauaufsicht in Eberswalde hat unsere Planungen genehmigt und auch abgenommen. Daher sind die Vorwürfe für uns nicht nachvollziehbar.“ Zudem sei der Bau behindertengerechter Mietwohnungen in der Gemeinde gewollt und nötig, da es kaum vergleichbare Angebote gebe.

Wie der Landkreis auf die Fachaufsichtsbeschwerde reagieren wird, bleibt vorerst abzuwarten. „Wir nehmen zu diesem Sachverhalt öffentlich keine Stellung“, reagiert Pressesprecher Oliver Köhler auf die Anfrage der MOZ.

Rauschenbach erwartet indes „die Durchsetzung des Bebauungsplanes, der Baugenehmigung und die disziplinarische Ahndung dieser Vorkommnisse.“ Da aus seiner Sicht immer zu Gunsten des Bauherrn entschieden wurde, regt er an zu überprüfen, „ob die Geldgeber dieser Investition Einfluss auf Mitarbeiter in der Gemeinde oder des Landkreises haben könnten.“

18.02.2015

Hans Still 18.02.2015 21:04 Uhr
Red. Bernau

 Zweifache Mutter von Räumung bedroht

Basdorf (MOZ) Der Termin ist gesetzt, die Behörden sind informiert, nur noch eine glückliche Fügung kann verhindern, dass Doreen F. (*) heute die Obhut über ihre beiden Kinder (drei und zwölf Jahre) verliert. Angesichts von 6300 Euro Mietschulden hat ihr Vermieter eine Räumungsklage durchgesetzt.

Der Anruf unter Tränen lässt Unglück erahnen. „Das Jugendamt hat angekündigt, mir meine beiden Kinder wegzunehmen. Die Wohnung wird wegen Mietschulden geräumt, wenn diese nicht bis heute Abend beglichen werden“, erzählt Doreen F. am Mittwochnachmittag.

Wie sie sagt, habe sie bis vor wenigen Tagen nicht gewusst, dass eine Räumungsklage gegen sie angestrengt wurde. Weder hätte sie Einschreiben des Vermieters bekommen noch Post vom Gericht. Sie habe nichts unterschrieben und könne sich auch nicht erklären, wie der Betrag von 6300 Euro zustande gekommen sei. „Seit Oktober 2014 habe ich Arbeit und überweise die monatliche Miete von 522 Euro pünktlich. Ich würde doch niemals meine Kinder gefährden, ich habe von der Räumungsklage nichts gewusst“, versichert sie gleich mehrfach und vermutet Altschulden als Ursache. Bis zum September 2014 war das Jobcenter Barnim für sie zuständig, dort hätte es schon mal Leistungsprobleme gegeben, die nur per Anwalt zu klären gewesen seien.

Die Recherchen führen zum Barnimer Jobcenter, das seit Januar 2012 für Doreen F. zuständig war. „Wir haben von Beginn an dem Vermieter die Miete in voller Höhe überwiesen. Allerdings reicht der letzte Kontakt der zuständigen Bearbeiterin zu Frau F. in den März 2014 zurück, danach war sie für uns nicht mehr erreichbar. Weder telefonisch noch postalisch, wir bekamen keine Reaktion“, stellt Daniel Muschner, Büroleiter der Geschäftsführung des Barnimer Jobcenters, die Erkenntnisse der Behörde dar. Doreen F. habe schließlich „ihre Mitwirkung verweigert“, was dazu geführt hätte, dass im Mai letztmalig Gelder an den Vermieter und die Betroffene ausgezahlt wurden. In einem Bescheid vom 25. Juni wurde die „Einstellung aller Zahlungen“ festgestellt. Angesichts der aktuellen Situation sei eine schnelle Hilfe nicht zu realisieren, bedauert Muschner. „Frau F. ist länger als sechs Monate bei uns aus der Betreuung heraus, es wäre ein Neuantrag nötig. Und selbst wenn alle Unterlagen sofort vorliegen würden, es wäre unmöglich, ihn noch heute zu bearbeiten“, stellt der Büroleiter dar.

Im Barnimer Jugendamt kümmerte sich am Mittwoch Amtsleiterin Yvonne Dankert um den Fall. Sie beschreibt, aus Datenschutzgründen losgelöst vom konkreten Schicksal, wie das Jugendamt bei Räumungen das Kindeswohl sicherstellt. „Bekommen wir eine Räumungsankündigung, dann erfolgt bei uns eine Risikoeinschätzung und wir versuchen, zu vermitteln und beispielsweise Ratenzahlungen zu vereinbaren. Das setzt allerdings die Mitwirkung der Mutter voraus“, erklärt sie die Vorgehensweise. Kommt es unausweichlich zur Räumung, nimmt die Behörde die Kinder zwangsläufig in Obhut. „Wir haben die Pflicht, die Kinder zu schützen, es wäre unverantwortlich, wenn sie unter einer Brücke schlafen müssten“, so Yvonne Dankert, die aber noch einen Hoffnungsschimmer aufzeigt. „Eine Mutter muss der Inobhutnahme nicht zustimmen. Dann wird ein Gericht darüber entscheiden, das kann dann innerhalb von Stunden erfolgen. Arbeitet eine Mutter hingegen mit und verhält sich kooperativ, könnte es auch zur Entscheidung kommen, dass die Kinder zunächst bei Verwandten untergebracht werden.“

Welchen Verlauf die angestrebte Räumung heute nimmt, bleibt abzuwarten. Das Jugendamt, das Wandlitzer Ordnungsamt, ein Gerichtsvollzieher und der Vermieter werden zugegen sein. Doreen F. hat sich am Mittwochabend mit einem Anwalt beraten, der ihre Interessen wahrnehmen wird und die Räumung verhindern soll.

(*) Name geändert

20.02.2015

Kai-Uwe Krakau 20.02.2015 06:45 Uhr
Red. Bernau

 Familie hat wieder ein Zuhause

Basdorf (MOZ) Ein gutes Ende für eine kleine Familie in Basdorf: Doreen F. (*) und ihre zwei Kinder, denen am Donnerstag die Räumung der Wohnung drohte, haben ein neues Zuhause.

Ein Basdorfer, der ungenannt bleiben möchte, hatte kurzfristig einen ausgebauten Keller als zeitweilige Unterkunft zur Verfügung gestellt. „Frau F. hatte mich kurz zuvor unter Tränen angerufen“, berichtet der Helfer, der die junge Frau schon seit einiger Zeit kennt. Er sei dann sofort nach Basdorf gefahren. Dort waren bereits Mitarbeiter des kreislichen Jugendamtes eingetroffen, auch Anke Müller vom Ordnungsamt der Gemeinde Wandlitz kümmerte sich um die Familie.

„Als ich sagte, dass ich die Familie bei mir aufnehme, ging alles ganz schnell“, sagt der Basdorfer. Die zuständigen Behörden seien damit sofort einverstanden gewesen, die erforderlichen Papiere wurden ausgefüllt. „Das hat alles sehr gut geklappt“, freut sich der Mann und lobt vor allem Sachgebietsleiterin Anke Müller aus dem Wandlitzer Rathaus.

Der Basdorfer ist zudem froh, dass er Mitstreiter hat. „Es haben sich noch viele Einwohner gefunden, die auch helfen wollen.“ Doreen F. sei eine gute Mutter, es wäre traurig, wenn man der jungen Frau die beiden Kinder weggenommen hätte.

Der Ortsvorsteher von Basdorf, Peter Liebehenschel, findet es „absolut stark“, dass die Menschen sofort ihre Hilfe für die Familie angeboten haben. „Wenn Kinder betroffen sind, berührt einen das besonders“, sagt der Kommunalpolitiker. Am heutigen Freitag sollen die Möbel von Doreen F. und ihren Kindern mit einem Lastkraftwagen abtransportiert werden. Zunächst können sie in der Metallbau-Firma Liebehenschel untergestellt werden. „Das ist alles organisiert“, berichtet der Ortsvorsteher.

Die Geschichte der kleinen Familie hat Peter Liebehenschel auch etwas nachdenklich gemacht. „Es ist immer schwierig und wenig nachvollziehbar, wenn sich Menschen nicht helfen lassen wollen“, findet der Ortsvorsteher, der schon einige derartiger Fälle als Kommunalpolitiker erlebt hat. Wer in eine solche Situation komme, sollte sich aber nicht schämen, sondern sich bei Nachbarn, Freunden, aber auch den zuständigen Ämtern die erforderliche Unterstützung holen, so Liebehenschel. (*) Name geändert

25.02.2015

Lucas Vogel 25.02.2015 06:45 Uhr
Red. Bernau

„Dafür bewundere ich meine Mutter“

Basdorf (MOZ) „Wenn man schlimme und grausame Dinge sieht und selbst erlebt, dann macht die Psyche irgendwann dicht, ansonsten geht man kaputt“, sagt Franz Gandor (76) aus Basdorf. Als kleines Kind hat er das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt.

Hat viel zu erzählen: Mit vielen Details, Bildern und Dokumenten illustriert Franz Gandor seine Geschichte. © MOZ

Vielleicht genau deshalb hat er eine ganz andere Perspektive auf diese Zeit, als Zeitzeugen, die fünf oder zehn Jahre älter sind und kann sich an sehr viele Details erinnern, die anderen damals unwichtig erschienen sein mögen, aber den damaligen Alltag auf eine sehr interessante und erschreckende Weise illustrieren.Franz Gandor ist am 8. Oktober 1938 in Czaniec, etwa zehn Kilometer östlich von Bielsko-Biala, im heutigen Polen geboren. Dieser Landstrich war die äußerste östliche Spitze Schlesiens und wurde nach dem Ersten Weltkrieg an Polen abgegeben. Seine Mutter, die 1911 geboren wurde, gehörte der ethnischen Gruppe der Goralen an, die noch heute in der polnisch-slowakischen Grenzregion lebt und deren Sprache ein Übergangsdialekt beider Länder ist.

Sein Vater, auf den Franz Gandor während seiner Geschichte immer wieder mit einer Mischung aus Bewunderung, Ehrfurcht und kritischer Distanz zu sprechen kommt, wurde 1907 in Bielsko-Biala geboren. Im Stadtteil Ahlsen, der damals wie heute von vielen Deutschen bewohnt wird, sagt er. Viele Deutsche sind damals mit der Weber- und Tuchindustrie, unter anderem aus Westfalen, in diese Region ausgewandert, so wie es Heinrich Heine 1844 in seinem Gedicht „Die schlesischen Weber“ beschreibt.

Der 76-Jährige ist seit 54 Jahren verheiratet. Er ist groß. Über 1,90 Meter. Er hat kurze graue Haare, trägt eine blaue Jeans und ein rot-blau kariertes Hemd. Seine braunen Augen schauen durch große, schwarz umrandete Brillengläser. Sein Blick ist prüfend. Er möchte, dass seine Geschichte verstanden wird. In einer Ledertasche hat er Bilder, Unterlagen und Karten dabei, die er an den entsprechenden Stellen seiner Geschichte herausholt.

„Mein Vater war polnischer Wehrpflichtiger, obwohl er Deutscher war. Er wurde eingezogen, als der Zweite Weltkrieg ausbrach und musste als Deutscher gegen Deutsche kämpfen“, sagt Franz Gandor. Seine Schilderungen sind sehr detailliert und seine ganze Geschichte ist unglaublich strukturiert. Fragen kommen beinahe nie auf. „Soweit sind wir noch nicht“, oder „darauf komme ich noch“, erwidert er dann.

Nachdem Polen innerhalb weniger Wochen regelrecht überrannt worden war, wurde sein Vater aufgrund seiner Herkunft Soldat der Wehrmacht.

„Meine Tante nähte damals Wehrmachtsuniformen und konnte deshalb Arbeitskräfte aus den eroberten Gebieten anfordern. Also zogen wir 1940 zu ihr nach Berlin. In die Sophienstraße in der Nähe des Hackeschen Marktes“, erzählt Franz Gandor. Ab 1944 war er bereits das dritte von sechs Kindern. Seine Erinnerungen werden nun immer klarer. Der Krieg wurde nach Berlin getragen. Zuerst kamen die Luftangriffe. „Drei oder vier Flugzeuge bildeten die Vorhut. Sie warfen Lichter in Viereckformation ab. Sogenannte Tannenbäume. Diese markierten den Bereich, in dem die Bomben abgeworfen wurden. Meine Mutter ist oft mit uns in den großen Bunker am Alexanderplatz gerannt. Sie können sich nicht vorstellen, was das für ein Chaos war. Ich bewundere meine Mutter noch heute“, sagt er. Wenn Franz Gandor solche Episoden erzählt, wird er emotional. Umklammert mit seinen Händen die Ecken des Tisches. Mit seinen Geschichten könnte problemlos ein ganzes Buch gefüllt werden. Er berichtet, wie seine Mutter den Vater aus dem niederländischen Arbeitsdienst zurück nach Deutschland schleuste und die Kinder sechs Wochen auf sich allein gestellt waren. Wie er aus dem Luftschutzbunker zu den großen gußeisernen Wasserpumpen geschickt wurde und immer wieder Gefallene sah. Er erzählt, wie das ganze Hab und Gut in einer Blechkiste verstaut war und die Menschen in Kleidung schliefen, um möglichst schnell das Haus verlassen zu können. Und auch, wie die Fenster mit Folie verdunkelt werden mussten.

Aufgrund von Gewalttätigkeit des Vaters gegenüber der Familie zogen die Kinder mit der Mutter nach einem kurzen Aufenthalt in der polnischen Heimat wieder nach Berlin. „Ich weiß noch ganz genau, wie unsere Mutter uns fünf Mark gab, damit wir Kinder in das große Kino in der Weißenseer Spitze gehen konnten. Der Eintritt kostete aber sechs Mark“, sagt Franz Gandor. Der älteste Bruder entschied, dass der zweitälteste draußen bleiben sollte. „Er erschoss sich daraufhin mit einer Kalaschnikov, die er im Straßengraben gefunden hatte“, erzählt er und senkt den Blick.

Drei weitere Geschwister verlor er beim großen Oderhochwasser 1947. Als er und seine jüngeren Geschwister über einen schmalen Holzsteg rannten, brach dieser und die Kinder fielen ins Wasser. Es war Winter. Er erwachte im Krankenhaus und überlebte knapp. Seine Mutter verlor Franz Gandor 1951. Sie starb bei der Geburt des zweiten Kindes mit ihrem neuen Mann.

„Wissen Sie, als Kind hat man eine Art Schutzmechanismus“, sagt er und lächelt.

26.02.2015

Kai-Uwe Krakau 26.02.2015 06:45 Uhr
Red. Bernau

Werkeln mit kleinen Leuten

Basdorf (MOZ) Ein Koffer mit Hammer, Laubsäge und Schraubendreher – damit ist Tischlermeister Mike Perkuhn in Kindertagesstätten unterwegs. Sein Geschäftsmodell „Werkeln mit kleinen Leuten“ kommt an.

Mit der Laubsäge: Tischlermeister Mike Perkuhn bastelt in der Bibliothek Basdorf mit Lucy, Jean-Mael und Bruno (v. l.) einen Setzkasten. Die Kurse bietet der 47-Jährige vor allem in Kindertagesstätten und Schulen an. © MOZ/Sergej Scheibe

  Vor einigen Jahren hatten der 47-jährige Basdorfer und Grit Fürstenau, beruflich als Erzieherin tätig, eine Idee. Künstlerisch oder auch musisch werde der Nachwuchs bereits gefördert, waren sie sich einig. Aber wie sieht es mit den handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mädchen und Jungen aus? Entsprechende Angebote gab es kaum. Also wurde eine Probestunde in der Kita „Kleiner Fratz“ in Französisch-Buchholz organisiert. Die Kinder waren begeistert – und das Unternehmen „Werkeln mit kleinen Leuten“ gegründet.

Jeder Koffer ist aus Kiefernholz und handgemacht, eben ein Unikat. Anschließend wurde er mit schadstofffreiem Lack überzogen. Die Werkzeuge sind speziell für die kleinen Hände hergestellt, kein Hammer ist zu schwer. Fein- und Laubsäge, Schleifklotz, Winkel, Zollstock und Bleistift ergänzen den Koffer. Eine Arbeitsplatte ist ebenfalls dabei und kann an jedem beliebigen, aber stabilen Tisch mit Hilfe eine Zwinge befestigt werden. Auch an einen Handschutz hat Tischlermeister Perkuhn gedacht, schließlich sollen sich die kleinen Handwerker nicht verletzen.

„Das Kursprogramm ist aufbauend“, sagt Tischlermeister Perkuhn. Das bedeutet, dass die Mädchen und Jungen mit einfachen Tätigkeiten wie Schleifen und Nageln beginnen. Später wird dann auch mit der Laubsäge gearbeitet. Zuletzt stehen die schwierigen Gegenstände auf dem Programm, etwa ein Setzkasten, ein Vogelhaus oder eine Schatzkiste.

„Die Motorik soll sich langsam entwickeln“, sagt der Basdorfer. Bei der Bearbeitung von Holz werde die visuelle und taktile Wahrnehmung angesprochen. Auch lernten die Mädchen und Jungen bei den Arbeiten, ihre Körperspannung zu variieren. „Wenn sie länger dabei sind, können sie mehrere Dinge gleichzeitig erledigen, beispielsweise Sägen und Sprechen. Auch ein Gefühl für Zahlen, Längen und Gewichte stelle sich ein. Kleinere und größere Erfolge führen dazu, dass die Handwerker selbstbewusster werden und sich mehr zutrauen – Eigenschaften, die im Leben durchaus hilfreich sein können.

Die Kurse sind überschaubar, maximal acht Kinder können mitmachen. Das Projekt wird übrigens auch vom „Bildungspaket“ unterstützt, so dass jedes Kind machen kann. Selbstverständlich bekommt jeder Teilnehmer seinen eigenen Koffer. „Darüber hinaus vermitteln wir natürlich auch theoretische Kenntnisse“, so der Unternehmer.

Jede Woche sind die Handwerker mit ihren Koffern unterwegs. Vor allem Kindertagesstätten gehören zu den „Kunden“, zunehmend aber auch Schulen. Dort wendet sich „Werkeln mit kleinen Leuten“ vor allem an Schüler der 1. bis 3. Klassen.

In Berlin wird Perkuhn dabei von Tischlermeister Mario Lunze unterstützt. Im Barnim muss sich das Angebot noch etwas mehr herumsprechen. Zur weiteren Unterstützung sucht Perkuhn noch einen Mitstreiter. Ein Rentner mit Spaß an der Sache, wäre ideal, so der Basdorfer.

09.03.2015

Renate Meliß 09.03.2015 05:45 Uhr
Red. Bernau

Zeit der Liebeslieder

Basdorf (MOZ) Poesie musikalisch genießen – Interpreten und Publikum konnten dies am Sonnabend in Basdorf einen ganzen Abend lang. Mit dem Konzert feierte der Verein „Brassens in Basdorf“ sein zwölftes Gründungsfest.

Stimmungsvoller Abend: Peter Liebehenschel, der als Basdorfer Ortsvorsteher in Frankreich auch als singender Bürgermeister bekannt wurde, wirkt seit Jahren mit Erfolg bei Brassens-Konzerten mit. © Renate Meliß

  „Liebes Publikum – Sie sind wie der Wind in den Segeln dieses Festivals. Und ich bin unendlich glücklich, schon so lange dabei sein zu dürfen.“ Isabelle Neuenfeldt begeistert ihre Zuhörer schon seit vielen Jahren mit ihrer charmanten Art, moderne französische Lieder vorzutragen.

„Sie hat so ein ganz besonderes Wesen, uns die Lieder von George Brassens nahezubringen, man kann es kaum in Worte fassen“, formuliert es eine Zuschauerin. Gemeinsam mit ihr pfeifen die Gäste mit geschürzten Lippen den Refrain vom „Lied der Prinzessin und ihrem Musikanten“ mit.

Dann betritt Antoine Villoutreix die kleine Bühne. Der Pariser lebt seit zehn Jahren in Berlin. Und während er noch seine Gitarre stimmt, erzählt er: „Ich war gerade gestern in dieser Flammerie in Bernau. Das ist ja auch ein Stück französischer Kultur.“ Dann greift er zur Gitarre. „Wer Chansons schreibt, kommt ja automatisch mit Brassens in Berührung. Ich spiel‘ euch mal ein paar von seinen Hits. Das sind die, mit denen ich aufgewachsen bin.“ Und während er in die Saiten greift und singt, entstehen diese Bilder, bei denen man die Straße einer kleinen französischen Stadt zu sehen glaubt. Das Ursprüngliche, ein Sommertag, die Hitze, die über Dächern und Kopfsteinpflaster flirrt. Jungs, die um die Hausecken springen. Sie und Er und voll von Liebe. Die Alten, die im Kreis auf der Bank im Schatten der Bäume die Jahre vorüber ziehen lassen – all die Sommer, die es schon gab. Rotwein im Glas und der Duft von frischen Baguettes. „Brassens war es, der dem Volk die Poesie gebracht hat – man kann sich reinfallen lassen in diese Poesie.“ Anschließend treten Lutz Keller und Isabelle Neuenfeldt im Duett auf.

2003 war es, als eine Delegation aus Frankreich nach Basdorf kam, um das Lager zu besichtigen, in dem der Chansonnier Brassens von 1943 bis 1944 zur Zwangsarbeit verpflichtet gewesen war. Dabei waren auch Musiker und Organisatoren des größten Festivals Frankreichs, des „Vaison la Romaine“. „Damals entschloss man sich, hier in Basdorf den Bahnhofsplatz in George-Brassens-Platz umzubenennen“, erinnert sich Jürgen Günther, einer der Gründer des Vereins „Freunde der Freunde von George Brassens“, der 2004 aus der Taufe gehoben wurde. Das erste Festival zu Ehren George Brassens fand im gleichen Jahr im Lok-Schuppen der Niederbarnimer Eisenbahn in Basdorf statt. Es war ein Riesenerfolg mit vielen französischen und deutschen Künstlern. Auch im ehemaligen Casino auf dem Gelände der einstigen Polizeischule Basdorf fanden Konzerte statt. Und damit am historischen Ort, denn genau dort befand sich einst das Zwangsarbeiterlager, in dem Brassens arbeitete, ebenso wie auch in den Zühlsdorfer Motorenwerken.

Auch das Klavier, auf dem Brassens damals spielte, ist noch vorhanden, fährt Jürgen Günther fort. Heute stehe es im „Barnimer Hof“. Dann verweist er noch auf das große deutsch-französische Volksfest, das Brassens-Festival, welches vom 3. bis 7. September 2015 wieder in Basdorf stattfinden wird.

 15.03.2015

Hans Still 15.03.2015 07:45 Uhr
Red. Bernau

 Polizeischule als Wohnstandort stark begehrt

Basdorf (MOZ) Dem ehemaligen Gelände der Basdorfer Polizeischule steht eine dynamische Zukunft bevor. Handwerker wollen mit einem Schlag acht Baracken erwerben, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) plant eine Pflegeeinrichtung und auch die Mietwohnungen erfreuen sich großer Nachfrage.

Das Basdorfer Wohnprojekt „Grünes Wohnen“ kommt überraschend gut an. „Der Bedarf ist offenkundig da, wir haben bereits 62 Bewerbungen registriert“, konstatiert Kämmerer Christian Braungard in dieser Woche. Als Geschäftsführer der Basdorfer Entwicklungsgesellschaft (BEG) verfolgt er die Nachfrage akribisch, schließlich schickt sich die Gemeinde an, pro Wohnblock sechs Millionen Euro für die Schaffung von 50 Wohnungen in die Hand zu nehmen. „Aktuell könnte es so kommen, dass wir von Beginn an mit zwei Blöcken und einhundert barrierearmen Wohnungen planen“, gibt Braungard zu erkennen. 32 Interessenten einer Mietwonung kommen aus Wandlitz, davon sind 16 Bewerber direkt aus Basdorf. Auch hätten 22 Berliner nachgefragt.

Da die Bürger ausdrücklich Ausstattungswünsche äußern sollen, kann Braungard auch darüber Auskunft geben. Laminat und ein Pkw-Stellplatz stehen ganz oben auf der Wunschliste (46 Nennungen), eine Badewanne wurde 42 Mal gewünscht und 36 künftige Mieter würden eine Einbauküche begrüßen. „Wir sammeln durch die Aussagen interessante Informationen und stellen fest, die Wünsche sind mit den Ansprüchen der Mieter unserer kommunalen Wohnungen durchaus vergleichbar“, analysiert Braungard. Mitte 2017, so seine Erwartung, kommen die 100 Wohnungen auf den Markt. Finanziert werde das Vorhaben auch mit Krediten.

Erweisen müsse sich allerdings noch, ob eine Gemeinschaft einheimischer Handwerker die acht Baracken auf dem Gelände im Paket kaufen kann. „Wir wissen heute noch nicht, ob wir ausschreiben oder die Baracken im Paket ohne Ausschreibung vergeben werden. Das hängt von der Nachfrage ab“, so Braungard. Der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel hatte zuvor im Gespräch mit der MOZ berichtet, er gehöre zu einer aus Handwerkern bestehenden Bietergemeinschaft, die den Kauf der Baracken beabsichtigt, um diese dann auszubauen und zu verwerten. Am kommenden Donnerstag soll es auf dem Areal zu einem ersten Gespräch zwischen Verwaltung und Investoren kommen.

Sicher sei laut Braungard hingegen, dass der Arbeiter-Samariter-Bund 8000 Quadratmeter Land erwerben will, um auf diesem Areal eine Tagespflege einzurichten. „Das ist eine Super-Sache und passt komplett in das Konzept“, so der Kämmerer. Entstehen soll die Tagespflege hinter dem früheren Wachgebäude, das später einer Rettungswache des Landkreises Platz bieten soll.

18.03.2015

Hans Still 18.03.2015 04:45 Uhr
Red. Bernau

Die fetten Jahre sind lange vorbei

Basdorf (MOZ) Barnimer Handwerker wollen sich in einem Netzwerk Schule-Wirtschaft zusammenschließen und mit ihren Aktionen möglichst schon heute mehr Jugendliche für Lehrberufe im Handwerk begeistern. Darauf verständigten sich Handwerker mit dem Landeskoordinator des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Frank Breuer.

Werben aktiv: Der Turbinenhersteller MTU aus Bernau besucht regelmäßig die hiesige Ausbildungsbörse. © MOZ/Sergej Scheibe

 Die fetten Jahre sind vorüber. Nicht nur auf der Kinoleinwand flimmert gelegentlich dieser Titel – für die Barnimer Handwerker gehört diese Erkenntnis in Sachen Lehrausbildung seit mindestens drei Jahren zur bitteren Realität. „Früher hatten wir immer reichlich Bewerbungen, sodass ich mit farblichen Aufklebern markieren konnte, welche infrage kommen und welche nicht“, erzählt Jürgen Lühmann von der Basdorfer Firma Roggemann. Jahr für Jahr stellt die Firma sechs Lehrlinge ein, drei für den käufmännischen Bereich, drei für das Lager. „Die Qualität der Bewerber hat stark nachgelassen, wir machen längst Zugeständnisse“, erklärt Lühmann am Montagabend im Hotel Basdorfer Hof.

Dort kommen auf Einladung von Netzwerk-Koordinator Frank Breuer und Uwe Lieberhenschel, Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Metallbauunternehmens, Handwerker zusammen, um über die Misere zu reden, die den Firmen regelrecht die Zukunft verbaut.

„Schlechter geht es kaum noch“, beklagt Burkhardt Schröder, Geschäftsführer der Max-Haus GmbH aus Ruhlsdorf. Und Stefan Dreyer von der Wandlitzer Elektrofirma Kufeld berichtet, die seit 35 Jahren bestehende Firma habe aktuell nur noch einen Lehrling. Probleme auch bei der Laue GmbH aus Eberswalde: „Wir bekommen keine Bewerbungen, dabei bieten wir wirklich innovative Arbeitsplätze. Bei uns werden Einrichtungen CNC-gefräst, wir haben CAD-Anwendungen, wir fertigen auf hohem Niveau“, informiert Geschäftsführer Frank Laue.

Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft der Jugendlichen werden von den Anwesenden beklagt. Der Nachwuchs habe Probleme mit dem frühen Aufstehen, wolle sich nicht die Hände schmutzig machen und weiche Anforderungen aus. „Wir bauen doch anspruchsvolle elektrische Lösungen und buddeln als Elektriker nicht nur im Sand. Schaltschränke, LED-Technik, Hausinstallationen gehören zu unserer täglichen Arbeit. Aber offenbar will das keiner mehr machen“, beklagt Stefan Dreyer. Lühmann kommt noch auf einen weiteren Punkt zu sprechen. „Die Jugendlichen entscheiden sich doch immer später. Fragt doch mal Gymnasiasten vor der Abiturprüfung, die wenigsten wissen schon, wie es danach weitergehen soll.“

Moderator Frank Breuer hat Vorschläge zur Beratung mitgebracht und empfiehlt Aktionen, die in anderen Regionen bereits praktiziert werden. „Es gibt Berufseinstiegstourneen, bei denen die Lehrer Firmen besuchen und ihr Wissen dann an die Schüler weitergeben“, schlägt Breuer vor. Auch beteiligten sich drei Barnimer Schulen am Wettbewerb „Schule mit hervorragender Berufsorientierung“ und drittens stehe mittlerweile ein Portfolio namens Berufswahlpass zur Verfügung, das in den Schulen verteilt werden könne.

„Wir brauchen direkten Kontakt zwischen Firmen und Schülern“, konstatiert hingegen Uwe Liebehenschel. Auch für diesen Wunsch gibt es bereits Ideen, die erfolgreich praktiziert werden. „In Märkisch-Oderland gibt es ein Schüler-Stipendium. Schüler besuchen nach der Schule freiwillig sechs Monate lang eine Firma, arbeiten dort mit, lernen die Anforderungen kennen. So entwickeln sich Kontakte, die eventuell in einer Bewerbung münden“, macht Breuer deutlich. Weitere Ideen sind Wandertage der Schulklassen zu Firmen der Region, der Besuch von Begegnungsbörsen wie der Bernauer Ausbildungs- und Studienbörse oder auch das Nutzen neuer Medien. „Wir haben eine Ausbildungsstelle bei Facebook gepostet und hatten innerhalb von drei Tagen 2000 Zugriffe und drei konkrete Bewerbungen“, zeigt sich beispielsweise Manuela Seegebrecht vom VW-Autohaus Zemke begeistert. Und weiter: „Wir haben einen direkten Draht zu Schulen. Klassen besuchen unsere Werkstatt, wobei die Faszination Auto auch nicht mehr so zieht, wie es früher der Fall war.“

Nur wenig wissen die Handwerker über das neue Berufliche Gymnasium, das am 1. September am Oberstufenzentrum I starten wird. Zu den Vorhaben der kommenden Monate zählt es deshalb, mit der Schulleitung des OSZ I Kontakte aufzunehmen, um mögliche Aktionen zu besprechen.

Für den Erfolg werden weitere Ideen nötig sein: Der Bernauer Raum konkurriert mit Berliner Ausbildern, die oftmals höhere Vergütungen zahlen. Diesen Nachteil müssten die hiesigen Firmen mit sozialen Vorteilen ausgleichen, mit ihrer Nähe zum Wohnort und den beruflichen Perspektiven werben. Firma Laue knüpft beispielsweise Kontakte zu Absolventen der Hochschule HNE, Firmenpraktika für Schüler wären schon ein guter Beginn.

Aktuell stehen im Barnim 550 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung, darunter 300 im Barnim. Rund 1000 Jugendliche aus Barnim und Uckermark haben sich bei der Arbeitsagentur für eine berufliche Ausbildung angemeldet, sagte Sabine Endmann, Sprecherin der Arbeitsagentur in Eberswalde.

 26.03.2015

Red. Bernau

850 Euro bei Benefizturnier gesammelt

Basdorf (MOZ) Das 2. Benefiz-Volleyball-Turnier des PSV Basdorf hat der PCK Schwedt mit einem finalen 2:1-Satzsieg gegen die Gastgeber knapp für sich entschieden. Insgesamt brachte das Turnier 850 Euro ein. Das Geld geht an den Mukoviszidose Landesverband Berlin und Brandenburg.

Neun Mannschaften nahmen am Turnier teil. In der Vorrunde wurde in zwei Staffeln gespielt, die besten beiden kamen in der Finalrunde. Im ersten Halbfinale traf PCK Schwedt 90 auf die weit gereiste Mannschaft aus Ehrenfriedersdorf (Sachsen). Schwedt setzte sich in zwei Sätzen durch. Das zweite Halbfinale bestritten der Gastgeber und Rot-Weiß Schönow. Basdorf gewann die enge Partie. Im Finale setzte sich dann Schwedt erst Tie-Break gegen Basdorf durch.

30.03.2015 – Ermittlungen zu einem Tötungsdelikt in Basdorf aufgenommen  – BAR

Basdorf

Am Sonntag, den 29. März, gegen 21.30 Uhr wurde ein 46-jähriger Mann getötet. Anwohner riefen Rettungskräfte und Polizei in die Dimitroffstraße nach Basdorf (Landkreis Barnim), weil sie Schüsse gehört hatten.

Als die Rettungskräfte eintrafen, saß das Opfer blutend in einem PKW und war bereits verstorben. Nach ersten Erkenntnissen wurde auf den Mann geschossen.

Der mutmaßliche Täter stellte sich kurze Zeit  später bei der Berliner Polizei.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind angelaufen.

Zu den Tathintergründen können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.

Logo: Brandenburg aktuell, Quelle: rbb

Der Mercedes des Mordopfers, der gegen einen Zaun gefahren wurde, wird abgeschleppt (Quelle: rbb)

Video: Brandenburg aktuell | 30.03.2015 | Michel Nowak

Mutmaßlicher Täter stellt sich Tödliche Schüsse nach Streit um Geld

Mit zwei Kopfschüssen ist ein 46-jähriger Berliner am Sonntagabend in Basdorf im Landkreis Barnim getötet worden. Kurze Zeit später stellte sich der mutmaßliche Täter der Polizei. In der Vernehmung gab er an, es habe vor den tödlichen Schüssen einen Streit um Geld gegeben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat Haftbefehl beantragt.

Nach den tödlichen Kopfschüssen auf einen 46-jährigen Berliner in Basdorf am Rand von Wandlitz (Barnim) gibt es erste Hinweise auf ein mögliches Motiv. Ein 37-Jähriger, der sich der Berliner Polizei kurz nach der Tat gestellt hatte, gab bei der Vernehmung an, dass es kurz zuvor einen Streit um Geld gegeben habe.

Zu diesem Zeitpunkt hätten beide Männer in einem Auto gesessen, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mit. Das spätere Opfer sei der Fahrer des Wagens gewesen. Der Streit sei um einen äußerst geringen Geldbetrag gegangen, hieß es. Nach den tödlichen Schüssen flüchtete der Täter laut Aussagen von Zeugen zunächt zum Bahnhof und von dort aus mit einem Taxi weiter nach Berlin.

Auto fuhr in einen Zaun

Am Sonntagabend war die Leiche von Anwohnern in einem Geländewagen gefunden worden, das gegenüber vom Bahnhof in den Zaun eines Mehrfamilienhauses gefahren war. Zuvor hatten Augenzeugen Schussgeräusche gehört.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und hat mittlerweile einen Haftbefehl beantragt. Weitere Erkenntnisse erhofft man sich von der Obduktion der Leiche, die noch am Montag beginnen sollte. Auch die Tatwaffe konnte nach einem Hinweis des mutmaßlichen Täters mittlerweile sichergestellt werden.

17.04.2015

Hans Still 17.04.2015 03:45 Uhr
Red. Bernau
Aus der Redaktion
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Hans Still 17.04.2015 03:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de
Bestnoten für die Heidekrautbahn

Basdorf (MOZ) Schöner kann ein Lob kaum ausfallen: Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) konnte bei einer Aufstellung der erfolgreichsten Bahnen aus fast allen Bundesländern den ersten Platz belegen. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, überreichte am Donnerstag auf dem Bahnhof Basdorf an Detlef Bröcker, Vorstand der NEB, eine entsprechende Urkunde – garniert mit einer fulminanten Lobesrede. „Ein dichter Fahrplan, gute Anschlüsse, moderne Fahrzeuge, einfache Tarife, eine leistungsfähige Infrastruktur, Kundenorientierung und regionale Verbundenheit des Unternehmens“ bewirkten bei der NEB einen Kundenzuwachs von 134 Prozent. Anerkennende Worte auch für die erfolgreiche Kundenbindung. „Die NEB bietet Infrastruktur aus einem Guss. Pendler finden P&R-Parkplätze, Touristen kommen am Wochenende aus der Hauptstadt in die Region.“ Dabei ist das Fahrgastaufkommen mit 4300 Reisenden werktags und bis zu 6000 Reisenden an den Wochenende durchaus anspruchsvoll.

Zeigt sich dankbar: NEB-Chef Detlef Bröcker erhielt von Dirk Flege (v. l.) die Auszeichnung der Allianz pro Schiene. © MOZ/Sergej Scheibe

Bröcker nahm die Ehrung stellvertretend für die Mitarbeiter entgegen. „Ich bin stolz und bedanke mich, in diesem Chor der erfolgreichen Bahnen singen wir gern mit“, so der Manager, der die Zahl der Reisenden in Jahr 2014 mit 1,431 Millionen Fahrgäste bezifferte. „Wir wissen das genau, weil wir unsere Züge mit Zählgeräten ausstatten. Aber auch sonst ist es bei uns nicht ungewöhnlich, dass unsere Kundenbetreuer die Reisenden mit Handschlag begrüßen“, reagierte Bröcker. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, die Bundestagsabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz (CDU) und Stefan Zierke (SPD) auf den ungelösten Konflikt der Regionalisierungsmittel aufmerksam zu machen. „Unsere Züge enden in Karow. Dabei bietet die bessere Einbindung in die Hauptstadt klare Möglichkeiten, weiter zu wachsen.“ Derzeit fahren nur fünf Züge nach Gesundbrunnen durch. Mittelfristig sei es wünschenswert, einen alten Südast zu ertüchtigen und damit die Verbindung von Wilhelmsruh nach Gesundbrunnen wieder zu aktivieren.

Ohne einen Kompromiss der Bundesregierung bei den Regionalisierungsmitteln ist dies jedoch nicht zu schaffen. So versprachen von der Marwitz und Zierke, sich für eine Regelung vor der Sommerpause einzusetzen. Susanne Henckel, Geschäfsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), unterstützte diesen Plan ausdrücklich. Bei den VBB-Reisenden bekomme die Heidekrautbahn regelmäßig die Note eins. „Die NEB ist ein Musterschüler“, so das Lob der VBB-Chefin.

22.04.2015

Hans Still 22.04.2015 20:30 Uhr
Red. Bernau

Umstrittene PSV-Trainingsstätte

Basdorf (MOZ) Erschließungskosten wurden nicht geplant, gelüftet werden soll per Fensterdurchzug – die heutige Abstimmung der Wandlitzer Gemeindevertretung über die künftige Trainingsstätte des Basdorfer Polizeisportvereines (PSV) auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule wird von etlichen Fragen begleitet.

Als die Wandlitzer Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck (Linke, Grüne/B90, UWG) jüngst mit dem Fragenkatalog ihres Parteifreundes Joachim Luchterhand zum 2,1 Millionen-Euro-Vorhaben vorstellig wurde, dauerte es im Hauptausschuss nur wenige Minuten, bis die Stimmung emotional hochkochte. Luchterhand hatte sich schon im Punkt zwei seiner Analyse mit der Einschätzung unbeliebt gemacht, er halte die Vorbereitung der Vorlage „persönlich für mangelhaft bis verantwortungslos“ und er habe den Eindruck, Kosten würden herunter gerechnet oder weggelassen, um das Projekt durchzusetzen. Seine Warnung: Bis zur Fertigstellung und auch später im Betrieb entstehen der Gemeinde ungeplante Mehrkosten.

Bürgermeisterin Jana Radant reagierte in dieser Sitzung heftig, sie lehnte Luchterhands Analyse komplett ab und lieferte sich mit Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck Dialoge, die eigentlich nicht stattfinden sollen. Der Vorwurf der Verwaltung: Luchterhand habe pauschal geurteilt, ohne sich überhaupt nur hinreichend zu informieren.

Ein Kritikpunkt betrifft beispielsweise die Idee, die Belüftung Sporthalle können allein durch das Öffnen der Fenster bewerkstellig werden. Weiter fehlten die Kosten für die Erschließung des Gebäudes, auch sei der Blitzschutz nicht eingepreist worden.

Nachdem am Dienstagabend der Baukontrollausschuss der Gemeinde eiligst in nicht öffentlicher Sitzung beriet, bleiben vor der heutigen Abstimmung trotzdem Fragen im Raum. „Der Kämmerer erklärte uns, die Basdorfer Entwicklungsgesellschaft (BEG) wird das Areal voll erschlossen übergeben. Davon war vor einer Woche aber noch keine Rede“, wunderte sich gestern Gabriele Bohnebuck, zumal Kämmerer Christian Braungard im Hauptausschuss zugegen war, diese Information dort aber nicht preisgab. Die Fraktionschefin vermutet nun, dass dieses Zugeständnis der BEG neu aufgenommen wurde. Braungard, er ist auch Geschäftsführer der BEG, räumte gestern ein: „Die Erschließung des gesamten Geländes übernimmt die BEG. Für die Sportstätte müssen wir lediglich pauschal 10 000 Euro vorsehen, es wäre vermutlich besser gewesen, dies auszuweisen.“

Vertreter des Sportvereins PSV erklärten sich Dienstagabend ausdrücklich mit der Fensterlüftung einverstanden. „Da es eine Trainings- und keine Wettkampfstätte sein soll, reicht das nach PSV-Angaben aus“, gab Kämmerer Braungard gestern den Inhalt des Gespräches vom Dienstagabend wieder. Warnend hatte Luchterhand in seiner Analyse einen Vergleich zur Wandlitzer Kulturstätte „Goldener Löwe“ gezogen. Auch dort waren die Planer früher zur Meinung gelangt, eine „bedarfsgerechte Querlüftung“ würde ausreichen. Heute ist hingegen bekannt, dass dies genau nicht funktioniert.

Zudem zeigt sich bereits, noch vor dem Erwerb des künftigen PSV-Geländes durch die Gemeinde kommen neue Ideen zur Turnhallen-Nutzung hinzu: Kita-Kinder sollen dort Sport treiben können, auch Senioren. „Wir haben dann ein Problem. Die Barrierefreiheit wurde nicht bedacht und soll nun erst durch die Bauverwaltung und die Planer nachgeholt werden“, so eine weitere Erkenntnis des Treffens, von dem Gabriele Bohnebuck berichtet.

An dieser Stelle lässt sich möglicherweise eine Parallele zum Wandlitzer Sozialgebäude am Kunstrasenplatz ziehen. Auch dort waren Belange der Barrierefreiheit nicht berücksichtigt worden. Mit dem Ergebnis, dass der Kreis dies monierte und den Einbau eines Fahrstuhls verlangte. Der Abgeordnete Hartmut Kufeld (CDU) erinnerte schon im Hauptausschuss an den Kunstrasenplatz. „Wir kaufen jetzt die Immobilie mit dem denkmalgeschützten Gebäude und spekulieren auf Fördermittel. Was passiert eigentlich, wenn wir diese nicht bekommen? Steigt dann die Gemeinde wie früher beim Kunstrasenplatz ein und bindet sich das Zwei-Millionen-Objekt selbst ans Bein?“

Eine zufrieden stellende Antwort bekam Kufeld nicht. Sein Antrag, den Beschluss zu vertagen, wurde abgelehnt. Vielmehr zeigte sich die Verwaltung überzeugt, jetzt solle der Kauf und die Projektumsetzung beschlossen werden. Wahrscheinlich wird dem heute zugestimmt, zumal auch Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck nach der Beratung im Baukontrollausschuss dafür die Hand heben will. Die Gemeindevertreter tagen heute ab 19 Uhr in der Kulturbühne „Goldener Löwe“.

27.04.2015

ODF-TV

Erster Barnimer Wertstoffhof
Gelände der ehemaligen Milchviehanlage in Basdorf als Wertstoffhof-Pilotprojekt eröffnet

Der Barnim hat seit Freitag seinen ersten Wertstoffhof. Um Punkt 12 wurde er im Wandlitzer Ortsteil Basdorf feierlich eröffnet. Kurz danach kamen bereits die ersten Kunden. Dieter und Birgit Seidel entsorgten unter anderem eine Stoßstange. Auf rund 2 Tausend 300 Quadratmetern können Wandlitzer ab sofort ihre Abfälle bis zu einer Menge von 2 Kubikmetern entsorgen. Dort, wo einst eine Milchviehanlage war, hat die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft BDG verschiedene Container aufgestellt. Darin können unter anderem Glas, Papier, Metalle, Elektroschrott und Batterien kostenlos abgegeben werden. Die Entsorgung von Altholz, alten Reifen oder Grünschnitt kostet. Der Abfall wird dann ökologisch wertvoll weiterarbeitet. So trägt der Wertstoffhof dazu bei, ökologische Kreisläufe exakter zu bedienen. Statt den Müll wahllos an ungeeigneten Stellen zu entsorgen, kann er zielgerichtet weg geworfen werden. Die Gemeinde Wandlitz erklärte sich dazu bereit, bei dem Projekt „Wertstoffhöfe im Landkreis Barnim“ den Anfang zu machen. Auch bei der Einführung der freiwilligen Biotonne will die Gemeinde Vorreiter für den Landkreis werden. Der Landkreis Barnim wird nun ein Auge auf die Entwicklung dieser Projekte haben. Der Wertstoffhof ist zwischen den Bundesstraßen B 273 und der B 109 gelegen. Die Anlage ist freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 13 Uhr und montags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

07.05.2015

Hans Still 07.05.2015 04:45 Uhr
Red. Bernau

Beitragsbescheide für 75 Jahre alte Leitungen?

Basdorf (MOZ) Mehr als 120 Basdorfer nutzten am Dienstagabend die Gelegenheit, sich von Geschäftsführer Matthias Kunde die Altanschließerbescheide erläutern zu lassen, die der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserverband (NWA) im Juni an die Bürger verschicken wird.

Kritische Blicke: Heike und Torsten Laws lesen in der NWA-Wasserzeitung nach, wie die Bescheide berechnet werden. © MOZ/Sergej Scheibe

Manchmal lässt sich ungläubiges Staunen, gemischt mit einer Prise kalter Wut, beinahe mit Händen fassen. Wenn aus den Erklärungen ein Bild entsteht und beispielsweise ein Basdorfer Bürger aus der Karl-Marx-Siedlung anschließend zu verstehen versucht, wie seine 75 Jahre alte Trinkwasserleitung plötzlich zum Gegenstand eines Altanschließerbescheides werden kann. „Das ist doch unlogisch“, schlussfolgerte der Bürger und musste sich an der Basdorfer Sporthalle vom NWA-Geschäftsführer Kunde doch eines Besseren belehren lassen. „Auf jedem, an das Trinkwassernetz angeschlossene Grundstück muss ein Bescheid liegen. Ist das nicht der Fall, werden Sie sich an der Refinanzierung der Gesamtanlagen des Verbandes und an der Tilgung von Verbandskrediten beteiligen müssen.“

Gleich mehrfach musste Kunde diese Erklärung anbringen, denn auch Eigentümer aus der Waldheim-Siedlung offenbarten ihr Unverständnis. „Nach meinem Wissen wurde die Trinkwasser-Erschließung in unserem Wohngebiet nach der Wende mit Parteigeldern finanziert und zu einhundert Prozent gefördert. Wir haben sogar bei den Bauarbeiten geholfen und die Hausanschlüsse eigenhändig gelegt. Die Vernunft sagt einem doch, da kann es gar keinen Bescheid mehr geben“, trug ein weiterer Bürger vor.

Pralle Freude strahlte Geschäftsführer Kunde ob dieser Fragen nicht aus. Er musste, wie viele seiner Kollegen in den Verbänden, vertreten, was die Brandenburger Politik als Linie vorgegeben hat. „Wir wollten das Thema Altanschließer nicht aufmachen, aber müssen nach mehreren Gerichtsentscheidungen zur Kenntnis nehmen, dass wir dazu gezwungen sind“, reagierte Matthias Kunde.

Demnach stehen beim NWA 4278 Trinkwasser-Bescheide aus. Die Orte Zühlsdorf, Wensickendorf, Schmachtenhagen und Prenden arbeitete der NWA bereits ab, für die Orte Schönwalde und Stolzenhagen sind die Schreiben in Vorbereitung. Basdorf sei dann Anfang Juni ran, ließ Kunde wissen. „Großen Aufwand verursacht die Recherche nach den richtigen Eigentümern der Grundstücke. Die zwölf Ortsteile im NWA werden wir nicht vor Oktober abschließen können. Dann kommen Widersprüche und Nachfragen, das alles zieht sich sicher bis zum Jahresende hin“, versuchte Kunde Verständnis für die Aufgabe des Verbandes zu erwecken.

Ein Raunen ging durch die Menge, als er Summen nannte und dadurch deutlich wurde, welche zusätzlichen Einnahmen der Verband erzielen wird. Von den 2100 mit Trinkwasserbescheiden zu versehenden Flurstücken in Basdorf zahlen 1600 Eigentümer bis zu 1000 Euro, 400 Eigentümer zwischen 1000 und 2000 Euro und 84 Eigentümer mehr als 2000 Euro. „Wir erwarten in der Sparte Trinkwasser zwei Millionen Euro, allein in Basdorf.“

Dass es in der Zukunft nicht noch einmal zu Bescheiden kommt, diese Garantie vermochte der Geschäftsführer nicht zu geben. „Bei einem Anschlussgrad von 99 Prozent beim Trinkwasser sind zukünftige Investitionen überschaubar. Da bleiben beispielsweise noch alte Trinkwasserleitungen in Basdorf oder in Klosterfelde. Beiträge können damit eigentlich nicht wieder erhoben werden. Allerdings wäre es auch vermessen zu sagen, die wird nie der Fall sein.“

Der Gemeindevertreter Jürgen Hintze ergriff am Abend ebenfalls das Wort, um mitzuteilen, er habe als Gemeindevertreter gegen das Beitragsmodell gestimmt. Mit dieser Meinung stand er allerdings allein da.

15.05.2015

Lucas Vogel 15.05.2015 06:48 Uhr
Red. Bernau

Zehn Jahre Vorlesen in Basdorf

Basdorf (MOZ) „Lesen macht klug. Wenn ihr mal was werden wollt, lest“, appellierte Wandlitz‘ Bürgermeisterin Jana Radant an die Eltern und Kinder in der Bibliothek Basdorf, die ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Am Ende ihrer Eröffnungsrede übergab die Bürgermeisterin Blumen an ausgewählte Vorleser.

Lauschen gespannt: Vor allem die Kleinsten der zirka 50 anwesenden Gäste in der Basdorfer Bibliothek hörten Andersens Koffertheater genau zu. © MOZ/Sergej Scheibe

In der Basdorfer Bibliothek, im Bahnhofsgebäude, werden Kindern seit zehn Jahren jede Woche Geschichten vorgelesen. Immer dienstags. Und jede Woche kommen 20 bis 30 Kinder, um dabei zuzuhören.

„Seit 2005 starten wir nun schon Aufrufe zum Vorlesen. Da hängt wirklich viel Herzblut dran und unsere Vorleser sind sehr engagiert“, erzählt Bibliotheksleiterin Ute Köhler. Immer wieder haben ihre Mitarbeiter und sie selber neue Ideen, um die lesebegeisterten Kleinen jeden Dienstag aufs Neue für das selbstständige Lesen zu begeistern und um ihre Fantasie anzuregen. Seit Kurzem kommt dabei auch das japanische Papiertheater Kamishibai zum Einsatz, bei dem der Vorleser bunte Bilder in einen Holzrahmen schiebt und so die erzählte Geschichte parallel illustriert.

Zum zehnjährigen Bestehen bekamen die zirka 50 anwesenden Gäste noch etwas Besonderes geboten. Andersens Koffertheater, benannt nach seinem Protagonisten Henrik Rosenquist Andersen, führte sehr zur Freude der großen und vor allem kleinen Zuschauer das Märchen vom Fischer und seiner Frau auf. Mit viel Mimik, Gestik und Witz sorgte er beim Publikum für einige Lacher, stellte immer wieder Fragen an die Kinder und bezog sie so mit in das Stück ein.

„Wir haben zur Zeit 22 Vorleser. Wir suchen aber immer wieder neue Bewerber, weil auch einige davon schon älter sind. Wir schulen unsere Vorleser auch und stellen ihnen neue Bücher und Präsentationsmöglichkeiten vor“, ergänzt Ute Köhler nach der Aufführung.

ODF-Beitrag dazu

20.05.2015

Kneipptag in Basdorfer

Einweihung des Kneipp-Sinnespfades in Senioreneinrichtung
Aus Anlass des Geburtstages von Sebastian Kneipp am 17. Mai 1821, feierte die Senioreneinrichtung „ Hof am Teich “ ihren Kneipp Tag. Dies bereits zum 3. Mal. Den Bewohnern der Einrichtung wurde ein buntes Programm, ganz im Sinne der Kneippschen Gesundheitskonzeption geboten. Das Motto des Tages war „ Anwendugen sind Zuwendungen “. Hier zeigten Mitglieder des Kneipp Vereins Niederbarnim, die Anwendung der einzelnen fünf Elemente der Kneippschen Gesundheitsförderung. Das Highlight des Tages aber war die Einweihung des neu angelegten Kneipp – Sinnespfades. Kinder der Kita Eichhörnchen aus Zerpenschleuse gaben hierfür ein Ständchen. Natürlich mussten sie danach den Pfad gleich mal ausprobieren. Auch die Kita arbeitet nach dem Kneipp Prinzip. Was für die Kleinen gut ist, kann den Großen nicht schaden, dachte sich Andrè Mettin, Einrichtungsleiter der Senioreneinrichtung und Geschäftsführer des ASB Regionalverbandes Barnim. Gesunde Ernährung war ebenfalls ein wichtiges Thema an diesem Tag. Darüber wussten auch schon die Kleinsten Bescheid und halfen bei der Zubereitung kräftig mit.

27.05.2015

27.05.2015 07:45 Uhr

Basdorferinnen kicken sich auf Platz drei

Basdorf/Wandlitz (kbr) Die Fußball-Saison der E-Juniorinnen im Land Brandenburg ist beendet. Rückblickend mit neun teilnehmenden Mannschaften im Saisonverlauf und fünf Spieltagen steht nun der Gesamtsieger im Vereinsprojekt fest. Die erste Mannschaft vom 1.FFC Turbine Potsdam holte sich verdient den Saisonsieg, gefolgt vom 1.FFC Brandenburg und der SG Wandlitz/Basdorf.

Das Vereinsprojekt der E-Juniorinnen findet statt, wenn sich bis zum Ende der letzten Saison mindestens vier Mannschaften im Land Brandenburg anmelden. Nachmeldungen von neuen Mannschaften sind im kompletten Saisonverlauf möglich. Jeder Verein sollte ein Turnier im Laufe der Saison ausrichten. Die Termine sind im Vorfeld mit der Projektleiterin abzustimmen.

Ein Spieltag läuft wie folgt ab: Vor der Eröffnung gibt es eine Trainerrunde mit der Spielleiterin, um alle Besonderheiten des Spieltages zu klären (Fair-Play-Motto) und die Technikstationen zu organisieren. Nach der offiziellen Begrüßung durchlaufen die Mädchen einen Technikparcour, bestehend aus den Grundtechniken wie Dribbling, Passspiel, Torschuss und Jonglieren. Diese Übungen werden bepunktet. Im Anschluss findet ein Turnier jeder gegen jeden statt.

In dieser Saison wurden fünf Turniere im E-Juniorinnenprojekt gespielt. Die offizielle Siegerehrung wird am 6. Juni 2015 nach dem Pokalturnier der E- und F-Juniorinnen in Storkow stattfinden.

„Vor etwa einem Jahr habe ich die Projektleitung der E- und F-Juniorinnen von der Verbandstrainerin Sabine Seidel übernommen“, sagt Projektleiterin Katrin Brandt. „Die Saison 2014/2015 bewerte ich als sehr positiv, da ich mit engagierten Trainern zusammen arbeiten durfte.“

Ziel in den nächsten Jahren sei es, mehr Brandenburger Vereine zu animieren, am Projekt teilzunehmen. „Die Teilnahmebedingungen sind bewusst flexibel gehalten, so dass es keine Hinderungsgründe geben sollte, am Projekt teilzunehmen. Die Lernerfolge in dieser Altersgruppe sind zudem überwältigend. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bedanken und hoffe auf eine weitere erfolgreiche Saison“, erklärt Projektleiterin Katrin Brandt.

08.06.2015

Hans Still 08.06.2015 06:50 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Wehr schafft Aufwärtstrend

Basdorf (MOZ) Nach einer schweren Zeit mit Austritten, disziplinarischen Eingriffen und großer Uneinigkeit hat die Freiwillige Feuerwehr Basdorf wieder zu einer soliden Basis zurückgefunden. Die Mitglieder der Wehr stehen zusammen, es finden regelmäßige Ausbildungen und Übungen statt, auch die Tagesbereitschaft habe sich deutlich verbessert. „Die Kernaussage ist folgende: Die Basdorfer Wehr bleibt ein fester Bestandteil der Wandlitzer Gemeindewehr“, fasst daher am Freitagabend der stellvertretende Gemeindewehrführer Tobias Looke die aktuelle Situation bei einem gemütlichen Kameradschaftsabend des Fördervereins der Basdorfer Wehr zusammen. Dafür gab es Beifall, wenngleich noch längst nicht alle Sorgen abgearbeitet sind. Das machte Looke ebenfalls deutlich. „Es geht ohne Frage wieder aufwärts, was auch daran zu spüren ist, dass Kameraden Qualifikationen abgelegt haben, um später einmal die Wehrführung übernehmen zu können.“

Gruppenfoto nach den Ehrungen: Andreas Knauerhase, Christian Rommeiß, der stellvertretende Wandlitzer Wehrleiter Tobias Looke, Thomas Pfeiffer, Jan Saupe und Christian Stahl (v.l.) © MOZ/Hans Still

Mehrere Punkte zählte Looke auf, die durchaus als Hausaufgaben der Basdorfer Brandschützer zu verstehen sind. So solle der Stamm von 15 Aktiven in der Wehr unbedingt gehalten und die Ausbildung müsse fortgesetzt werden. Die Wandlitzer und Schönwalder Kameraden seien auch bereit, in Basdorf bei der Ausbildung zu unterstützen.

Ein dritter Punkt sei die Organisation. „Lasst uns nicht allein, unterstützt uns“, erbat Looke nachdrücklich und stellte in Aussicht, dass es schon bald wieder einen Wehrleiter aus Basdorf geben könnte. Wie er später im MOZ-Gespräch sagte, sei Andreas Knauerhase aus Sicht der Gemeindewehrleitung einer von zwei Kandidaten, die die Wehr übernehmen könnten. Allerdings plädieren die Wandlitzer Verantwortlichen dafür, den Nachwuchskräften Zeit zu lassen. „Fragt mich nicht nach einem Zeitpunkt. Andreas Knauerhase hat selbst gesagt, er benötigt noch Zeit“, argumentierte Looke. Dies bestätigte der Hauptlöschmeister: „Der Geist in unserer Truppe ist gut. Trotzdem ist noch vieles neu für mich, sodass ich zunächst als Stellvertreter Erfahrungen sammeln möchte.“

Im weiteren Verlauf des Abends sprach Looke noch Beförderungen und Ehrungen aus. So wurde Hans-Jürgen Pape für 40 Jahre treue Dienste bei der Feuerwehr mit einer Medaille in Gold ausgezeichnet. Zugleich wurde er in die Alters- und Ehrenabteilung versetzt.

Norbert Herbst bekam ebenfalls nach 40 Jahren bei der Wehr eine goldene Medaille. Knauerhase erhielt für 20 Jahre treue Dienste eine bronzene Ehrung. Denise Drehmel wurde zu Oberfeuerwehrfrau, Thomas Pfeiffer, Christian und Christoph Stahl zum Oberfeuerwehrmann befördert. Jan Saupe und Christian Rommeiß bekamen die Schulterstücken eines Hauptfeuerwehrmanns übergeben.

Geehrt wurde auch Stephan Knobloch, der als Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr wesentlich zur guten Stimmung in der Wehr beiträgt. „Bleibe dran und halte die Mannschaft zusammen“, gab Looke dem Vorsitzenden mit auf den Weg. Immerhin gehören 31 Mitglieder zum Verein, die Zahl der Sponsoren liegt bei 21. Allen dankte Knobloch für ihren Einsatz, anschließend gab er das Büffet für den gemütlichen Teil frei.

16.06.2015

Hans Still 16.06.2015 06:40 Uhr
Red. Bernau

Überraschender Absprung

Basdorf (MOZ) Wenn am Dienstag um 11 Uhr in Potsdam die Landtagsfraktion der CDU zusammentritt, dann wird sich der Basdorfer Uwe Liebehenschel den Platz suchen, der bis vor wenigen Wochen noch von Ludwig Burkardt besetzt wurde. Der Landtagsabgeordnete verstarb Ende Mai – Liebehenschel rückt für ihn in den Landtag nach. Eine zu diesem Zeitpunkt überraschende Wendung, der Basdorfer Geschäftsmannes Liebehenschel war bislang als Freizeitpolitiker unterwegs. Nun wird Potsdam sein Arbeitsort. „Damit war jetzt natürlich überhaupt nicht zu rechnen, und die Umstände dieser Entwicklung tun schon weh. Persönlich hatte ich eher im Herbst mit der Chance geliebäugelt, in den Landtag nachzurücken“, erläutert der 44-Jährige. Dann stellt sich nämlich in Falkensee Barbara Richstein als Bürgermeisterin zur Wahl. Ihre Chancen stünden gut, Liebehenschel wäre dann der Nachrücker geworden.

Auf dem Weg nach Potsdam: Uwe Liebehenschel startet heute seine Karriere als Landespolitiker.            © MOZ/Hans Still

Im beschaulichen Basdorf musste der CDU-Mann nun zügig Entscheidungen treffen. Schließlich agiert er seit 1996 als Geschäftsführender Gesellschafter des Metallbaubetriebes, den seine Eltern, Gabriele und Peter Liebehenschel, aufgebaut hatten. Beide wähnten sich beinahe im vollständigen Ruhestand, das werde sich nun teilweise wieder ändern. „Dass ich Unterstützung brauchen werde, ist unstrittig. Mein Wunsch ist es aber, Politik und die Firma unter einen Hut zu bekommen. Zugegeben, meine Eltern hatten sich das auch anders vorgestellt“, räumt Liebehenschel ein.

Das bestätigt Gabriele Liebehenschel, die im Büro der Firma mit leichtem Murren die Post öffnet und ein wenig den Kopf über die Pläne ihres Sohnes schüttelt. „Er will das unbedingt und lässt sich auch nicht reinreden“, merkt sie lediglich an. Liebehenschel hingegen meint selbstbewusst, anderen Abgeordneten würde der Spagat ebenfalls gelingen. „Dass ich Berufspolitiker werden will, war ja durch den Kampf um das Landtags-Direktmandat klar. Dass hat leider nicht geklappt, und völlig überraschend kam auch der gute Listenplatz nicht zum Tragen. Aber natürlich habe ich schon vorgebaut. Ein junger Mitarbeiter befindet sich in der Meisterausbildung, er soll künftig mehr Verantwortung in der Firma übernehmen. Aber Mutter und Vater müssen zunächst auch mehr ran, als ihnen lieb ist.“

Zudem gibt es weitere Veränderungen im Leben des durch die Kommunalpolitik im Barnim weit bekannten Politikers. „Es stimmt, ich lebe in Trennung, es gibt eine neue Frau“, bestätigt Liebehenschel, der Vater zweier Töchter ist, und diese trotz der neuen Aufgaben in Potsdam keinesfalls vernachlässigen möchte. „Die Kinder brauchen ihren Papa, ich werde für sie da sein“, verspricht er trotz der vielen unbekannten Anforderungen, die in der Landeshauptstadt auf ihn warten.

Ohnehin begibt sich Liebehenschel heute mit „einigem Respekt“ nach Potsdam. Sein Auftritt zur kurzen Vorstellung vor einer Woche ging aufgrund einer Reifenpanne und anschließender Verspätung schon mal daneben. „Ich wurde dann in der laufenden Besprechung begrüßt, offiziell bin ich ab dem 16. Juni dabei.“

Zeitmanagement wird künftig ein noch wichtigeres Thema werden. So scheint schon jetzt absehbar, die Mitarbeit im Wandlitzer Bauausschuss und im Hauptausschuss kündigt Liebenhenschel auf, ohne aber den „Kontakt zur Basis zu verlieren“, wie er es nennt. „In der Wandlitzer Gemeindevertretung will ich weiter aktiv mitarbeiten, das betrifft auch die Führung als Vorsitzender. Im Kreistag bleibe ich, doch in der Ausschussarbeit muss ich kürzer treten“, bekennt er. Und schließlich trägt er Verantwortung als Barnimer CDU-Kreisvorsitzender – auch das soll bleiben, so der nächste Parteitag ihn im Amt bestätigt. Thematisch will er an die bisherige Arbeit anknüpfen, die er mit „Wirtschaft und Infrastruktur“ umschreibt. Dabei bietet ihm sein ausgedehnter Wahlkreis – vom Berliner Rand bis nach Oderberg und damit an der Grenze zur Uckermark – ein facettenreiches Betätigungsfeld. Einerseits die Probleme der Firmen im Speckgürtel, Mitarbeiter und Nachwuchs zu finden. Andererseits die Mühen der Unternehmer, die Bücher mit lohnenden Aufträgen zu füllen. „Klar ist, wir brauchen auch in der Tiefe des Landes Angebote für die Jugend“, formuliert Liebeheschel eine Forderung, wie es schon viele Politiker vor ihm taten. Zudem fordert er Beförderungsangebote. „Bahn-Haltepunkte wie Biesenthal einstellen zu wollen, kann nicht der Weg sein“, kritisiert er.

Eine Meinung hat sich Liebehenschel auch zur Gebietsreform gebildet. Die hält er im Augenblick nicht für sinnvoll, eher sollten sich Gebietskörperschaften auf eine freiwillige Zusammenarbeit verständigen und kooperieren. „Es gibt derzeit keinen Grund für größere Kreise“, merkt Liebehenschel an.

Zum heißesten Barnim-Thema überhaupt, der Windkraft, legt er sich ebenfalls fest. „Ich stehe hinter der Energiewende, wenngleich ich froh bin, dass der Liepnitzwald aus den Planungen herausgenommen wurde. Windräder in Wäldern würde ich aber nicht pauschal verneinen, wie auch die Zehn-H-Regelung nicht in dieser Form durchgesetzt werden kann. Dann bliebe kaum noch Raum für Windkraftanlagen“, gibt er zu bedenken.

Ob es ein Abgeordnetenbüro in Wandlitz oder Basdorf geben wird, lässt der junge Berufspolitiker offen. Vertrauen kann er aber auf eins ganz genau: Die Wandlitzer werden ihn im Auge behalten und Politik für den Landkreis einfordern.

22.06.2015

Quelle ODF

Finow Cup
500 Kicker im kämpften um die Pokale
Am vergangenen Wochenende startete der mittlerweile 21. Finow – Cup. 48 Mannschaften aus ganz Deutschland, sowie England, Österreich, Polen und erstmalig Russland nahmen an dem Cup teil. Der Sportplatz am Wasserturm war trotz des schlechten Wetters gut gefüllt. Mehr als 500 Kicker im Alter von 12 – 13 Jahren stellten sich dem Wettkampf. Neben den Traditionsvereinen und Spitzenclubs haben hier auch die sogenannten „ kleinen Vereine “ die Chance sich zu messen. Dies spornte anscheinend an, denn das Team des „ kleinen “ Berliner FC blieb im Turnier ohne Gegentor und gewann im Finale gegen den FC Schalke 04 mit 1 : 0. Bestes der sechs Barnimer Teams war der FSV Basdorf, sie landeten auf Rang 37.

29.06.2015

Renate Meliß 29.06.2015 06:30 Uhr
Red. Bernau

Farbenpracht und vielfältige Blütenformen

Basdorf (MOZ) „Mich fasziniert diese Vielfalt, die gibt es so sonst nirgendwo. Blüten von winzig bis riesig und das in allen Farben.“ Petra Helfrich ist Freundeskreisleiterin im Fuchsienfreundeskreis Berlin-Brandenburg. Am Sonnabend hat sie gemeinsam mit Erhard Schlestein von der gleichnamigen Gärtnerei in Basdorf während der 20. Fuchsienparty alle Hände voll zu tun.

Gespannt: Eine Reisegruppe aus der Steiermark mit vielen Gärtnern gehörte zu den Besuchern der Fuchsienpartie und folgte aufmerksam den Ausführungen von Erhard Schlestein. © Renate Meliß

Petra Helfrich gibt gerade einer Besucherin Hinweise zu Pflege, Zucht und Überwinterung der Fuchsien. Kühl sei das Beste und ein recht radikaler Rückschnitt. „Mit jedem Jahr werden die Pflanzen dann schöner.“

Längst hat sich die traditionelle Fuchsienparty zu einer Art Volksfest entwickelt. Neben Fuchsien aller Art sind unzählige andere Pflanzen in den Gewächshäusern zu bewundern. Ein Holzmarkt, Kunsthandwerk, Kerzen und Beköstigung inklusive Gewinnspiel warten auf die zahlreich erschienenen Gäste. Die ersten Besucher sind bereits vor 9 Uhr auf dem Gelände unterwegs. Schließlich gibt es hier immer etwas Neues zu sehen. Wer einmal auf der Fuchsienparty war, kommt immer wieder. In diesem Jahr überlegt Erhard Schlestein, welche seiner Fuchsiengewächse, die mitunter schon gewaltige Dimensionen angenommen haben, sich für die Bundesgartenschau eignen. Er wird in Brandenburg/Havel vom 1. bis 16. August seine besten Pflanzen zeigen. „Einige meiner Exemplare waren schon auf verschiedenen Shows wie in Koblenz oder München“, erzählt er. „Ich brauche 30 große und 30 mittlere Bäume, aber mein Konzept halte ich geheim, denn die Konkurrenz ist groß.“

Der Gärtner plant, Gewächse von alt bis jung vorzustellen. Immerhin habe er Bestände, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Erst auf der Buga wird dann auch wieder eine Fuchsie gekrönt werden, was er sonst jährlich in der eigenen Gärtnerei vorgenommen hat.

„Haben Sie Improved Roselle?“, fragt eine Besucherin. Schlestein nickt, weist die Richtung, wo die gewünschte Fuchsie stehen sollte. Er grüßt nach links und rechts, schüttelt Hände, plaudert kurz mit Neuankömmlingen. Vor Ort ist inzwischen eine Reisegruppe mit 40 Gästen aus der Steiermark (Österreich) angekommen. Unter den Besuchern, die zum großen Teil aus Graz kommen, sind Vertreter der Steiermärkischen Landarbeiterkammer. Viele Gärtner sind darunter, die aus dem Staunen nicht herauskommen, wie der Österreicher Helmut Scherngell angibt. Sogleich ist Erhard Schlestein bereit, mit den Gästen des Nachbarlandes eine Führung über das Gelände vorzunehmen.

„Sehen Sie, die Fuchsiengeschichte hat sich ja erst nach der Wende für uns ergeben. Die Fuchsiengesellschaft brachte mich auf den Gedanken, mich mit meiner Gärtnerei auf diese wunderschönen Gewächse zu spezialisieren“, berichtet er den Besuchern, die in großer Runde um ihn herum stehen und jedes seiner Worte aufzusaugen scheinen. „Für uns ist der Besuch der Gärtnerei ein Höhepunkt unserer Reise“, sagt Helmut Scherngell.

Und ohne Glück sind die Gäste auch nicht: Noch während der Führung wird über Lautsprecher ein weiteres Los des Gewinnspieles ausgerufen. Freudestrahlend kehrt bald darauf ein Mitreisender der österreichischen Reisegruppe mit einer prachtvollen Fuchsienampel zurück, die er gerade gewonnen hat.

10.07.2015

Kai-Uwe Krakau 10.07.2015 19:30 Uhr
Red. Bernau

Pkw rast in Autohaus

Basdorf (MOZ) Mit Schwung ins Autohaus: Eine 37-jährige Autofahrerin ist auf der Prenzlauer Chaussee in Basdorf von der Fahrbahn abgekommen und ist in den Ausstellungsraum eines Autohauses gerast. Zuvor hatte die junge Frau mehrere Fahrzeuge überholt, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Barnim am Freitag auf Anfrage. Die 37-Jährige wurde bei dem Unfall, der sich bereits am Donnerstagmorgen gegen 6.45 Uhr ereignet hatte, verletzt und musste von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Fahrzeug der Marke Toyota war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Den entstandenen Gesamtschaden gab die Polizei mit rund 10 000 Euro an.

Hat neues Büro: Uwe Liebehenschel, CDU-Landtagsabgeordneter
© MOZ/Sergej Scheibe

 In Potsdam konnte Liebehenschel das Büro des früherenen CDU-Landtagsabgeordneten Ludwig Burkardt übernehmen. Nach dessen Tod rückte Liebehenschel in den Landtag nach. Auch in Potsdam sucht der Basdorfer noch einen Mitarbeiter. „Inzwischen habe ich mich gut eingelebt, ich hatte auch schon die erste Landtagssitzung, die länger als zehn Stunden dauerte“, berichtet der CDU-Abgeordnete, der sich an die Dimension des Potsdamer Landtages erst noch gewöhnen musste. „Der Kreissaal im Eberswalder Kreishaus ist schon imposant, aber Potsdam toppt den Kreissaal.“ Liebehenschel arbeitet in der künftigen Enquetkommission für die Entwicklung im ländlichen Raum mit, ist im Arbeitskreis Wirtschaft und in der Arbeitsgemeinschaft Verkehr tätig und Mitglied im Ausschuss Haushaltskontrolle.

Außerdem wurde der 44-Jährige am 17. Juli zum dritten Mal Vater. Seine neue Partnerin brachte einen gesunden Jungen zur Welt, er heißt Elias.

04.08.2015

Hans Still 04.08.2015 04:45 Uhr Red. Bernau

Baustart in der Nelkenstraße

Basdorf (MOZ) Jahrelang mussten die Anwohner der Basdorfer Nelkenstraße auf die Sanierung ihrer Straße warten. Seit Montag sind nun die Bauleute vor Ort aktiv – begonnen wurde mit dem Fällen von Bäumen und Büschen. Unter den Anwohnern ist der Straßenausbau nicht völlig unumstritten.

Heute ein Eigenheimgebiet: Seit 1969 verbringen die Berliner Jutta und Walther Sondermeyer (Mitte) ihre Wochenenden im Bungalow in Basdorf. Horst Rudolph (l.) und Erwin Bahr begrüßen den grundhaften Ausbau der Nelkenstraße. © MOZ/Sergej Scheibe

Nelkenstraße Basdorf Baubeginn mit Holzfällarbeiten am 3.8.15, Firma Nikolowius aus Wittstock mit Steven Wende und Frank Harder (re) © MOZ/Hans Still

„Wir wurden hier jahrelang vergiftet, weil asbestverseuchtes Recyclingmaterial zum Befestigen dieser Straße genutzt wurde“, antwortet Horst Rudolph auf die Frage, wie die Anwohner wohl auf den Beginn der Baumaßnahmen reagieren. Aus diesem Grund begrüßt der kräftige Senior die Veränderungen vor seiner Haustür, wenngleich nun bis Ende Oktober Baulärm und weiterer Staub zu seinem Alltag gehören werden. „Das nehme ich gerne in Kauf, bislang lebten wir in einer ständigen Staubwolke“, kontert Rudolph.

Die 650 Meter lange Nelkenstraße gehört zu dem Teil des Wandlitzer Straßennetzes, das noch auf einen standardgerechten Ausbau wartet. „Wir haben 270 Kilometer Gemeindestraßen, knapp die Hälfte davon ist noch nicht auf dem Niveau, das wir uns für Wandlitz wünschen würden“, erinnert Bauamtsleiter Lars Gesch an die Realitäten. Seit fünf Jahren warten beispielsweise die Anwohner der Nelkenstraße schon auf den Baustart, der Leidensdruck ist entsprechend groß. „Ich bin zu Wochenbeginn sogar ins Wandlitzer Bauamt gefahren, um mir die Planung ansehen. Genau das, was die Bürger wollen, wird hier gebaut. Ich bin erst einmal zufrieden“, spendet Rudolph vorab bereits Lob.

So konnte er mit seinem Nachbarn Walther Sondermeyer auf den Plänen erkennen, wie sich die Kreuzung am Beginn der Nelkenstraße an der B 109 verändern soll. „Am Anfang der Straße wird ein Discounter entstehen. Angeblich ein REWE-Markt“, berichten die zwei Anlieger interessiert. Tatsächlich bestätigt Bauamtsleiter Gesch das Interesse eines Discounters, direkt neben der B 109 eine Filiale in Basdorf zu errichten. Einen Namen nennt er nicht. Aber dieser Investor habe sich bereit erklärt, sich am dreispurigen Straßenausbau im vorderen Teil der Nelkenstraße zu beteiligen sowie im diesem Abschnitt einen Gehweg zu finanzieren.

Die Firma Johann Bunte bekam den Zuschlag und baut für 726 000 Euro die Fahrbahn grundhaft aus. Außerdem bekommt der südliche Teil der Nelkenstraße neue Straßenlaternen.

Zudem soll auf der B 109 eine neue Linksabbiegerspur entstehen, denn ohne eine eigene Spur dürfte es beim Gegenverkehr auf der Bundesstraße schwierig werden, den Discounter zu erreichen. „Morgens und abends, wenn der Berufsverkehr rollt, kommt man kaum mit dem Auto aus der Straße raus“, berichten Anwohner

Angelika Kastl gehört zu den Bürgern, die schon wegen der zu zahlenden Anliegerbeiträge auf den Ausbau gern verzichtet hätte. „Ich konnte mit der Sandstraße leben“, versichert sie, wenngleich Rudolph behauptet, nach jeder Reparatur mit Recycling Dutzende Nägel aufgelesen zu haben.

Bis zum Mittwoch soll nun das Grün gefällt werden, danach beginnt die Firma Bunte mit dem Herrichten der Grundstückszufahrten. Die Anwohner müssen sich laut Firma Bunte darauf einstellen, dass sie ihre Grundstücke teilweise nur eingeschränkt erreichen können, heißt es in der Bürgerinformation.

27.08.2015

Quelle ODF

Rockband „Mama Saidt“ aus Basdorf
„Mama Saidt“ probt für ihren Auftritt beim Festival Rockende Eiche

Die Band „ Mama Saidt “ aus Basdorf auf dem Weg zur gemeinsamen Probe. Nur noch wenige Tage bis zum Auftritt beim Festival „ Rockende Eiche “ in Biesenthal. Geprobt werden insgesamt sieben Titel für ca. eine halbe Stunde Programm auf der Bühne. Gründungsmitglied Franco spielt seit 7 Jahren Gitarre. Er kam durch seinen Vater zur Musik. Die Band „ Mama Saidt “ gibt es schon länger. Benjamin und Franco spielen schon seit 5 Jahren zusammen. Die anderen beiden Musiker kamen erst vor kurzem dazu. Lange hat Franco nach den passenden Musikern gesucht. Bassistin Britt spielt seit 4 Jahren Bass. Sie hatte vorher kleinere Auftritte an der Musikschule. Dort hat sie Franco gehört und angesprochen. Für sie ist es der erste größere Auftritt beim Festival. Auch Schlagzeuger Shamil spielte vorher in der Musikschule. Dort las er die Anzeige, das ein Schlagzeuger gesucht wird. Er rief an und ging gleich am Wochenende darauf zum vorspielen. Benjamin ist von Anfang an dabei. Er spielt mittlerweile seit 6 Jahren Gitarre. Der Stil der Band hat sich in den Jahren verändert. Früher haben sie viel gecovert, mittlerweile komponieren sie selbst. Seit einem Monat bereiten sie sich auf ihren Auftritt für das Festival „ Rockende Eiche “ vor. Geprobt wird einmal die Woche, 5 – 6 Stunden, mit kleinen Unterbrechungen. Die Kommunikation und die Chemie in der Band stimmt. Zu laut darf es aber nicht werden. Denn der Proberaum befindet sich im Wohngebiet. Gute Abdichtung ist angebracht, für die Lautstärke und die Wintermonate. Noch haben sie ein paar Tage Zeit. Bis sie sich auf den Weg machen. Zum Auftritt auf die gro0e Bühne beim Festival „ Rockende Eiche “ in Biesenthal. Am Samstag den 29.August ab 16 Uhr.

08.09.2015

Hans Still 08.09.2015 05:45 Uhr
Red. Bernau

Festival mit Rummel unverträglich

Basdorf (MOZ) Das diesjährige Brassens-Festival ist am Montagabend mit einem Konzert im Marienwerderaner „Schleusengraf“ ausgeklungen. Zuvor, nämlich am Wochenende, erlebten Chansonfreunde aus Frankreich, Belgien, Chile und allen Teilen Deutschlands begeisternde Konzerte an verschiedenen Spielstätten. „Die Bilanz ist in diesem Jahr wieder sehr gut, wir sind zufrieden“, resümierte am Montagmittag der Basdorfer Peter Liebehenschel, einer der Mitorganisatoren. In Heckelberg erinnerten in der Kirche Melodien an den Franzosen Georges Brassens, in Zühlsdorf wurde der Gemeinderaum zur Konzerthalle.

Zogen sich ins Zelt zurück: Die Künstler beim Basdorfer Brassens-Festival. © Wolfgang Rakitin

In Basdorf sollte in diesem Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule Neues ausprobiert werden, doch das Experiment Open Air missglückte ein wenig, wie Liebehenschel einräumte. „Wir wollten das Brassens-Festival zu einer Art Volksfest werden lassen. So wurde ein Rummel mit Fahrgeschäften engagiert. Allerdings vertrug sich die Kombination überhaupt nicht, auch weil die Betreiber der Fahrgeschäfte nicht bereit waren, ihre Musik leiser zu drehen.“

Die Chansonfreunde retteten sich in ein Zelt, dort konnten sie der internationalen Musik folgen.

23.09.2015

Hans Still 23.09.2015 06:59 Uhr
Red. Bernau

70 Asylsuchende sollen in Basdorf heimisch werden

Basdorf (MOZ) In Basdorf werden demnächst bis zu 70 Asylsuchende aufgenommen. Darüber informierte am Montagabend Petra Bierwirth, beim Kreis für Asylfragen zuständig, den Basdorfer Ortsbeirat. Eine afghanische Familie wohnt schon im Ort, Für die Basdorfer Einwohner kommt diese Nachricht durchaus überraschend.

Es war am 10. September in der Sitzung der Gemeindevertreter, als die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant aus eigenem Antrieb auf das Gerücht einging, in Basdorf würde auf dem ehemaligen Polizeischulgelände ein Flüchtlingsheim entstehen. „Das ist nicht der Fall, das kann ich hier ganz klar sagen“, ließ sie die Gemeindevertreter wissen. Allerdings wusste die Bürgermeisterin damals möglicherweise schon, dass in einer ehemaligen Arbeiterunterkunft nahe der B 109 und dem Bahngleis der Heidekrautbahn in einer privaten Immobilie Wohnungen für 71 Asylbewerber entstehen werden.

Das jedenfalls stellte gestern Landrat Bodo Ihrke so dar. „Mit der Wandlitzer Bürgermeisterin wurde am 18. August geredet, mit dem Ortsvorsteher Peter Liebehenschel am 19. August. Sie wurden informiert, beide haben eingeschätzt, dass es ausreichen würde, im Ortsbeirat am 21. September über die Ankunft der Asylsuchenden zu berichten.“ Ihrke selbst propagierte allerdings bislang immer die Strategie, erst die Informationen an die Bürger über die Einrichtung eines Asylbewerberheimes weiterzugeben und dann die Zuweisung der Flüchtlinge folgen zu lassen.

Nun die Trendwende? „Bei 100 Zuweisungen pro Woche müssten wir jeden Tag eine Versammlung abhalten. Die Bürgermeister sind gehalten zu entscheiden, ob mit den Bürgern darüber zuvor gesprochen wird oder nicht. Als klar war, dass wir das Wandlitzer Heim um 60 Plätze erweitern wollen, kam von Frau Radant der gute Hinweis, dies sogleich mit den Bürgern zu besprechen.“

Der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel glaubt, die Aufnahme der Asylsuchende werde kein Problem im Ort darstellen. „Wir wollten mit der frühzeitigen Information kein Öl ins Feuer gießen, die Bürger sind schon stark verunsichert. Ich glaube, mit den 71 Hilfsbedürftigen wird Basdorf fertig. Mit Wandlitz gerechnet sind nicht einmal ein Prozent der Wandlitzer Asylsuchende.“

Liebehenschel bereitet die Gründung eines Willkommens-Tisches vor. Bernd Pfeiffer, Vorsitzender der Wandlitzer Linken, reagiert besorgt. „Ich finde die Heimlichtuerei ganz schlimm. Das Einzige was hilft, sind Offenheit und Transparenz. Ich sehe auch Gefahren für die gute Willkommenskultur, wenn über Nacht nebenan ein neues Heim entsteht.“

1 Kommentar

23.09.2015 09:46:36 Ex-Wähler

Es muss heißen HEIMLICH

heimisch werden. Je öfter man diesen Artikel liest, um so angewiderter ist man vom „Demokratieverständnis“ dieser „Volksvertreter“.
Verheimlichen, vertuschen und dann Tatsachen schaffen. Alles zum Wohle des Volkes, das nicht verunsichert werden soll. Das Volk soll doch die verordnete Willkommenskultur praktizieren. Zvnischer geht’s nicht. Mal sehen, wie lange noch……

10.10.2015

Olav Schröder 10.10.2015 06:59 Uhr
Red. Bernau

Sorgen, Zweifel und Hilfsbereitschaft

Basdorf (MOZ) Eine verfehlte Bundespolitik, Sorgen um die Sicherheit, Frust über zögerliche Informationen, aber auch die Bereitschaft zu helfen bestimmten die Infoveranstaltung der Gemeinde Wandlitz am Donnerstagabend zur Aufnahme von Flüchtlingen in Basdorf.

Gut besucht: In der Sporthalle wurden die Basdorfer und Bewohner anderer Wandlitzer Ortsteile über die Aufnahme von Flüchtlingen in diesem Jahr informiert. © MOZ/Sergej Scheibe

„Wir alle können nichts für die Situation. Aber wir werden es auch schaffen“, sagte der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel in der ausgesprochen gut besuchten Sporthalle der Grundschule in Basdorf und erhielt Beifall dafür. „Es“ – das ist die Aufnahme von weiteren 80 Flüchtlingen im Ort.

Wie die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant zuvor bestätigt hatte, werden in diesem Jahr in der Gemeinde voraussichtlich insgesamt 289 Flüchtlinge aufgenommen. Im Wandlitzer Übergangswohnheim leben derzeit 100 Menschen, die Aufnahme von 80 weiteren ist geplant. Basdorf hat im Bereich der sogenannten Trödelhalle bereits 13 Flüchtlinge aufgenommen, 80 sollen noch hinzukommen. 16 Flüchtlinge haben Wohnungen erhalten. Die Zahl der Wohnungen soll je nach Verfügbarkeit aufgestockt werden.

Ausgeschlossen für die Aufnahme von Flüchtlingen sei der ehemalige Polizeischul-Standort, da es keinen Wasser- oder Abwasseranschluss und auch keine Heizung gebe. Auch für die Turnhalle in Basdorf gebe es keine Anfrage des Kreises. Über sie werde als Aufnahmeort allein deshalb gesprochen, weil die Gemeinde sie für den Infoabend ausgesucht hatte.

Statt langer Vorträge erhielten die Besucher zügig die Möglichkeit, sich zu äußern. Dabei ging es darum, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge nach Deutschland will und um die Frage, wer für ihre Aufnahme aufkomme. Die Kosten trage ausschließlich das Land, und zwar für den Landkreis als Betreiber von Unterkünften in auskömmlichen Maße, sagte Karin Matlik, Mitarbeiterin des Landkreises. Unterschiedliche Meinungen gebe es über die Höhe der finanzielle Unterstützung, die ein Asylbewerber erhalte. Diese liege noch unter dem Satz für Hartz-IV Empfänger. Oft werde jedoch das Gegenteil angenommen. Jana Radant unterstrich: „Die Gemeinde Wandlitz wird an den Kosten für die Flüchtlinge nicht beteiligt.“

Eine Mutter befürchtet, dass in absehbarer Zeit die Plätze in den Kitas oder Schulen in der Gemeinde nicht mehr ausreichen werden, wenn künftig mehr Kinder von Flüchtlingen aufgenommen werden. Knapp zehn Kinder besuchen derzeit verschiedene Schulen in Wandlitz. „Wir können diese Größenordnung noch steuern“, sagte die Bürgermeisterin, betonte aber auch bei diesem Beispiel, dass sie „klare Regelungen“ in der Bundesrepublik vermisse.

Auch Sorgen vor einer zunehmenden Kriminalität, vor Diebstählen oder gar sexuellen Belästigungen wurden vorgebracht. Thomas Höhns von der Polizeiinspektion wies darauf hin, dass es im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften keine Anzeige zu Belästigungen gebe, wobei die Polizei auch Mitteilungen nachgehe, die sie aus Versammlungen erfahre. Derzeit werde behauptet, dass Flüchtlinge in Discountern Diebstähle begingen. Aber obwohl die Märkte dafür bekannt seien, bei Ladendiebstählen unverzüglich Anzeige zu erstatten, gebe es in diesem Zusammenhang keine.

Auf eine dreijährige Erfahrung mit dem Runden Tisch in Wandlitz kann Peter Dudyka zurückblicken. Wenn es Probleme gibt, sollten auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter angesprochen werden, lautet seine Empfehlung. Die Helfer des Runden Tisches sprechen mit den Bewohnern. Unter diesen gebe es eine rege Kommunikation und Selbsterziehung, so dass viele Dinge auf diesem Weg geklärt werden können. Zudem habe ein Flüchtling kein Interesse daran, seinen Aufenthaltsstatus wegen eines Ladendiebstahls oder eines anderen Delikts zu verlieren.

Auch in Basdorf, so Peter Liebehenschel, werden noch Helfer gesucht, die an einem Runden Tisch mitarbeiten wollen. Im Anschluss an den Info-Abend wurden bereits weitere neue Kontakte geknüpft.

 16.10.2015

Sabine RAKITIN 16.10.2015 05:45 Uhr
Red. Bernau

Staatsehrenpreis für Gärtner Schlestein

Basdorf/Havelberg (MOZ) Die Gärtnerei Schlestein/Hartwig in Basdorf ist einer von sieben Betrieben aus Brandenburg, die zum Abschluss der Bundesgartenschau 2015 mit einem Staatsehrenpreis des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft geehrt wurden.

Der so genannte „Oskar der grünen Branche“ wurde in 16 Kategorien vergeben. Die Basdorfer Gärtnerei erhielt den Ehrenpreis in Bronze für besondere Leistungen im Bereich Grünpflanzen, blühende Topfpflanzen und andere Klassen im Hallenschauwettbewerb auf der Buga. Staatsehrenpreise erhielten in Havelberg all diejenigen, die die höchste Punktzahl über die gesamte Laufzeit der BUGA innerhalb einer Klasse erringen konnten.

Gärtner Erhard Schlestein ist weit über die Grenzen des Landes hinaus für seine Fuchsien berühmt. 800 Sorten nennt er sein Eigen. Rund 170 Schaupflanzen hatte er für eine Fuchsienausstellung an die Buga geliefert. Dafür war der Basdorfer im August von der Deutschen-Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) mit der Großen Goldmedaille ausgezeichnet worden.

18.10.2015

Hans Still 18.10.2015 20:45 Uhr
Red. Bernau

Anzeige nach Asylforum

Basdorf (MOZ) Die jüngste Informationsveranstaltung der Gemeinde Wandlitz zur neuen Basdorfer Asylunterkunft hat ein Nachspiel. Einerseits ermittelt die Polizei wegen sexueller Nötigung gegen Unbekannt. Andererseits schafft die Leiterin des Wandlitzer Lidl-Discounters Klarheit in der Frage, ob der Markt Diebstähle durch Asylbewerber toleriert.

Besorgte Gesichter: Am 8. Oktober diskutierten 600 Wandlitzer zum Thema Asylheim in Basdorf. © MOZ/Sergej Scheibe

Die Flut der Asylsuchenden geht auch an der Gemeinde Wandlitz nicht vorbei. In Lanke, Klosterfelde und Wandlitz wurden fünf Wohnungen aus dem kommunalen Wohnungsbestand für die Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung gestellt. Das Wandlitzer Heim platzt angesichts der Belegung an der Kapazitätsobergrenze aus allen Nähten. Daher wird es binnen weniger Monate um 60 Plätze erweitert.

Der bisherige Schultrakt soll zu Unterkünften umgebaut werden, nichts anderes ist in der Sporthalle vorgesehen. Zudem wurde laut der Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant ein neuer Betreiber für das Heim gefunden – der Landkreis zieht sich damit aus der direkten Zuständigkeit vor Ort zurück. „Die Johanniter Unfallhilfe bekam den Zuschlag als Betreiber des Heimes“, informierte jüngst die Bürgermeisterin.

Bekannt wurde nun allerdings auch, dass im Nachgang zur Basdorfer Informationsveranstaltung zum Thema Asyl die Polizei Ermittlungen wegen einer möglichen sexuellen Belästigung aufgenommen hat. Während dieser Veranstaltung hatte Gemeindevertreter Jürgen Hintze nämlich erklärt, ihm sei von Dritten von einer sexuellen Belästigung einer jungen Frau durch Asylbewerber berichtet worden. Über diesen Vorfall hätte es anschließend ein Anschreiben an die Gemeindeverwaltung gegeben. Allerdings scheint sich in der Verwaltung bislang niemanden zu finden, der dieses Schreiben kennt. „Ich kenne diesen Brief nicht, auch keiner meiner Mitarbeiter“, postulierte Bürgermeisterin Jana Radant in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Sie machte ihrem Herzen Luft, indem sie Hintzes Auftritt in Basdorf als „entsetzlich und eines Gemeindevertreters unwürdig“ charakterisierte. „Sie haben vor 600 Menschen Gerüchte verbreitet und Leute in den Dreck gezogen“, so die klare Ansage der Bürgermeisterin. Auch die Polizei kenne diesen Vorgang nicht.

Hintze konterte: „Richtig, eine Anzeige wurde nicht erstattet. Das heißt aber nicht, dass nichts passiert ist.“ Er sei mittlerweile von der Polizei befragt worden, habe aber sein Wort gegeben, darüber Stillschweigen zu bewahren.

CDU-Fraktionschef Olaf Berlin konnte in dieser Angelegenheit mit aufklärenden Worten beitragen. Er habe als Kriminaldirektor im Nachgang dieser Debatte in Basdorf von Amts wegen bei seinen Kollegen Anzeige erstattet und Hintze als Zeuge benannt. „Ich hoffe, sie werden sich als Gemeindevertreter an der Aufklärung beteiligen“, ließ Berlin Hintze wissen.

Als hilfreich erwiesen sich in dieser Debatte die Ausführungen von Heike Okumus, die den Wandlitzer Lidl-Markt leitet. „Bei uns liegt keine Diebstahlsanzeige gegen Asylbewerber vor. Mir ist aber zu Ohren gekommen, das wäre angeblich der Fall“, wandte sie sich fragend an Jürgen Hintze. Zugleich erklärte sie klarstellend die Verfahrensweise bei Diebstählen. „Die Polizei besucht uns regelmäßig. Dort würden wir auch Diebstähle melden. Jeder Diebstahl wird bei uns zur Anzeige gebracht. Wir haben auch keine Angst vor Racheakten.“

22.10.2015

Hans Still 22.10.2015 06:45 Uhr
Red. Bernau

Zwischen Schritttempo und Selbstanzeige

Basdorf (MOZ) Mit der Überschrift „Sicherheit mobil – ein Programm für Verkehrsteilnehmer 50plus“ wurde am Dienstagabend eine sehr gut besuchte Veranstaltung in der Basdorfer Bibliothek überschrieben. Der Eberswalder Fahrschullehrer Hans-Jürgen Prauße wusste die Senioren zu beeindrucken.

Überzeugt mit praktischer Erfahrung: Hans-Jürgen Prauße unterrichtete jahrzehntelang Fahrschüler und zählt sich mit seinen 65 Jahren selbst zu den Senioren. Er weiß, ältere Fahrer müssen sich im Straßenverkehr besonders vorsehen und auskennen. © MOZ/Sergej Scheibe

Diese Erkenntnis begleitet die wissbegierigen Senioren durch den zweistündigen Abend. „Wir werden den Straßenverkehr da draußen nicht mehr disziplinieren. Uns kann es nur darum gehen, heil und ohne Beulen zu Hause anzukommen“, gibt Prauße den Zuhörern gleich mehrfach zu verstehen. Der mit jahrzehntelanger Berufserfahrung ausgestattete Fahrschullehrer zählt selbst 65 Lenze. Sein silbergraues Haar verrät ihn trotz seines energiegeladenen Auftritts als Senior, gleiches gilt für seine Sprüche. „Wenn wir als Senioren mit Punkten auffallen, haben wir schlechtere Karten bei den Behörden als Jugendliche“, stellt er gleich anfangs in den Raum und erntet Zustimmung.

Nach seiner Meinung auch ein Ergebnis der reißerischen Aufmachungen in den Medien. „Wenn ein Rentner einen Unfall verursacht, steht das immer fett mit seinem Alter in der Schlagzeile. Bei Jugendlichen ist lediglich der Vorname und der Anfangsbuchstabe des Nachnamen zu lesen.“

Weil also Senioren in besonderer Weise gefordert seien, setzt Prauße alles daran, fraglos vorhandene Wissenslücken zu schließen. Das beginnt bei A wie Ampel und endet bei Z wie Zusatzzeichen.

„Wir brauchen im Stadtverkehr einfach länger beim Reagieren auf eine Verkehrssituation. Eine Sekunde Verzögerung hat jeder Fahrer, das bedeutet schon mal 15 Meter Weg. Für uns sind es dann 30 Meter Weg, wir müssen also vorausschauender fahren“, rät Prauße nachdrücklich. Beispielsweise wenn ein Bus mit Warnblicklicht in Richtung der Haltestelle rollt. „Nicht überholen! Wenn er steht, ist lediglich Überholen mit Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Das bedeutet 3,5 bis 7,5 Kilometer pro Stunde. Und das Schritttempo gilt auch für den Gegenverkehr!“ Der erhoffte Aha-Effekt stellt sich bei den Zuhörern sofort ein, nur wenige Gäste kennen diese Vorschrift. „Sonst wird es teuer. Der Staat hat da schon viel Geld eingenommen“, betont der Referent, der auch an diesem Abend im Auftrag des ADAC durch das Land zieht und die für die Zuhören unentgeltlichen Kurse gibt.

Es dauert nicht lange, da steht das aus DDR-Zeiten bestens bekannte Grüne Ampelmännchen im Mittelpunkt. „Kennen wir doch alle, oder?“ ruft Prauße in den Raum und erntet mit dem Vorschlag anzuhalten zustimmendes Kopfnicken. „Aber wir müssen auch drei Sekunden lang stehen, ansonsten gilt die Fahrt als Rotlichtverstoß“, schiebt der Vortragende hinterher. „Und denken Sie bitte auch an die Fußgänger und Radfahrer, die haben nämlich Grün und sind manchmal von Fahrzeugen verdeckt, ehe sie plötzlich auftauchen.“

Ebenfalls eine augenscheinlich einfache, tatsächlich aber immer wieder heikle Situation: das Verhalten im Kreisverkehr. „Wird beim Einbiegen in den Kreisverkehr geblinkt? Nein!“, heißt es da. Heiderose Gürgen, eine drahtige Dame, die mit 76 Jahren noch gern und oft Auto fährt, hat dazu etwas zu sagen. „Ich ärgere mich am meisten, wenn die Autos vor dem Kreisverkehr stehen und die Fahrer nicht von der Stelle kommen, obwohl doch Platz wäre“, beklagt sie sich. Hans-Jürgen Prauße gibt ihr Recht, mahnt trotzdem zur Vorsicht und kommt mit einer Gegenfrage. „Wie verhält sich ein Radfahrer im Kreisverkehr?“ Offenkundig ein spannendes Thema, denn die richtige Antwort hat keiner der Zuhörer auf der Pfanne. Die Aufklärung kommt prompt: „Der Radfahrer sollte im Kreisel nur dann rechts fahren, wenn er die nächste Ausfahrt nehmen möchte. Will er dies aber nicht, sollte er sich links halten, denn dann können die abbiegenden Pkw rechts an ihm vorbei fahren.“

Als höchst kritisches Areal bewertet der Fahrlehrer sämtliche Parkplätze von Discountern und anderen Verkaufseinrichtungen. „Es bumst und knallt auf diesen Parkplätzen, weil oft von gleichberechtigten Straßen ausgegangen und die Regel Rechts vor Links praktiziert wird.Tatsächlich bestimmt aber auf diesen Parkplätze Paragraf eins der Straßenverkehrsordnung das Geschehen und damit gelten Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.“

Die Folgefrage liegt ebenfalls auf der Hand. Wie lange wartet ein Autofahrer bei einem Verkehrsunfall? Hans-Jürgen Prauße lässt sich Antworten sagen und gibt dann selbst einen Rat. „Bei Bagatellunfällen kommt ja die Polizei kaum noch. Wenn der Fahrzeugbesitzer also nicht anzutreffen ist, verlassen Sie sich nicht allein auf den berühmten Zettel hinter dem Scheibenwischer. Damit wurde zu oft Missbrauch getrieben. Ich empfehle eine Wartezeit zwischen 15 und 30 Minuten und dann fahren Sie zur Polizei und erstatten vorsorglich eine Selbstanzeige. Sie geben beide Kennzeichen an. Wenn der Unfallgegener dann die Polizei informiert, ist Ihre Selbstanzeige im Computer.“

Eine Fortsetzung der Schulung ist in Basdorf geplant und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

25.10.2015

Tatjana Littig 25.10.2015 06:55 Uhr
Red. Bernau

Was zu tun ist, wenn Gas brennt

Basdorf (MOZ) EWE Netz veranstaltete am Donnerstag auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule in Basdorf eine Feuerwehrübung. Vor Ort sollten die Kameraden der neun Ortswehren aus der Gemeinde Wandlitz den Gasbrand-Ernstfall üben.

Ein Ding der Unmöglichkeit: Ein Trupp aus Wandlitz versucht den Flächenbrand, ausgelöst durch Erdgas, mit Wasser zu löschen. Kaum scheinen sie das Feuer unter Kontrolle zu haben, entzündet sich das Gas von Neuem und flammt auf. © MOZ/Sergej Scheibe

Es war ein beeindruckender Anblick, der sich den Zaungästen bot: Rund 120 Feuerwehrleute – Männer und Frauen – aus neun Ortswehren der Gemeinde Wandlitz versammelten sich in voller Montur, um gemeinsam zu üben, wie man einen Gasbrand löscht.

Worauf konkret sie sich eingelassen hatten, wusste im Vorfeld der Übung fast niemand der Anwesenden. Einzig Gemeindebrandmeisterin Anke Müller war eingeweiht, hatte sie doch die Übung mit Mitarbeitern von EWE Netz ausgearbeitet und die Einsatzleitung in Basdorf übernommen. Demonstriert wurde ein durch Erdgas ausgelöster Fackel-, Flächen- Kopflochbrand, wie er durch das Beschädigen einer Gasleitung durch Baumaschinenfahrzeuge entstehen kann.

Die ersten Trupps hatten es am schwersten. Sie sollten versuchen, die verschiedenen Brandherde mit Wasser zu löschen. Was im Falle des Fackelbrandes mit Mühe und Erfahrung noch gelang, erwies sich beim Flächen und Kopflochbrand als ein Ding der Unmöglichkeit. Die Trupps gaben sich sichtlich Mühe, probierten unterschiedliche Winkel und Formationen, doch es half nicht: Das ausströmende Gas entzündete sich immer wieder von Neuem. Die Mitarbeiter des Netzbetreibers konnten die Situation schnell entschärfen, indem sie das Gas abdrehten. Trotzdem bedarf es der Feuerwehrleute vor Ort: „Für uns ist wichtig, dass sie den Schadensort absichern, damit keine Gefährdung entsteht“, sagte Günter Schaepe, Netzingenieur von EWE Netz.

Nach dem Wasser kamen Feuerlöscher mit Pulver zum Einsatz. Und schon sah die Sache für die Feuerleute anders aus. „Das Pulver trennt das Feuer vom Sauerstoff“, erklärte Mike Klobe. Der 28-Jährige ist in der Ortswehr in Klosterfelde aktiv. Zweimal war er bei Gasbränden dabei. „In beiden Fällen haben wir das Feuer brennen lassen und nur das Einsatzgebiet weiträumig abgesperrt“, sagt er. Denn selbst, wenn der Brand gelöscht wird: Wenn das Gas nicht abgedreht wird, strömt es nach.

Adrian Prengel und Jan Dochow gelingt es nach einer kurzen Unterweisung durch Mike Klobe, den Kopfbrand zu löschen. Sie sind beide erst seit dem vergangenen Jahr in der Wehr in Klosterfelde dabei und freuen sich riesig über den Übungseinsatz. „Es ist schon ein tolles Gefühl, den Brand gelöscht zu haben“, sagt der sechzehnjährige Jan Dochow.

„Im Ernstfall kommen Gasbrände selten vor“, informiert Gemeindebrandmeisterin Anke Müller. Umso wichtiger ist es, für den Ernstfall gewappnet zu sein. Deswegen nutzen die Wandlitzer Feuerwehrleute die Möglichkeit, die ihnen geboten wird und fordern: „Drei Brandherde auf einmal!“

03.11.2015

Hans Still 03.11.2015 06:06 Uhr
Red. Bernau

Liebehenschel eröffnet sein Bürgerbüro

Basdorf (MOZ) Im Zusammenhang mit der Neueröffnung seines Bürgerbüros am Mittwoch um 17 Uhr in Basdorf, Am Markt 6, hat der Basdorfer CDU-Landtagsabgeordnet Uwe Liebehenschel ein besonderes Angebot für Vereine, soziale Einrichtungen oder Künstler: Sie können in zwei Schaufenstern kostenlos für sich und ihre Arbeit Reklame machen. „Wir werden dabei Wert darauf legen, dass stets Aktualität geboten ist“, „, erklärt Liebehenschel dazu. Wer Interesse an einem Platz für seine Werbung hat, kann sich beim Landtagsabgeordneten bewerben. Es reicht aus, sich mit einer E-Mail an ihn zu wenden. Dabei sollten der Name des Vereins, das Anliegen und der Ansprechpartner genannt werden.

Mails an: buergerbuero@uwe-liebehenschel.de.

04.11.2015

Hans Still 04.11.2015 06:08 Uhr
Red. Bernau

Beifall für den neuen Spielplatz

Basdorf (MOZ) Das Bauen in und an Schulgebäuden gehört für alle Kommunen zu den ewigen Sommerthemen. Wenn die Lehrer und Schüler sich voneinander erholen, legen die Bauleute so richtig los. Nicht anders war es an der Grundschule Basdorf. Allerdings reichte die Ferienzeit nicht ganz aus, um den Spielplatz zu Ende zu bringen.

Hat nun mehr zu tun als früher: Hausmeister Andreas Reif harkt das Ahornlaub zusammen. Im Hintergrund sind die Bänke und die gelben Tische des „Grünen Klassenzimmers“ zu sehen, außerdem die Kletterlemente und die Schaukeln. © MOZ/Hans Still

Am Montag gegen Mittag war es endlich so weit: Nach mehrmonatiger Bauzeit nahmen die Kinder vom neuen Spielplatz Besitz. „Es war irgendwie bewegend, denn plötzlich bekamen wir von den Kindern Applaus“, freut sich Ulf Wittstock, Polier der Eberswalder Firma KIS, noch am Tag danach. Auf alle Spielgeräte habe es einen Ansturm gegeben, die Kinder standen regelrecht an und rutschten, kletterten und spielten wie wild. „Da hat sich die Arbeit doch gelohnt“, resümiert Wittstock, der am Dienstag noch kleinere Restarbeiten in Augenschein nimmt.

Derweil fegt der Wind das Laub über den teilweise frisch gepflasterten Platz. Hausmeister Andreas Reif fängt es mit einer großen Harke ein. „Sicher, ich habe jetzt mehr zu tun als früher. Aber die Kinder freuen sich über die gelungene Gestaltung, sie sind völlig aus dem Häuschen“, erzählt Hausmeister Reif, während er die Schubkarre zum nächsten Baum schiebt. Etliche Ahornbäume und Platanen sind hinzu gekommen, früher gab es nur drei Bäume und eine Sandwüste neben der Basdorfer Grundschule.

Liane Hergt und Lars Gesch vom Wandlitzer Bauamt kennen die Vorgeschichte dieser Baustelle, die insgesamt 300 000 Euro verschlungen hat. „Eine große Summe, ich weiß. Aber wir mussten das Entwässerungssystem komplett erneuern. Das sieht hinterher keiner mehr“, erläutert Liane Hergt eine der Schwierigkeiten. Bauamtsleiter Gesch ergänzt. „Sobald hier etwas mehr Regen fiel, stand der Schulhof voller großer Pfützen. Das mussten wir ändern.“

Im Herbstlicht offenbart der Schulhof seine volle Schönheit. Da sind die zu einem Viereck angeordneten Tische und Bänke, die bei gutem Wetter als „Grünes Klassenzimmer“ genutzt werden können. „Der Zeichenunterricht fand am Montagnachmittag bereits dort statt. Die Kinder haben die Schwarzkiefer in der Mitte abgemalt“, weiß Hausmeister Reif zu berichten. Eine Sonnenterrasse ist entstanden, dort wird im Sommer ein Segeltuch aufgespannt, um Schatten zu spenden. Schaukeln und eine Kletterspinne gehören zu den Neuerungen, wie auch eine Tischtennisplatte, eine riesiger Sandspielbereich oder eine Räuberhütte, die im Frühjahr noch berankt wird. „All diese Elemente sind Wünsche der Kinder, sie wurde 2014 bei der Gestaltung des Platzes einbezogen“, berichten Liane Hergt und Lars Gesch. Im Unterricht hatten sich die Kinder Gedanken gemacht, hatten Spielgeräte aufgemalt und ihre Favoriten für das 2000 Quadratmeter große Areal gesucht. Immerhin kommen an diesem Standort 400 Kinder zusammen.

Wie lange diese Pracht von Dauer sein wird, darüber wagen die Mitarbeiter der Verwaltung nur ungefähre Angaben. „Die Holzelemente sind aus Robinie und damit gegen Feuchtigkeit, Frost und Sonneneinstrahlung sehr widerstandsfähig“, glaubt Baubetreuerin Liane Hergt. Die aus Edelstahl gefertigten Kletterelemente sollten sogar bis zu 30 Jahre lang halten. „Bei der Begeisterung der Kinder sind wohl zunächst keine Beschädigungen zu erwarten“, wagt Bauamtsleiter Gesch eine Prognose. Interessant übrigens auch, dass tatsächlich 200 Tonnen Spielsand angefahren wurden.

11.11.2015

Anjuta Klauke 11.11.2015 06:25 Uhr
Red. Bernau

Wer holt Pokal von Basdorf ?

Basdorf (MOZ) Bereits zum 19. Mal lädt die Abteilung Ju-Jutsu des PSV Basdorf zum Wettkampf um den „Pokal der Gemeinde“ ein. Zu diesem Event haben sich insgesamt 110 Aktive aus zehn Vereinen angemeldet. Die Sportler hoffen auf viele Zuschauer, die Stimmung in der Halle verbreiten. Der Wettkampf findet am Sonnabend, 14. November, ab 9.30 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Basdorf, 16348 Primelstraße 13, statt.

12.11.2015

Rundgang mit Landrat Bodo Ihrke in der ehemaligen Polizeischule

Rundgang mit Landrat Bodo Ihrke in der ehemaligen Polizeischule

 01.12.2015
Matthias Wagner 01.12.2015 04:45 Uhr
Red. Eberswalde

Immer etwas Neues entdecken

Eberswalde/Basdorf (MOZ) Einmal hinter die Kulissen schauen und erfahren, wie eine künstlerische Idee entsteht. Wer möchte das nicht? Der Tag des offenen Ateliers macht’s möglich. Am Sonntag boten 47 Barnimer Künstler aufschlussreiche Einblicke in ihr Schaffen.

Kunst und Wein: Jürgen Boberg und Sybille Kleibrink (3. und 4. v. l.) inmitten ihrer Gäste. Beide stellten ihre neusten Arbeiten vor. © Matthias Wagner

Gerade in der Vorweihnachtszeit bot sich für zahlreiche Besucher natürlich auch die willkommene Möglichkeit, das eine oder andere Geschenk zu erwerben. Gefragt waren insbesondere Keramik und Holz. Dass dabei jedes Stück ein Unikat darstellte, erhöhte den Reiz zusätzlich.

Bei Rosario Rapallini in Eberwalde erwartete die Gäste jedoch ein etwas anderes Erlebnis. Malort Rastros hat die gebürtige Argentinierin ihr Atelier in der Eisenbahnstraße genannt und dahinter verbirgt sich ein Malspiel nach der Idee und dem entsprechenden Konzept des 1924 in Kassel geborenen Pädagogen und Forschers Arno Stern. Zu diesem Zweck stehen je 18 verschiedene Farben mit jeweils drei Pinseln zur Verfügung und jeder Beteiligte darf auf einem an der Wand befestigten Blatt Papier malen, was er will.

Dabei kommt es nicht auf die Qualität oder das Talent des Einzelnen an, sondern vielmehr auf die innere Befreiung beim Zeichnen. Es darf weder über die Arbeiten gesprochen werden, noch eine Bewertung in irgendeiner Form stattfinden. „Jeder soll für sich selbst malen“, erklärte Rosario Rapallini

Der Wandlitzer Maler und Fotograf Jürgen Boberg ist überwiegend in Basdorf anzutreffen, wo sein künstlerisches Schaffen im Haus seiner Lebenspartnerin Sybille Kleibrink ein anregendes Refugium gefunden hat. Sybille Kleibrink ist selbst Künstlerin und so bildet das Paar seit vielen Jahren eine kreative Symbiose der gegenseitigen Inspiration.

Boberg entdeckte bei Ausstellungen die abstrakte Malerei für sich. Diese malerische Ausdrucksweise sei für ihn, wie ein ewig währender Fundus geworden, aus dem man ständig schöpfen könne, so der Ruheständler fasziniert. Anders als bei der mehr oder minder festgelegten, figürlichen Art des Malens, sei man hier beweglicher in Form und Inhalt und entdecke bei jeder Betrachtung immer wieder Neues, beschreibt er begeistert.

Sybille Kleibrinks künstlerische Tätigkeit begann mit eigenen Modeentwürfen bereits in der frühen Jugend. Später gesellte sich Schmuck dazu. „Das bildete für mich eine harmonische Einheit“, so Kleibrink. Aktuell widmet sich die gelernte Schrift- und Grafikmalerin der Plastik. Gerade Ton als Material habe etwas wohltuend Ursprüngliches, das auf anfassbare Weise die Verbindung zur Erde symbolisiere, beschreibt sie. Einige der neueren Arbeiten sollen die heute häufig anzutreffende, arrogante Dekadenz in der Kunst entlarven und der Lächerlichkeit preisgeben, erläutert die Basdorferin.

Gabriele Scheunig, Ulrike Ravenhorst, beide aus Wandlitz und Karina Rady aus Wandlitz fühlten sich wohl in den wohlig warm geheizten Atelierräumen und fanden bei Kaffee und Kuchen viele Anregungen. Sybille Kleibrink und Jürgen Boberg nehmen den Tag des offenen Ateliers jedes Mal gleichzeitig zum Anlass für ein Familientreffen.

Der nächste „Tag des offenen Ateliers“ im Landkreis Barnim findet am 7. und 8. Mai 2016 statt.

04.12.2015

Hans Still 04.12.2015 19:38 Uhr
Red. Bernau

Glühweinduft und Märchenzauber

Ahrensfelde/Basdorf (MOZ) Am zweiten Advent gehören erwartungsgemäß die Weihnachtsmärkte zu den Höhepunkten des Wochenendes. In Basdorf kommt es rund um die Kirche zu einer besinnlichen Weihnachtsfeier. Auch in Ahrensfelde sollte der Spaß nicht zu kurz kommen.

Frisches Brot vom Stock: Diese Aufnahme stammt aus dem Vorjahr und zeigt die Gäste an der Feuerschale. © MOZ/Sergej Scheibe

„Oh du Fröhliche“ gehört zu den Liedern, die mit Sicherheit in Ahrensfelde erklingen werden.

Am Sonnabend ist der Advendsmarkt von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Auf dem nunmehr siebten Ahrensfelder Weihnachtsmarkt dürfen die Gäste wieder über 50 Marktstände, Kinderbelustigungen, Achterbahn, Karussells, Schießbude sowie heiße Getränken und deftige Speisen erwarten. Zwei Tage lang wird der Weihnachtsmann das Zepter auf dem großen Platz zwischen Rathaus und Ortsteilzentrum in Ahrensfelde schwingen.

Geplant von der AG Kultur wird den Gästen am Sonnabend von 14 bis 17 Uhr ein buntes vorweihnachtliches Bühnenprogramm geboten, danach eine Feuershow und ein Höhenfeuerwerk den Tag beenden. Am Sonntag kann man ab 14 Uhr weihnachtlichen Bläserklängen lauschen. Auf die Kinder wartet um 15 Uhr das Puppenspiel „Der gestiefelte Kater“ im Rathaussaal. Nach der Feuershow ab 17 Uhr wird der Weihnachtsmarkt dann langsam seine Pforten schließen.

Ebenfalls am Sonnabend findet der traditionelle Markt „Advent im alten Basdorf“ statt. Dieser beginnt bereits um 12 Uhr. Allerlei ist vorgesehen: Keramik und Töpferwaren, Gefilztes und Patchwork, Stricksachen, Drechslerarbeiten und Kunsthandwerk, Weihnachtsgestecke und Büchertrödel. Oder die kleinen und großen Besucher genießen einfach die kulinarischen Angebote. Vielerlei Süßes, Honig, regionale Spezialitäten wie Wildwürstchen und Wildschwein am Spieß, Schmalzbrote, Flammkuchen und andere herzhafte Angebote aus Topf und Pfanne werden angeboten. Natürlich gibt es auch heiße Glühweine und Säfte, die in der kalten Winterluft Magen und Hände wärmen.

Das ganz Besondere am Advent im alten Basdorf sind die vielfältigen Dinge, die Kinder hier erleben können: Dazu zählen Bastelangebote, Ponys und ein kleiner Streichelzoo, wunderbare alte Spielgeräte. Ein Kinderkarussell und ein Märchenerzähler sorgen für eine zauberhafte Atmosphäre. Der Siedlerverein Basdorf und die evangelische Kirchengemeinde Basdorf laden ein, gemeinsam einen besonderen und stimmungsvollen Sonnabend zu erleben. Die Jagdhornbläser zeigen um 15.30 Uhr ihr Können. Um 16.30 Uhr sind alle zum gemeinsamen Singen in der Dorfkirche eingeladen und um 17 Uhr lässt die Kantorei Wandlitz ihre Stimmen erklingen.

Der Dorfteich in Börnicke stellt zum 18. Mal die Kulisse für den beliebten historischen Adventsmarkt. Liebevoll in ehrenamtlicher Arbeit organisiert vom Verein KulturGut Börnicke und den Dorfbewohnern, ist er schon Tradition in der Region und trotzdem noch ein Geheimtipp. Vom Rummel üblicher Weihnachtsmärkte ist dort nichts zu spüren.

Der Lehmbackofen mit herzhaften Angeboten lockt immer wieder die Besucher an. Der anregende Geruch nach Gebackenem, nach Kaffee, nach heißem Glühwein und Deftigem unterstreicht die vorweihnachtliche Stimmung. Vereinsmitglieder in mittelalterlichen Gewändern vermitteln eine besondere Atmosphäre auf dem Markt. Geschmückte Stände laden zum Stöbern ein. Jede Menge Selbstgebackenes, Gebasteltes und Weihnachtliches erfreuen auch dieses Jahr die Besucher. Kinder basteln, backen Stockbrot über dem Lagerfeuer oder singen Weihnachtslieder mit ihren Eltern.

In der Beiersdorfer Kirchenruine ist ebenfalls am Sonnabend ein besonderes Krippenspiel erleben. Zu den Darstellern der Weihnachtsgeschichte gehören nicht nur die Beiersdorfer Kinder, sondern auch Schafe und ein Esel. Ab 14.30 Uhr kann man sich auf dem Dorfplatz unter der Eiche zu einem kleinen Adventsfest zusammenfinden. Um 16 Uhr beginnt das Krippenspiel. Der Posaunenchor aus Biesenthal sorgt dabei für die adventliche Musik. Das Innere der Kirchenruine wird mit Strohballen, Feuerschale und der Krippe in die Kulisse für die Weihnachtsgeschichte verwandelt. Eingebettet ist das Spiel in den kleinen Beiersdorfer Adventsmarkt. Es gibt Kaffee und Kuchen, Glühwein und Würstchen. Im warmen Pfarrhaus werden Weihnachtslieder gesungen. Zu den Dörfern des Pfarrsprengels Beiersdorf gehören Melchow, Grüntal, Tempelfelde, Schönfeld, Beiersdorf, Freudenberg und Tiefensee.

07.12.2015

Renate Meliß und Hans Still 07.12.2015 06:50 Uhr
Red. Bernau

Abseits vom Weihnachtskommerz

Basdorf/Börnicke (MOZ) Abseits des großen Weihnachtstrubels haben sich in Basdorf und Börnicke zwei Märkte etabliert, die noch an den Ursprung des Festes erinnern. Besinnlich und beschaulich geht es zu, Holzfeuer knistert. Kinder fahren auf Karussells, die aus Holz gefertigt wurden.

Handarbeit: Claus Hoffmann (r.) zeigt in Basdorf seine Schnitzarbeiten und verkauft Krippen, Pilze und Räuchermännchen. Günter und Giesela Barz haben sich schon etwas ausgesucht. © MOZ/Sergej Scheibe

Dieser Anruf lässt aufhorchen. „Wir brauchen noch zwei Flaschen Rum mit 40 Prozent.“ Als der Basdorfer Pfarrer Albrecht Preißler per Telefon seine Bestellung aufgegeben hat, wendet er sich am Glühweinstand wieder den Kunden zu. Nicht nur er hat am Sonnabend gut zu tun. Gemeinsam mit dem Siedlerverein verantwortet die Badorfer Kirchchengemeinde den Adventsmarkt, der von Einheimischen und Touristen beinahe überlaufen wird. An der Hinterseite der Kirche genießt Försterin Birgit Großmann die Aufmerksamkeit, die sie mit ihren drei Kollegen am Jagdhorn bekommt. „Alter Aufbruch“ verheißt das Signal, dass die Vier in den Abendhimmel entsenden. Attila, eine Tiroler Bracke, bellt und singt dazu – das Publikum ist begeistert und applaudiert am Ende.

Über interessierte Kunden darf sich auch der Basdorfer Claus Hoffmann freuen, der handgefertigte Krippen, Räuchermännchen und Bergwerksmänner anbietet. Selbst die Schindeln der Krippe wurden mit eigener Hand geschnitzt. „Nichts mit Made in China“, stellt er klar. Unterstützung beim Verkauf bekommt er von Andreas Simon, er war mit seiner Frau vor fünf Jahren einer der Mitbegründer des Basdorfer Marktes. „Wir waren damals sehr unzufrieden mit dem Kommerz-Weihnachtsmarkt in Basdorf, das war vor fünf Jahren die Geburtsstunde dieses Marktes“, berichtet Simon. Als Geheimtipp lässt sich der Markt nicht mehr bezeichnen. 2014 fanden über 2000 Gäste zum Areal rund um die Kirche. „Diese Zahl wird in diesem Jahr übertroffen“, schätzt Andreas Simon ein.

Auch in Börnicke klingt alles irgendwie nach Familie. Man fühlt sich wohl und hat Zeit füreinander. Niemand drängelt. „Es ist eigentlich so wie immer, nämlich schön gemütlich“, beschreibt Eckehard Koch vom Kulturgut-Verein, der den Markt wieder gemeinsam mit der Lokalen Agenda21, Freunden des Kulturgut-Vereines und Berlinern, die Jahr für Jahr ebenfalls dabei sind, organisiert hat. Der Geheimtipp unter den weihnachtlichen Märkten hat sich gemausert und ist erfreulicherweise doch immer das geblieben, was er von Anfang an gewesen ist – ein Markt mittelalterlichen Flairs, mit Ständen, an denen ausschließlich Handarbeit angeboten wird. Ein Markt, wie er vielleicht früher einmal war. Ein gemeinsames Weihnachtsliedersingen unter Leitung von Wilfried Staufenbiel eröffnet den Börnicker Adventsmarkt. Der Lehmbackofen hat inzwischen die richtige Temperatur. Es duftet verlockend. Glühwein und heiße Suppe gehen hier besonders gut, denn es weht ein eisiger Wind vom See.

Da sind die dicken Wollsachen, die Tanja Höppner aus Tempelfelde  verkauft, gerade richtig. Am Stand daneben bietet Antje Cremerius aus Börnicke heißen Tee aus 27 Kräutern an. Der schmeckt richtig gut. „Ich habe sie alle selbst in meinem Garten gesammelt und getrocknet“, erzählt sie. Es gibt noch Gelee aus Rosen und anderen Früchten. Schön ist es auch, dass viele Neu-Börnicker den kleinen Adventsmarkt entdeckt haben. Ein Stück Heimat mit der Möglichkeit, sich dem Ort verbunden zu fühlen.

Gabriele Koch erzählt von einem neuen Projekt des Vereines Geschichtenreich, den sie gegründet hat. Von dem Stück Dorfanger mit alten Gebäuden, auf dem einmal ein kleines Zimmertheater im Stil des 19. Jahrhunderts entstehen soll. „Das ist mein Traum“, so die Puppenspielerin. Aber mehr verrät sie noch nicht.

16.12.2015

Beitrag in der MOZ über Waltrud Strebe in der Reihe Ein Herz für andere

 Die Arbeiterwohlfahrt hält jung

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