Basdorf in der Presse 2016

12.02.2016

Hans Still 12.02.2016 06:20 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Planstraße wird zum Iskin-Ring

Basdorf (MOZ) Auf dem Gebiet der ehemalige Landespolizeischule sollen eine der Planstraßen den Namen „RenéIskin-Ring“ bekommen. Iskin lebte von 1921 bis 2005, er war einer der französischen Insassen des Basdorfer Fremdarbeiterlagers und Zimmergenosse von Georges Brassens (1921-1981). Iskin gilt als erster Interpret von Georges Brassens Lieder. Er sang im Casino des Fremd- und Zwangsarbeiterlagers, begleitet von Brassens am Klavier. Iskin kehrte2003 erstmals nach 59 Jahren nach Basdorf zurück. 2006 schrieb er das Buch „Dans un camp“ über seine Erinnerungen an das Lager in Basdorf sowie über die Freundschaft zu Georges Brassens. Der Basdorfer Ortsbeirat und der Hauptausschuss stimmten dieser Idee zu. Über die französische Botschaft sollen nun mögliche Nachfahren ausfindig gemacht werden, um ihre Zustimmung einzuholen.

28.02.

Hans Still 28.02.2016 07:45 Uhr
Red. Bernau

Integration durch einfachste Arbeiten

Basdorf (MOZ) In Sachen Integration von Asylbewerbern kristallisiert sich ein zentrales Problem heraus: Ohne Kenntnisse der deutschen Sprache kann Integration nicht ansatzweise gelingen. Nun werden Ideen für Lösungen gesucht. Der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel beteiligt sich daran.

Ideengeber: Peter Liebehenschel steht vor einer der Baracken auf dem ehemaligen Polizeischulgelände in Basdorf. Dort könnte das von ihm vorgeschlagene Projekt für Asylsuchende starten. © MOZ/Sergej Scheibe

Es war jüngst beim Handwerkerabend der Gemeinde Wandlitz, als Peter Liebehenschel das Wort ergriff und innerhalb einer Diskussion über Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylbewerber seine Meinung zum Thema Integration kundtat. „Es ist doch etwas überraschend, aber wir müssen das ehrlich so benennen: Die meisten Asylbewerber sind Analphabeten und können weder mit einem Hammer noch mit einem Zollstock umgehen. Von einer abgeschlossenen Schulausbildung reden wir gar nicht.“ Dies, so der Ortsvorsteher weiter, dürfe allerdings nicht dazu führen, die Menschen ihrem Schicksal zu überlassen.

Und so wartet Liebehenschel mit einer Idee auf, die er zuvor schon auf einem DIN-A-4-Blatt mit der Überschrift „Integration sofort“ zusammengefasst hat. Darin fordert Liebhehenschel eine unkomplizierte Eingliederung in den Arbeitsprozess. Asylbewerber mit Bleiberecht sollten einen Trainingskurs belegen, der sie befähigt, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Ausdrücklich solle dies laut Liebehenschel auch für Analphabeten gelten. „Wir sollten die Menschen anhand verschiedener Vorqualifikationen ähnlich wie bei einer Teilberufsausbildung trainieren“, so die Ideen des Ortsbürgermeisters.

Der Vorschlag Liebenhenschels sieht vor, eine Baracke auf dem Basdorfer Polizeischulgelände durch die Arbeit von Asylbewerbern und deutschem Personal zu ertüchtigen und bei dieser Gelegenheit Grundfertigkeiten und deutsche Sprachkenntnisse zu vermitteln. „Das Ehrenamt sehe ich da eher nicht, damit würden wir die ohnehin schon am Limit hilfsbereiten Kräfte überfordern.“

Stattdessen schlägt Liebehenschel vor, ehemalige Meister und Gesellen aus dem Rentenstand zu reaktivieren und sie mit einem Entgelt zu motivieren, diese Bildungsaufgabe anzunehmen. „Wir kennen das doch alle, bei der gemeinsamen Arbeit wird man miteinander warm, da lernt man sich kennen und lernt schnell dazu“, fasst der Ortsbürgermeister zusammen.

Die Reaktionen auf diesen Vorschlag bleiben bislang überschaubar. Die Handwerkskammer habe auf ein Anschreiben nicht reagiert, ebenso wenig das Evangelische Jugendfürsorgewerk (EJF), das sich seit einiger Zeit vermehrt um die Betreuung von Asylbewerbern kümmert. Immerhin hätte der Wandlitzer Kämmerer, Christian Braungard, signalisiert, dass es grundsätzlich möglich sein, eine der Baracken auf dem Polizeischulgelände zu übernehmen.

Heiko Kühn, der als Sachgebietsleiter für das Gebäudemanagement der Gemeinde Wandlitz zuständig ist, bewertet das Anliegen positiv. „Wir hatten Flüchtlinge des Wandlitzer Heimes in den Weiten des Barnim-Panoramas Laub fegen lassen. Die Männer waren anfangs sehr geschafft, hatten aber Freude daran und erledigten ihre Arbeit zuverlässig. Außerdem kam es zu ersten Gespräch mit den Mitarbeitern, und manchmal wurde auch Fußball gespielt.“

01.03.2016

Hans Still 01.03.2016 19:50 Uhr
Red. Bernau

Onleihe-Portal gestartet

Basdorf (MOZ) Sechs Barnimer Bibliotheken haben gemeinsam die Online-Ausleihe von Medien gestartet. Ob eBook, CD, Zeitungen oder im geringen Umfang auch Videos: Wer bei seiner Bibliothek angemeldet ist und über einen PC samt Internetanschluss verfügt, kann sich rund um die Uhr bedienen.

Einfach zu bedienen: Andreas Otto, Michael Möse, Claudia Schmid-Rathjen und Ute Köhler (v.l.) sind beim scharfen Start der Onleihe-Plattform dabei. Der Zugang findet sich auf den Internetseiten der beteiligten Gemeinden.     © MOZ/Sergej Scheibe

Den Satz des Tages formulierte am Dienstag die Basdorfer Bibliotheksleiterin Ute Köhler. „Wer Bücher liest und liebt, der fährt Hybrid.“ Mit diesem Slogan hatte sie die Lacher auf ihrer Seite und zugleich eine gängige Formel für das mutmaßliche Nutzerverhalten gefunden.

Wer das brandneue Onleihe-Angebot möchte, der muss zuvor nämlich bei einer der angeschlossenen Bibliotheken registriert sein. Und das geht nur analog. Was nichts anderes bedeutet, als dass sich die Nutzer in Bernau, Wandlitz, Joachimsthal, Panketal, Biesenthal oder Eberswalde persönlich in der Bibliothek ihrer Wahl vorgestellt, einen Antrag ausgefüllt und unterschrieben haben. „Es geht nicht anders, wir benötigen die originalen Unterschriften“, bestätigt Andreas Otto von der Bernauer Bibliothek.

Mehr als 30 000 Euro nahmen die Bibliothekare in die Hand, um insgesamt 2300 Medien einzukaufen, die ab sofort mit verschiedenen Leihfristen zu Hause gelesen werden können. Der größte Fundus bietet Belletristik und damit Romane, Thriller, Biografien, Erzählungen oder was auch immer. „Wir reagieren auch auf Bestellungen. Trauen Sie sich“, ermunterte am Dienstag die Wandlitzer Kulturamtsleiterin Claudia Schmid-Rathjen die Besucher einer Einführungsveranstaltung zur Onleihe.

Auf der Plattform lässt es sich denkbar einfach navigieren. Quasi intuitiv findet der Nutzer die Angebote, aufgeteilt nach eBook, eAudio, ePaper oder eVideo. Bei den Büchern wird nach Neuerscheinungen oder besonders beliebten Büchern unterschieden. Es gibt inhaltliche Zusammenfassungen wie Sachbücher und Ratgeber, Kinder- und Jugendliteratur. Natürlich können die Nutzer ihre Lieblingsautoren suchen. Wer beispielsweise nach Dan Brown sucht, der findet etliche seiner Bestseller, angefangen bei „Sakrileg“, „Illuminati“ oder „Meteor“.

Ebenfalls interessant: Dieverse Zeitungen und Zeitschriften sind online verfügbar. Ob nun „Der Spiegel“ oder „Die Welt“ oder aber „Auto, Motor, Sport“ für den Jahresbeitrag von zwölf Euro ist das Lesen dieser Produkte inklusive. Wie im analogen Leben können nicht alle Medien unlimitiert zur Verfügung gestellt werden. Liegt ein Buch im Warenkorb eines Online-Nutzers, so können andere Nutzer dieses Buch maximal vorbestellen. Überschaubar ist hingegen das Musikangebot. Eine Kindergarten-Lieder-Box, eine Verdi-, Mozart- oder eine Wagner-CD finden sich. Und wer auf die größten Hits der nicht mehr ganz jugendlichen Interpretin Joan Baez steht, der wird ebenfalls fündig.

Für Andreas Otto von der Bernauer Bibliothek stellt das bisherige Angebot ohnehin nur einen Anfang dar: „Es war keineswegs leicht, alle Gemeinden unter einen Hut zu bekommen. Allein dafür brauchten wir vier Jahre. Aber jetzt sind wir gestartet und wollen pro Jahr 700 bis 800 Medien dazu kaufen.“

Die heruntergeladenen Medien können übrigens nicht kopiert werden.

Zugang zum Portal über die Homepage der Gemeinde Wandlitz http://www.wandlitz.de

08.03.2016

Hans Still 08.03.2016 08:00 Uhr
Red. Bernau

Beim Rettungsdienst abserviert

Basdorf (MOZ) Das Ende kam plötzlich und überraschend: Die zum Landkreis gehörenden Rettungsdienst GmbH wird ihre neue Rettungswache nicht auf dem Basdorfer Polizeischulgelände anmieten. Den Vorzug bekam jetzt ein privater Bauherr, der marginal billiger vermietet.

© MOZ/Sergej Scheibe

Der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard spricht von einem „ärgerlichen Vorgang“, die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant hinterfragt nicht minder verärgert und gleichsam verwundert die „interkommunale Zusammenarbeit im Landkreis“. Mehrere Monate lang plante die Gemeinde Wandlitz eine neue Rettungswache für die Rettungsdienst GmbH, weitestgehend nach den Vorstellungen der Geschäftsführerin Anita Stahnke, wie Braungard und die Bürgermeisterin bestätigen.

Unterkommen sollte die neue Basdorfer Rettungswache auf dem ehemaligen Polizeischulgelände. Gleich neben der B 109 befindet sich das frühere Wachgebäude, das nach Meinung aller Beteiligten bestens geeignet erschien, um der Rettungswache den dringend benötigten Raum zu bieten. Eine Fahrzeughalle für zwei Fahrzeuge und entsprechende Räumlichkeiten für das Personal waren geplant worden. Der Mietpreis sollte 8,50 Euro je Quadratmeter betragen.

20 000 Euro Planungskosten investierte die Gemeinde, die auf einen Projektverbund setzte. Im denkmalgeschützten Wachgebäude waren ferner Vereinsräume für den Polizeisportverein und ein Gemeindezentrum vorgesehen. Die Wandlitzer Gemeindevertreter waren von diesem „Multifunktionskonzept“ überzeugt und beschlossen im September 2015 die Umsetzung. Schon damals musste Braungard immer wieder die Frage beantworten, ob der Mietvertrag mit der Rettungsdienst GmbH sicher sei. „Die Entscheidung des Aufsichtsrates zum dann erfolgten verbindlichen Mietangebot erschien als reine Formsache“, wiederholt Braungard heute seine damalige Antwort.

Der Gemeinde war in einer früheren Projektphase zwar bekannt, dass der Barnimer Rettungsdienst auch alternative Angebote prüft beziehungsweise prüfen musste, da die Entscheidung der Gemeindevertretung einige Zeit lang ausstand. „Wir sahen uns mit unserem Angebot jedoch sowohl hinsichtlich der Höhe des Mietangebotes, das bei 8,50 Euro je Quadratmeter und Monat lag, als auch durch die langjährig gute Zusammenarbeit mit der kreiseigenen Gesellschaft als Favorit. Ferner haben wir flexibel auf die Grundrisswünsche des Rettungsdienstes reagiert und mehrere Varianten zur Auswahl angeboten“, bestätigt auch die Wandlitzer Rathauschefin.

Dass das siegreiche Angebot nur marginal preiswerter als die Wandlitzer Offerte ist, führt Braungard unter anderem auf die Öffentlichkeit der Beschlussvorlage zurück. „Jeder Interessierte konnte nachlesen, wo unser Angebot lag. Da hat dann wohl jemand genau gerechnet und wusste Bescheid“, ärgert sich Braungard. Nach seinem Wissen entsteht die neue Rettungswache nun gegenüber der Basdorfer Feuerwehr, dort wurde seit Jahren eine größere Fläche zum Kauf angeboten. Die Miete sei geringfügig niedriger, die Mietfrist beträgt nur zehn Jahre. Ob der private Bauherr nun auch zum Jahresbeginn 2017 den Bau bezugsfertig bereitstellen kann, muss die Rettungsdienst GmbH nun hoffen. Der Mietvertrag mit der Gemeinde Wandlitz läuft nämlich zum Jahresende 2016 aus.

Geschäftsführerin Anita Stahnke von der Rettungsdienst GmbH versichert indes, genau das beste für die Bürger entschieden zu haben. „Mit dem Aufsichtsrat hatten wir eine Entscheidung für den Rettungsdienst zu treffen, das haben wir verantwortungsbewusst gemacht“, erklärte sie am Montag. Der Standort sei optimal und würde auch für Stolzenhagen die Rettungsfristen sichern, was am Ortseingang von Basdorf nicht der Fall gewesen wäre. Fertigstellungstermin, Funktionalität und Mietpreis seien weitere Kriterien, die für das private Angebot gesprochen hätten. Dass die Gemeinde bereits Planungsgelder in die Hand genommen hat, kommentiert Anita Stahnke so. „Wir haben keinen Mietvertrag vereinbart. Wenn jemand in Vorgesprächen ist und dennoch investiert, dann ist er auch für diese Entscheidung verantwortlich.“

Die Gemeinde Wandlitz sucht indes einen neuen Interessenten für den gewerblichen Teil des Wachgebäudes. Zirka 140 Quadratmeter Fläche stehen zur Verfügung, ganz in der Nähe wird der Arbeitersamariterbund (ASB) eine Tagespflege errichten. „Wir sind zuversichtlich, es wird sich ein neuer und passender Mieter finden. Aber natürlich werden wir das Projekt der Gemeindevertretung erneut vorlegen“, zeigt sich Bürgermeisterin Radant zuversichtlich.

11.03.2016

Hans Still 11.03.2016 08:00 Uhr
Red. Bernau

Arbeitsagentur bietet Assistenz an

Basdorf (MOZ) In der „Woche der Ausbildung“ stellt die Eberswalder Agentur für Arbeit die Suche nach Fachkräften in den Fokus. Dazu begeben sich die 16 Vermittler für Ausbildungsstellen in die Betriebe. Robert Zimdars besuchte am Donnerstag die Dictator Technik GmbH in Basdorf.

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Dictator-Geschäftsführer Andreas Matthies und der künftige CNC-Zerspannungsmechaniker Thomas Weißelberg erklären Robert Zimdars (v. l.) von der Arbeitsagentur die Vorgänge an der computergestützten Arbeitsmaschine.    © MOZ/Sergej Scheibe

Gasfedern, Öldämpfer, Türschließer und Türöffnungsbegrenzer sind das Hauptgeschäft der Basdorfer Firma Dictator Technik GmbH im Sandweg 3. Innerhalb einer Tagesfrist bekommen Kunden dringend benötigte Neuteile zugeschickt, selbst die Konstruktion von Bauteilen findet teilweise in Basdorf statt. 3,4 Millionen Euro Umsatz generiert das produzierende Unternehmen mit den 25 Mitarbeitern jährlich. „Unser Erfolg beruht auf der Qualität unserer Produkte. Aber ohne das passende Team wäre alles undenkbar“, urteilt Geschäftsführer Andreas Matthies aus berufendem Munde.

Für ihn zählen die Auszubildenden unweigerlich zum Team dazu, sie sollen schließlich einmal selbst den Kern des Mitarbeiterstammes bilden. „Wir bilden immer über den Bedarf aus. Niemand weiß, was in drei Jahren anliegt. Unsere Firma wächst und expandiert“, unterstreicht Matthies seine Sicht.

Das vertrauensvolle Zwiegespräch mit Ausbildungsstellenvermittler Zimdars verdeutlicht, beide arbeiten intensiv zusammen, denn nicht immer läuft bei Jugendlichen alles nach Plan. „Wir müssen uns umstellen: Jugendliche haben mitunter nicht die Noten und die Kenntnisse, die wir uns wünschen würden. Und auch im sozialen Bereich läuft nicht alles nur geradeaus“, deutet Matthies an. Für Sebastian Danitz, Teamleiter beim Arbeitgeber-Service, ein geeignetes Stichwort, um das neue Programm „assistierte Ausbildung“ vorzustellen. Über 40 dieser Stellen verfügt die Arbeitsagentur im Barnim aktuell, 19 Stellen sind bereits vergeben. Während der gesamten Ausbildungszeit erhalten die Jugendlichen je nach Bedarf Nachhilfeunterricht und ein Sozialarbeiter gibt Unterstützung bei persönlichen oder schulischen Problemen. Der regelmäßige Austausch mit dem Arbeitgeber und dem unmittelbaren Ausbilder kann darüber hinaus helfen, frühzeitig Schwierigkeiten zu erkennen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Immerhin 300 Barnimer Firmen wurden in den vergangenen Tagen von der Arbeitsagentur angeschrieben, um für das neue Projekt zu werben.

Barnimer Firmen meldeten übrigens für das neue Ausbildungsjahr 600 Ausbildungsplätze, bislang signalisierten 584 Bewerber Interesse an der Beratung zu einer Ausbildung.

Geschäftsführer Matthies nutzt die Öffentlichkeit, um die nähere Zukunft der Firma zu umreißen. So plant Dictator innerhalb von zwei, drei Jahren den Umzug von Basdorf nach Bernau. „Die Bernauer Stadtverordneten entscheiden am Donnerstagabend, ob wir in Rehberge ein 15 000 Quadratmeter großes Grundstück erwerben können. Damit wären wir für die nächsten Jahre zukunftssicher aufgestellt.“ Auf 4000 Quadratmeter Land beabsichtigt das Unternehmen, im ersten Bauabschnitt Gewerbe- und Büroflächen zu etablieren. Weitere 3000 Quadratmeter Land stünden als Option für einen zweiten Bauabschnitt zur Verfügung. Immerhin fünf Millionen Euro veranschlagt Dictator für den Umzug.

Der Gang durch die Firmenräume verdeutlicht auch für Zimdars und Danitz das Leistungsvermögen der Firma. So lenkte Geschäftsführer Matthies die Aufmerksamkeit auf eine CNC-gesteuerte Doppelspindel-Drehmaschine, an der Auszubildender Thomas Weißelberg gerade Kolbenstangen dreht. Chromhaltigen C45-Stahl, ein teures Material mit sehr hoher Zugfestigkeit, bearbeitet der künftige CNC-Zerspanungsmechaniker. „Tom hat bei uns mit einer zweijährigen Ausbildung zum Anlagenmechaniker begonnen. Aber er war so gut, dass wir mit ihm die jetzige Ausbildung verabreden konnten. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Leistung“, lobt Matthies.

13.03.2016

Hans Still 13.03.2016 07:45 Uhr
Red. Bernau

Basdorf will für sein Wachgebäude werben

Basdorf (MOZ) Der Basdorfer Ortsbeirat hat sich am Mittwochabend mit der Zukunft des ehemaligen Wachgebäudes auf dem alten Polizeischulgelände auseinandergesetzt. Hintergrund ist die Absage der Rettungsdienst GmbH des Landkreises, die statt auf dieser Immobilie auf einem privaten Areal in Basdorf ein noch zu erstellendes Gebäude als Rettungswache anmieten möchte. Ortsvorsteher Peter Liebehenschel zeigte sich von der Absage irritiert. „Ich finde das alles sehr schofelig, im schlimmsten Fall wurden hier 20 000 Euro Planungskosten in den Sand gesetzt“, so Liebehenschel.

© MOZ/Sergej Scheibe

Frank Bergner (Linke) erinnerte indes an die Zusagen, die Kämmerer Christian Braungard den Gemeindevertretern gegeben hatte. „Die Verwaltung hat dargestellt, es sei völlig klar, dass dieser Mieter in das Wachgebäude ziehen wird. Wir können nicht immer wieder auf diese Weise Geld ausgeben“, mahnte Bergner und hinterfragte Braungards Doppelfunktion. „Unserer Kämmerer ist zugleich Geschäftsführer der Basdorfer Entwicklungsgesellschaft. Diese Interessen könnten kollidieren.“

Michael Siebert erinnerte derweil an die beabsichtigte Wirkung, die von der Sanierung des Wachgebäudes ausgehen sollte. „Mit diesem Projekt wollten wir eine Initialzündung setzen und zeigen, hier geht etwas los. Es wäre fatal, wenn das jetzt ausbleiben würde.“ Liebehenschel und Siebert verständigten sich schließlich auf eine gemeinsame Position: Durch gemeinsame Gespräche mit den Fraktionen der Gemeindevertretung solle im Vorfeld Übereinstimmung erzielt werden, das Wachgebäudes dennoch wie beabsichtigt zu sanieren. „Schlimmstenfalls richten wir den Gewerbeteil her, sodass ein entsprechender Mieter beste Bedingungen vorfindet. Wenn das ein privater Investor übernehmen würde, hätte die Gemeinde die Hälfte der Kosten“, zeigten sich die Anwesenden überzeugt. „Vielleicht reicht dann schon die Miete des Polizeisportvereins“, zeigte sich Liebehenschel hoffnungsvoll.

14.03.2016

14.03.2016 07:50 Uhr
Red. Bernau

Chansons zwischen Aleppo und Paris

Basdorf (id) Statt Vorträge zu halten und Denkmäler einzuweihen, praktizieren die Basdorfer eine andere Art der Erinnerung, die ins Ohr und von dort ins Herz geht: Sie singen Chansons. Doch nicht nur die Vergangenheit, auch aktuelle Konflikte und Schicksale fanden beim Jubiläumskonzert am Sonnabend ihren Ausdruck.

Der 24-jährige Walid Habash singt so eindringlich, dass die Bilder seiner zerstörten Heimat Syrien ganz allein vor dem inneren Auge seiner Zuhörer entstehen.       © Inga Dreyer

Seit zwölf Jahre gibt es den Verein „Brassens in Basdorf“, der mit seinen Liederabenden eine lebendige Erinnerung an den berühmten französischen Chansonnier Georges Brassens pflegt. Brassens war von 1943 bis 1944 im Ort zur Zwangsarbeit verpflichtet worden. Anlässlich des Vereinsgeburtstag spielt Ortsvorsteher Peter Liebehenschel ein Lied, das er vor zwölf Jahren schrieb und in dem er den Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich verarbeitet. „Hilflose, alte müde Männer verspielten unser Land“, singt er. „Im Größenwahn überrollten sie euer Land.“

Eindrücklich lassen die Basdorfer mit ihrer Musik die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus lebendig werden, doch sie bleiben nicht dort stehen. Sie holen die Gegenwart in die Basdorfer Festscheune – in Person von Walid Habash, einem kurdischen Flüchtling aus der Nähe der nordsyrischen Stadt Aleppo. Kaum hat er die Bühne betreten, nimmt der lächelnde junge Mann in weißen Turnschuhen, schwarzen Hosenträgern und Fliege das Publikum für sich ein. Auch Walid Habash hat Geschichten vom Krieg zu erzählen – doch bei ihm sind sie Gegenwart. Auf Arabisch singt er über seine Heimat, die seit Jahren im Bürgerkrieg versinkt. Eigentlich sollten bei dem Lied Bilder aus dem zerstörten Syrien gezeigt werden. Das ist aber gar nicht nötig. Walid Habash singt so eindringlich, die Augen geschlossen, die Hände zum Himmel erhoben, dass die Bilder ganz von alleine vor dem inneren Auge der Zuschauer entstehen.

Vor sieben Monaten ist der 24-Jährige im Flüchtlingsheim in Wandlitz untergekommen, inzwischen wohnt er bei einer Basdorfer Familie. In Syrien hat er Biologie studiert, nun wolle er aber seiner eigentlichen Leidenschaft nachgehen und etwas mit Medien machen, erzählt er. Von Georges Brassens habe er bis vor Kurzem noch nie etwas gehört. Arabische und europäische Musik seien so unterschiedlich, erklärt er. Umso erstaunter sei er über die Begeisterung der deutschen Zuhörer gewesen. Für das Konzert der Basdorfer hat auch er ein Stück von Brassens vorbereitet, das er mit einem arabischen Text singt.

Auf Polnisch, Russisch, Dänisch und Spanisch habe man Brassens ins Basdorf bereits gehört, jedoch noch nie auf Arabisch, erzählt Moderatorin Isabel Neuenfeldt. Das versteht vor Ort kaum jemand – aber ist das mit Französisch nicht genauso? Als die Basdorfer vor zwölf Jahren erfahren hätten, dass ein berühmter Franzose als Zwangsarbeiter im Ort gewesen war, habe niemand Brassens gekannt, erzählt Bürgermeister Peter Liebehenschel. „Das kannten nur Studienräte in Westberlin.“

Seitdem engagiert sich der Verein für einen Austausch zwischen Frankreich und Deutschland, aber auch zwischen Berlin und dem Brandenburger Umland. Aus der nahen großen Stadt sind bekannte Gesichter mit neuem Programm gekommen: Lutz Keller spielt an der Gitarre Lieder und Blues-Stücke auf Deutsch, bevor Corinne Douarre die Bühne übernimmt. Mit ihrer Autoharp, einem der Zither ähnlichen Instrument, spielt sie in Begleitung des Gitarristen Jonathan Bratoeff Chansons und erklärt auf charmant-witzige Art ihre Texte. Fulminant geht der Abend mit dem Auftritt von Isabel Neuenfeldt am Akkordeon und ihrem neuen Begleiter Giovanni Reber an der Geige zu Ende. Mit Leidenschaft und einer guten Portion Weltschmerz singt sie von dem alten Pariser Straßenmusikanten Léon, aber auch davon, für die eigenen Ideen zu sterben.

Professionelle Chansonniers, begeisterte Laien und eine familiäre Atmosphäre: Das ist die Mischung, die immer wieder Menschen nach Basdorf zieht. Aus Südhessen etwa ist Gerhard Kismann angereist. Mitgebracht hat er ein Fotoalbum, dass Bilder von ihm mit seinem Freund Georges Brassens zeigt.

Wenn er zum nächsten Konzert kommt, wird sich die Riege im Hintergrund verändert haben. Nach zwölf Jahren sei es Zeit für einen Wechsel gewesen, erzählt die langjährige Vorsitzende Marion Schuster. Vor Kurzem wurde ein neuer Vorstand gewählt: Martina Stegmann, Bénédicte Janoty, Peter Liebehenschel und Donald Schliep werden zum nächsten große Brassens-Festival laden – im September dieses Jahres zwischen Bernau und Berlin.

http://www.festival-brassens.info

29.03.2016

Hans Still 29.03.2016 20:15 Uhr
Red. Bernau

120-Betten-Heim in Basdorf geplant

Basdorf (MOZ) In der Gemeinde Wandlitz könnte ein weiteres Pflegeheim entstehen. Die Investorin Michaela Wolter beabsichtigt, die marode Immobilie an der Basdorfer Waldheimstraße 9 a abzureißen und eine Einrichtung mit 120 Plätzen in Auftrag zu geben.

Debatte im Basdorfer Ortsbeirat: Lonie Pfeiffer, Stefan Peters und Thomas Rüdiger (v.l.) studieren die Unterlagen, die die Planer Stephan Skalda und Reinhard Geiger im Basdorfer Ortsbeirat vorgelegt haben. Entstehen soll ein Pflegeheim mit 120 Betten. © MOZ/Hans Still

Erste Skizze: Der Bau wird als winkeliges Gebäude mit unterschiedlichen Geschosshöhen geplant. © MOZ/Hans Still

Seit einem Jahr laufen die Planungen für das neue Heim, nunmehr liegen belastbare Pläne vor. Demnach will die Basdorfer Investorin Michaela Wolter das nötige Kleingeld in die Hand nehmen, um den ehemaligen Flachbau an der Waldheimstraße abzureißen und stattdessen einen Gebäudekomplex zu errichten, der selbst für Basdorfer Verhältnisse beachtlich werden könnte. „In der ersten Reihe beabsichtigen wir den Bau eines Viergeschossers, in der hinteren Reihe könnten wir uns fünf Geschosse vorstellen“, erklärte jüngst der Objektplaner Reinhard Geiger im Basdorfer Ortsbeirat. 120 Betten sollen entstehen, von altersgerechtem Wohnen ist die Rede und auch von einer Abteilung für demenzkranke Patienten.

Betreiber des Heimes werde demnach ein „namhafter, anerkannter und erfahrener Betrieb aus der Pfalz“ sein, der über das entsprechende Knowhow verfüge und „vermutlich die Arbeitskräfte in der Region suchen wird“, so Stephan Skalda vom beauftragten Planungsbüro. Die Höhe der Arbeitsplätze wurden mit 40 bis 50 Stellen umrissen.

Anhand der Pläne wird deutlich: Das Pflegeheim misst an der Front deutlich über 80 Meter Länge, ein weiterer Trakt entsteht durch einen angebauten Winkel, der über 40 Meter lang sein würde. 2040 Quadratmeter bebaute Fläche entstehen so, das Grundstück selbst misst eine Größe von 5764 Quadratmetern. Im Erdgeschoss planen die Architekten 16 Demenz-Einzelzimmer und vier Demenz-Doppelzimmer, in den weiteren Geschossen warten 96 Einzelzimmer auf Bewohner. Zusätzlich war von 20 Parkplätzen die Rede, die für Betriebe dieser Größe zwingend vorgeschrieben sind

Die Diskussion im Ortsbeirat endete abschließend mit einem Votum für das Vorhaben. Gleichwohl wurden unterschiedliche Sichtweisen deutlich. „Persönlich finde ich es gut, dass diese Ecke bebaut wird. Aber als Kommunalvertreter bin ich dagegen, Wandlitz zu einem Friedhofsdorf auszubauen“, eröffnete Michael Siebert (F.B.G.W.) die Debatte. Demnach würde sich Siebert lieber eine Wohnbebauung wünschen, um der demografischen Entwicklung in der Gemeinde etwas entgegen zu setzen. „Ich möchte keinen Alterstourismus fördern“, postulierte der Basdorfer Politiker, der daraufhin Widerspruch bekam. Frank Bergner beispielsweise erinnerte an den Umstand, dass irgendwie ja alle älter werden würden und schon vor 18 Monaten darüber entschieden wurde, dieser Entwicklung durch geeignete Angebote Rechnung zu tragen.

Peter Liebehenschel sieht das ähnlich. „Wir werden möglicherweise eines Tages alle einen Pflegeplatz benötigen und sind dann froh, wenn es diese Angebote in Basdorf geben wird. Es ist nämlich keineswegs so, dass diese Einrichtungen nur von Auswärtigen nachgefragt werden. Auch in unserer Gemeinde gibt es einen entsprechenden Bedarf.“

Der Bauplaner Stephan Skalda argumentierte allerdings gegen eine Wohnbebauung. „Ein Pflegeheim ist attraktiver als ein Wohnhaus. Zudem benötigen wir die Größe von 120 Betten, um überhaupt im wirtschaftlichen Bereich planen zu können.“ Wie er weiter sagte, solle der Betreiber einen Miet- oder Bewirtschaftungsvertrag für 25 Jahre angeboten bekommen. Nach dem Votum des Ortsbeirates sei es zudem vorgesehen, einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan nach Paragraf 34 anzustreben. Der Paragraf 34 des Baugesetzbuches regelt die Bebauung im Innenbereich einer Gemeinde.

Carmen Göllner von der Bauverwaltung der Gemeinde Wandlitz wohnte der Sitzung bei und begründet dem Ortsbeirat noch einmal die Forderung nach einem Bebauungsplan. „Das Vorhaben ist schon sehr groß und bedarf einiger Regelungen, die sich im B-Plan besser darstellen lassen. Daher wird es hier ohne einen B-Plan nicht gehen“, so die Bauleitplanerin.

08.04.2016

Hans Still 08.04.2016 07:00 Uhr
Red. Bernau

Von der Aula zur Sporthalle

Basdorf/Wandlitz (MOZ) Die denkmalgeschützte Aula auf dem ehemaligen Polizeischulgelände wird zur Trainingsstätte des Polizeisportverein Basdorf (PSV) umgebaut. Die Nominierung des Regionalmanagements liegt jetzt vor. Enttäuscht ist dagegen der Wandlitzer Segelverein (WSC).

Den PSV-Sportlern bescherten die vergangenen Wochen wechselhafte Gefühle. Noch im jüngsten Ortsbeirat ließ Vereinschef Michael Siebert die Alarmglocken schrillen, indem er verkündete, das 2,1-Millionen-Euro-Projekt stehe stark auf der Kippe. „Der PSV darf den Fördermittelantrag nicht stellen. Das hatten wir so nicht erwartet. Wir sind wohl erst einmal draußen“, hieß es plötzlich, verbunden mit der bangen Frage nach dem weiteren Werdegang. „Die Gemeinde könnte einspringen und den Förderantrag stellen, denn im Haushalt der Gemeinde würde sich dadurch nichts ändern“, so Sieberts Vorschlag, der im Ortsbeirat spontan eine Mehrheit fand. Immerhin 600 000 Euro Zuschuss hatten die Wandlitzer Gemeindevertreter mit dem Gemeindeetat 2016 für den Ausbau der alten Aula zur PSV-Trainingsstätte bewilligt.

Im Hauptausschuss am Montagabend konnte die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant dann die gute Nachricht überbringen. Der Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe Barnim (LAG) hat ein „positives Votum“ abgegeben und die Gemeinde aufgefordert, die vollständigen Projektunterlagen einzureichen. Dies werde demnächst erfolgen, so die Bürgermeisterin erfreut. „Die LAG hat ein Sieben-Millionen-Euro-Budget zu vergeben, für unserer Basdorfer Projekt ist aus diesem Topf ein Budget reserviert“, verdeutlichte sie.

Kämmerer Christian Braungard erklärte im Nachgang das Prozedere, das der Normalbürger kaum noch nachvollziehen kann. „Für den Barnim stehen für Leader-Projekte der Jahre 2014 bis 2020 insgesamt 14 Millionen Euro Fördermittel bereit. Für 2016 sind sieben Millionen Euro reserviert. Das positive Votum der LAG Barnim bedeutet nun, dass wir in Prenzlau einen entsprechenden Fördermittelantrag abgeben können. So der nicht irgendwie völlig falsch gestellt wird, sollte auch die Genehmigung erfolgen. Die Prüfung der Förderfähigkeit ist ja jetzt im Barnim gelaufen, 1,58 Millionen Euro Fördermittel sind damit reserviert und stehen für unser Projekt zur Verfügung.“

Noch im April soll es in der Wandlitzer Verwaltung zu einem Termin mit dem Bauamt kommen, um abzusprechen, wie es weitergeht. „Die Voraussetzungen sind ideal: Wir haben eine Baugenehmigung, einen Planer und das Grundstück, wir stehen in den Startlöchern“, fasst Braungard die Situation zusammen.

Vereinsvorsitzender Michael Siebert zeigte sich am Mittwoch zunächst erst etwas zurückhaltend, informierte sich dann aber ebenfalls bei Kämmerer Braungard und meinte anschließend: „Das klingt super!“.

Weniger erfreut dürften indes die Vereinsmitglieder des Wandlitzer Segelclubs (WSC) sein, denn auch ihnen wurde überraschend eröffnet, dass der Verein nicht als Antragsteller auftreten könne. Beabsichtigt war der Bau eines neuen Bootshauses auf dem Vereinsplatz neben dem Strandbad Wandlitzsee. Über eine halbe Million Euro wurden für das Projekt veranschlagt. 75 Prozent der Summe sollten vom Landessportbund kommen, der Eigenenanteil von 132 000 Euro indes von der Gemeinde. Im Unterschied zum PSV-Projekt hat die Gemeindevertretung allerdings nicht entschieden, Bauherr des Projektes zu sein. Vielmehr haben die Gemeindevertreter nach einiger Diskussion einer finanziellen Unterstützung zugestimmt, wobei davon ausgegangen wurde, dass der Verein über Eigenmittel verfügt. Das allerdings scheint nun eher nicht der Fall zu sein. Kämmerer Christian Braungard bestätigte daher im Hauptausschuss nochmals, dass der Antrag des Segelvereins damit in der bisherigen Form „tot“ sei. Die Gemeindevertretung müsse über das Vorhaben und die erbetene Finanzspritze neu verhandeln.

31.05.2016

Britta Gallrein 31.05.2016 07:40 Uhr
Red. Bernau

Skandalspiel in der Kreisliga

Basdorf (MOZ) Mit einem 1:1-Ausgleich in der letzten Minute, Pöbeleien, körperlichen Angriffen, einem Veilchen und fünf roten Karten endete die Partie in der Kreisliga zwischen dem FSV Basdorf und Fortuna Britz II. Schiedsrichter und Zuschauer waren schockiert.

© Jörg Funke

„So ein Spiel habe ich noch nie erlebt und möchte es auch nie wieder erleben“, so Schiedsrichter Edries Bosharat nach der Partie. „So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz“, sagt der 23-jährige, der seit zehn Jahren als Referee tätig ist und sonst in der Landesliga pfeift.

Dass es eine hart umkämpfte Partie werden würde, war klar, denn mit Platz 15 (Britz II) und 12 (Basdorf) befinden sich beide Teams mitten im Abstiegskampf. Steffen Bailleu bringt Britz in Hälfte zwei mit 1:0 in Führung, doch dann geht es rund. Der Basdorfer Sascha Spranger wird vom Britzer Marcel Guse grob gefoult. „Daraufhin ist er auf Marcel Guse zugelaufen und hat ihn mit Wucht gegen die Brust gestoßen“, berichtet Edries Bosharat, der daraufhin beiden Spielern die Rote Karte verpasste.

In der letzten Minute der Nachspielzeit gibt der Referee dann Elfmeter für Basdorf. Den Britzer Auswechselspieler Christoph Jeche, der hinter dem Tor steht, bittet er, ein Stück beiseite zu gehen, um den Schützen nicht zu stören. „Was willst du, du Pfosten“, soll Jeche geantwortet haben – auch er sieht Rot. Basdorf verwandelt zum 1:1-Ausgleich, Bosharat pfeift ab.

Der Britzer Nico Wodrich habe daraufhin den Ball hochgehoben und angedeutet, dass er den Schiedsrichter damit beschießen wollte. Auch er sieht Rot, genau wie Rico Michalak, der den Unparteiischen übel beleidigt haben soll. Die Situation droht zu eskalieren, mehrere Britzer bestürmen jetzt Edries Bosharat. Der 18-jährige Ordner Dominik Wellner habe versucht, ihn zu schützen, sagt Bosharat, der sich in die Kabine zurückziehen konnte.“Später habe ich dann von meinem Assistenten erfahren, dass der Ordner vom Britzer Torwart so geschlagen wurde, dass seine Brille zerbrach und er ein blaues Auge hatte.“

Staffelleiter Norbert Wrobel wird die Vorwürfe nun prüfen und die Vereine um Stellungnahmen bitten.

04.06.2016

Christian Heinig 04.06.2016 05:00 Uhr
Red. Bernau

„Skandalspiel“ kommt vors Sportgericht

Basdorf (MOZ) Das von fünf Platzverweisen überschattete „Skandalspiel“ in der Kreisliga Ost zwischen dem FSV Basdorf und Fortuna Britz II wird ein Nachspiel haben. Staffelleiter Norbert Wrobel hat den Fall an das Sportgericht des Fußballkreises übergeben. „Solange keine Entscheidung da ist, bleiben die Spieler gesperrt“, sagt Wrobel. Von der Sperre betroffen sind: Sascha Spranger (Basdorf), Marcel Guse, Christoph Jeche, Nico Wodrich und Rico Michalak (alle Britz II). Ebenfalls vorrübergend gesperrt wird der Britzer Torwart Marvin Molkentin, dem vorgeworfen wird, nach der Partie handgreiflich gegen einen Basdorfer Ordner geworden zu sein. Die Britzer wiesen diesen Vorwurf jüngst in einer Stellungnahme zurück.

25.06.2016

Britta GALLREIN 25.06.2016 07:45 Uhr
Red. Bernau

Marcel Teske trainiert den FSV Basdorf

Basdorf (MOZ) Einige Veränderungen gibt es beim Barnimligisten FSV Basdorf. Kevin Mieck und Carsten Wolf hängen die Töppen an den Nagel. Der 18-jährige Valentin Noah Becker wechselt den Verein und spielt künftig für die zweite Mannschaft der SG Union Klosterfelde.

Der bisherige Trainer Adrian Kobold hatte das Training der ersten Herrenmannschaft kurzfristig übernommen, wird künftig als Betreuer agieren. Neuer Trainer des Barnimliga-Teams wird Marcel Teske, der schon als Spieler für den FSV auf dem Platz stand. Sein Co-Trainer wird künftig Dan Steinhagen, Kapitän der Ersten. Steinhagen laboriert an einer Verletzung und wird als Spieler noch länger ausfallen. Thomas Höfler, der zwischendurch als Spielertrainer aktiv war, wird sich wieder komplett auf seine Tätigkeit als Spieler konzentrieren.

30.06.2016

Kai-Uwe Krakau 30.06.2016 05:45 Uhr
Red. Bernau

NEB setzt auf dezentrale Energie

Basdorf (MOZ) Energieeffizienz ist schon lange kein Trendthema mehr, sondern eine Notwendigkeit für nachhaltiges Handeln. Mit diesem Hintergrund hat die Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) am Dienstag ihr Blockheizkraftwerk (BHK) am Werkstattstandort in Basdorf in Betrieb genommen. Mit dieser Maßnahme positioniere sich die NEB klar für eine nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung, heißt es in einer Mitteilung.

Die neue erdgasbetriebene Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und deckt mit einer Leistung von 33 kW elektrisch und 67 kW thermisch die wärmeseitige Grundlast (Heizung und Warmwasser) nahezu vollständig ab. Der Gasmotor liefert die mechanische Energie, die den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die Abgaswärme und die Motorabwärme werden über Wärmetauscher ausgekoppelt und als Nutzwärme angeschlossenen Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Die NEB verwendet also die Nutzwärme zur Beheizung ihrer Werkstatt und der Büroräume sowie zur Warmwassererzeugung.

Das BHK erzeugt, bei durchschnittlich 5000 Betriebsstunden jährlich, rund 150000 Kilowattstunden Strom, überwiegend für den Eigenverbrauch in der Werkstatt sowie teilweise zur Einspeisung in das öffentliche Netz. Im Vergleich zur herkömmlichen Energieversorgung, bei der rund 70 Prozent der eingesetzten Primärenergie als Energieverluste nicht genutzt werden, bleiben bei der dezentralen Energieerzeugung mit einem Blockheizkraftwerk nur etwa zehn Prozent ungenutzt.

Somit wird jährlich eine nicht unerhebliche Menge von rund 36 000 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid eingespart. Die dezentrale Energieerzeugung erhöhe auch die Unabhängigkeit von steigenden Energiekosten. Insgesamt wurden 100 000 Euro investiert.

07.07.2016

Hans Still 07.07.2016 06:15 Uhr
Red. Bernau

Frischzellenkur bei laufendem Unterricht

Basdorf (MOZ) Es ist ein Mammutprojekt, das den mehr als 400 Kindern, den Pädagogen der Basdorfer Grundschule und den Mitarbeitern des Hortes enorme Kraft abverlangt. Bei laufendem Schulbetrieb hat die Hüllensanierung begonnen. Für die Kinder eine äußerst spannende Angelegenheit.

Eingespieltes Team: Axel Rosenau, Toni Faust und Mathias Bath (v. l.) bauen neue Fenster ein. © MOZ/Sergej Scheibe

Marcel und David erhaschen durch die geöffnete Tür schnell noch einen Blick ihres ehemaligen Klassenraumes, ehe die Lehrerin die kleinen Racker in den Unterricht zurück schickt. „Am liebsten würden die Kinder gleich die Rüstung erobern“, weiß die Basdorfer Schulleiterin Karin Löwe um die Neugierde ihrer größten Schlaumeier. Es fällt allen Beteiligten derzeit nicht leicht, bei dem Großprojekt die Ruhe zu bewahren.

Immerhin: Ein Bauvolumen von einer Million Euro wird bis Anfang Oktober umgesetzt. Fenster, Dächer, die Fassade, so lautet das Programm in Kurzform. „Zunächst haben die Firmen mit der Sanierung des Daches begonnen. Auch werden bereits Fenster gewechselt, um das Vorderhaus der Grundschule auf den neuesten Stand der Energieverordnung zu bringen“, beschreibt Baubetreuerin Liane Hergt vom Wandlitzer Bauamt die Vorgehensweise.

Die aus DDR-Zeiten stammende Grundschule vom Typ Erfurt wird nach der Frischzellenkur nicht wiederzuerkennen sein. Das alte Dach kann zwar verbleiben, aber es wird mit modernsten Dämmstoffen aufgewertet, sodass die Schüler gerade bei großer Hitze bemerken sollten, wie die Räume dann den Temperaturen trotzen können. Sonnenrollos kommen vor die neuen Fenster, so sollte sich das Raumklima nochmals verbessern. Profitieren werden zunächst das Vorderhaus und der Mittelteil, der hintere Bau steht auf einer Liste für die kommenden Jahre. „Dort kann zunächst nur die Risssanierung stattfinden. Aber wir behalten die Notwendigkeit der Sanierung im Blick“, verspricht Liane Hergt. Mit Beginn der Schulferien wird es richtig laut auf der Baustelle, dann verschwinden die Betonelemente in den Treppenhäusern.

Oliver Friedrich, Chef der Zühlsdorfer Firma Mitgedacht Dämmstoffe GmbH, inspiziert auf der Baustelle nicht nur die Dächer und die Arbeit seiner Mitarbeiter. „Regen wäre unser Feind“, stellt er mit Blick gen Himmel fest. Mit rund 1000 Quadratmetern Dachfläche befasst sich die Firma, dabei geht es nicht nur um Dichtheit gegenüber Wasser. „Die gesamte Bauphysik spielt eine Rolle“, fachsimpelt der Chef.

Liane Hergt lobt die Dachdecker als „sehr aufmerksam und gewissenhaft“. Auch die Fensterbauer der Bernauer Firma Schapler – sie wechseln mehr als 100 Fenster aus – bekommen Streicheleinheiten. „Wir sind wirklich zufrieden, den Mitarbeitern ist nichts zu viel. Sie arbeiten fachlich korrekt und weisen uns schon im Vorfeld auf Probleme hin, wenn diese erkennbar sind.“

Bei Karin Löwe bleibt die Stimmung gut. „Es ist spannend und aufregend, und wir freuen uns darüber, dass es endlich losgeht. Wir haben acht Jahre lang dafür gekämpft und wollen, dass unsere Schule noch moderner und schöner wird.“

Dass die Lärmbelästigung durchaus massiv ist, räumt die Schulleiterin aber gleichfalls ein. „Alle bemühen sich, mit den Schwierigkeiten kreativ umzugehen.“ Auch sei mit den Eltern gesprochen worden.

11.07.2016

Hans Still 11.07.2016 19:35 Uhr
Red. Bernau

Flehender Appell für die Feuerwehr

Basdorf (MOZ) Der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel hat die Einwohner des Ortsteils aufgerufen, sich mehr bei der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr im Ort einzubringen. Grund ist die anhaltend schlechte Besetzung der Wehr sowie die Schwierigkeiten, die Wehrführung aus eigener Kraft zu besetzen. „Sorge macht der Wehrführung der Gemeinde Wandlitz und mir die Tatsache, dass wir einfach zu wenige aktive Feuerwehrleute in unserem Ortsteil haben. Wir haben auch keinen Kameraden, der die Qualifikation eines Wehrführers hat, so dass Einsätze und notwendige Schulungen, Trainings und Unterweisungen von der Wehrführung aus Wandlitz wahrgenommen werden müssen“, so Liebehenschel.

Dabei seien die aktiven Basdorfer Kameraden motiviert und würden gern wieder eine funktionsfähige Einheit werden. Hoffnung macht die gut aufgestellte Jugendfeuerwehr. Liebehenschel ruft deshalb im Namen der Basdorfer Feuerwehrleute „alle fähigen jungen Frauen und Männer auf, bei Interesse für eine verantwortungsvolle, interessante und hochgeachtete freiwillige Tätigkeit sich bei der Gemeindewehrführung, Anke Müller, oder bei mir zu melden. Helfen Sie uns und den Feuerwehrkameraden, eine langjährige, erfolgreiche Tradition fortleben zu lassen“, appelliert Ortsvorsteher Peter Liebehenschel.

12.07.2016

Hans Still 12.07.2016 07:50 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Fassaden- und Variantenspiele

Basdorf (MOZ) Das Wandlitzer Wohnungsbau-Projekt „Basdorfer Gärten“ ist schon vor der Fertigstellung ausgebucht. Für die 104 Wohnungen liegen in der Gemeindeverwaltung aktuell 214 Anmeldungen vor.

Der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard (v.) und Architekt Georg Marfels (r.) erläutern das Projekt. © MOZ/Hans Still

Im Berliner Speckgürtel wird es immer schwieriger, Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten zu finden. In Bernau erreicht das Mietniveau bereits zehn Euro pro Quadratmeter, nicht anders sieht es im Raum Wandlitz aus. Da erscheint die Gemeinde Wandlitz mit dem Projekt „Basdorfer Gärten“ als Lichtgestalt. Immerhin 39 der insgesamt 104 Wohnungen werden bei Vorlage eines Wohnberechtigungsscheines (WBS) mit einer Miete von 5,43 Euro pro Quadratmeter vergeben. Weitere 39 Wohnungen gehen für 6,50 Euro pro Quadratmeter weg – dann darf das im WBS vorgegebene Einkommen bis zu 40 Prozent überschritten sein. Richtiggehend frei vermietet werden lediglich 26 Wohnungen, sie gehen für den Preis von acht Euro pro Quadratmeter Wohnraum (Preise immer Kaltmiete) auf den Markt.Die Mehrzahl der Wohnungen sind Drei-Zimmer-Wohnungen (56), es wird 18 Zwei-Zimmer-Wohnungen und 24 Vier- bis Fünf-Zimmerwohnungen geben.

Angesicht des großen Bedarfes an Sozialwohnungen kann die Gemeinde Wandlitz endlich auch von einem Förderprogramm der Investitionslandesbank (ILB) profitieren, das rechtzeitig für die Wandlitzer Marktreife erlangte. Der Gemeinde bleiben dadurch immerhin eine Million Euro an Zinsen erspart. „Wir nehmen diese Möglichkeit gern in Anspruch“, bestätigt Kämmerer Christian Braungard hoch zufrieden. Immerhin beträgt die Investitionssumme 15,8 Millionen Euro, davon finanziert Wandlitz 9,1 Millionen per Darlehen.

Im jüngsten Bauausschuss bestand nun die Möglichkeit, sich erste Eindrücke von der Entwurfsplanung zu verschaffen. Der Potsdamer Architekt Georg Marfels zeigte dem Auditorium Entwürfe einer auf vier Vollgeschossen angehobenen Wohnsituation in den zwei Blöcken. Er bezeichnete es als „ehrgeiziges Ziel“ in den ehemals Dreieinhalbgeschossern eine Wohnnutzung zu planen. Zumal die mittig gelegenen Flure in den Etagen aus Gründen der Statik nicht komplett aufgelöst werden konnten. „Wir erhalten im Wesentlichen die Bestandsstruktur, aber beim Dach greifen wir ein, denn dadurch gewinnen wir die Möglichkeit, Wohnraum zu gewinnen und Schrägen zu vermeiden.“

Beide Bauten bekommen demnach einen Vollwärmeschutz verpasst, um die Vorgaben der Energieverordnung einzuhalten. Auch werde jede Wohnung einen Balkon bieten. Um in den insgesamt eher klein geschnittenen Wohnungen wünschenswerte Stellwände für Möbel zu erhalten, verzichten die Planer auf Heizkörper. Fußbodenheizungen sorgen in allen Wohnungen für die erforderliche Wärme. Das kam unter den Zuhörern nicht nur positiv an. „Nicht jeder verträgt eine Fußbodenheizung, Niedrigtemperaturen lassen sich auch mit Radiatoren realisieren“, merkte beispielsweise Maria Brandt an. Die Linken-Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck erkundigte sich nach der Regenentwässerung und ob diese für Starkregen ausreichen würde. Das bestätigte Rüdiger Stumpf, der im Bauamt den Bereich Hochbau verantwortet.

Zur Entscheidung stehen noch die Varianten der Fassade. Einerseits wurde eine weiße Farbgestaltung vorgelegt, lediglich das untere Geschoss erhielt ähnlich einem Putzsockel einen andersfarbigen Anstrich. Die zweite Variante täuscht eine Holzgestaltung vor. Die Balkone sind teils als Stützanlage gearbeitet, bei den Holzmaterialien wurden sie „raufgesteckt“, wie Marfels es beschrieb.

Um nicht zwei gleich aussehende 50 Meter lange Blöcke in die Natur zu stellen, sollen nun beide Farbvarianten berücksichtigt werden. Laut Braungard könne noch im Sommer der Bauantrag gestellt werden. Dann sei mit einer dreimonatigen Bearbeitungsfrist zu rechnen, im Herbst werden die Arbeiten ausgeschrieben und 2017 gebaut.

13.07.2016

Hans Still 13.07.2016 05:45 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Wohngebiet in Aufruhr

Basdorf (MOZ) Der Bauantrag einer Investorin bringt die Eigenheimbesitzer im B-Plan-Gebiet „Lanker Straße/An der Bahn“ in Aufruhr. Die Bauherrin hat die Errichtung einer Privatstraße beantragt, um vier neue Häuser bauen zu können. Aber bei der Prüfung stellten sich nun jahrzehntelange Versäumnisse heraus.

Mühte sich nach Kräften: Sachgebietsleiterin Katrin Bornkessel (l.) erläuterte jüngst den Basdorfer Anwohnern die komplizierte Rechtslage. Sympathie schlug ihr dafür nicht entgegen. © MOZ/Hans Still

Was die für Planungen zuständige Sachgebietsleiterin der Wandlitzer Bauverwaltung, Katrin Bornkessel, jüngst aufgebrachten Basdorfern zu sagen hatte, klingt dem verwaltungstreuen Bürger auch Tage danach ziemlich fremd im Ohr. „Genaugenommen ist in diesem Baugebiet kein Bauwerk rechtswirksam zustande gekommen. Denn Auflagen aus den Genehmigungsbescheiden wurden nicht erfüllt“, fasst sie den Sachstand zusammen, der noch am Vormittag des Sitzungstages ausdrücklich überprüft wurde.

Die Rede ist vom Baugebiet, zu dem so klangvolle Straßennamen wie Rotkäppchen-, Schneewittchen- und Dornröschenstraße gehören. Noch vor der Jahrtausendwende hatte ein Investor dort einen Bebauungsplan finanziert, sodass von der Unteren Bauaufsicht des Kreises Baugenehmigungen für zirka 50 Eigenheime ausgestellt werden konnten. „Ohne diesen B-Plan hätte kein Eigentümer dort ein Haus bauen dürfen“, erinnerte Katrin Bornkessel die Bürger nicht ohne Grund. Mit der Baugenehmigung verbunden waren nämlich Auflagen – die Eigentümer sollten sich gegenseitig Überleitungs- und Wegerechte einräumen – um die Erreichbarkeit alle Grundstücke zu sichern.

Aber genau das ist nicht in dem Maße geschehen, wie es vorgeschrieben wurde. Und kontrolliert wurde ebenfalls nicht. Es gab wohl 2003 ein Erinnerungsschreiben der Unteren Bauaufsicht, dabei blieb es aber auch. Einige Besitzer haben Wegerechte eingeräumt, andere nicht. Damit wurden die mit der Baugenehmigung verbundenen Auflagen nicht erfüllt.

Und noch etwas ist passiert: Damals galten noch andere Bestimmungen für den Bau von Straßen. Drei Meter breite Straße und vier Meter große Radien für Kurven – das sind die gegenwärtigen Gegebenheiten – gehören heute längst der Vergangenheit an. Aus diesem Grund hat besagte Investorin jetzt einen Ausnahmeantrag gestellt und wünscht die Genehmigung einer Privatstraße, obwohl die heute geltenden Straßenbreiten und Kurvenradien tatsächlich nicht verfügbar sind.

Mit dieser Privatstraße sollen vier unbebaute Baugrundstücke im nördlichen Teil des B-Plan-Gebietes erreicht werden, um dort besagte Eigenheime zu errichten. Aber genau dagegen läuft ein Großteil der Eigenheimbesitzer nun Sturm. „Ich gebe von meinem Grundstück keinen Zentimeter ab, da müsste dann schon lange geklagt werden“, bekundete im Bauausschuss einer der Anwohner, der einer Aufweitung der Straßen mehr als kritisch gegenüber steht. Andere Anwohner fordern, Ruhe ins Wohngebiet einkehren zu lassen. Auf den Bauflächen würden heute längst große Bäume stehen. Und wieder andere Bürger kommen mit dem Vorschlag: Beim Bau neuer Häuser sollten eben kleinere Fahrzeuge eingesetzt werden, um so problemlos die Baustelle zu erreichen. Diesen Vorschlag hatte am Montagabend im Hauptausschuss auch der Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel für die Verwaltung zur Hand. Bauamtsleiter Lars Gesch lehnte diese Idee rundherum ab. „Es kann dort momentan für gar kein Vorhaben eine Baugenehmigung geben. Der Grund sind die Verstöße gegen die Auflagen. Nicht ein Bauantrag für irgendetwas kann genehmigt werden.“

Die angefragte Ausnahmegenehmigung wurde lediglich für die Flächen erteilt, die der Bauherrin zur Verfügung stehen. Will sie andere Flächen nutzen, muss sie auf dem Weg des Privatrechtes mit den Eigentümern Einigungen herbeiführen. Dem gesamten Baugebiet, so Gesch, stehe ein für die Bürger kostenpflichtiges Umlegungsverfahren bevor. Dies diene der Neuordnung der Verkehrsflächen auf den Grundstücken. Zum Jahresende werde es dazu eine Verwaltungsvorlage geben.

31.07.2016

Hans Still 31.07.2016 20:15 Uhr
Red. Bernau

Chef Bröcker verspricht Normalität

Basdorf (MOZ) Bis zum Oktober will die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) wieder zur Normalität zurückfinden und auf den Barnimer Strecken ihre Fahrgäste pünktlich befördern. Das verspricht NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker. Das schwer in die Kritik geratene Unternehmen kämpft derzeit mit mehreren Problemen.

Fröhlich sieht anders aus: Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), steht wegen zahlreicher Zugverspätungen und vieler Zugausfälle derzeit stark in der öffentlichen Kritik. © MOZ/Sergej Scheibe

Sylvia Ehlers aus Wandlitz ist eine der unzähligen NEB-Fahrgäste, die sich derzeit auf den Strecken der Heidekrautbahn über Unpünktlichkeiten, Zugausfälle oder fehlende Informationen für die Reisenden beklagen. „Viele Pendler der Gemeinde Wandlitz kommen seit Monaten täglich zu spät zur Arbeit. Hinweise auf den elektronischen Anzeigetafeln sind mangelhaft und oft nicht vorhanden. Sprachdurchsagen gibt es nur auf dem Bahnhof Basdorf, was den Pendlern auf den anderen Bahnstationen wenig nützt. Auf Anfragen zu Gründen und Verbesserungen antwortet die NEB nur floskelhaft. Die Entschuldigungsformulierungen sind identisch mit denen, die man bisher nur von der DB oder S-Bahn gehört hatte. Auch das Zugpersonal der NEB reagiert auf Fragen der Fahrgäste nur noch patzig…“, formulierte die Leserin jüngst in einem Brief an die MOZ.

NEB-Chef Bröcker kennt diese Probleme zur Genüge, konnte aber auch am Wochenende keine schnelle Hilfe zusagen. „Wir haben eine schwere Zeit. Der dauerhafte Ausfall von Fahrzeugen, Schwierigkeiten bei der Lieferung bestellter Triebwagen und auch die notwendigen Schulungen unserer Fahrer sind einige der Gründe“, wiederholt Bröcker geduldig, aber doch verärgert. Denn die NEB verspielt das Vertrauen, das sie sich durch jahrelange Zuverlässigkeit erarbeitet hat. Das weißt der Chef und hat sogar mit einem offenen Brief auf der NEB-Homepage offensiv für Verständnis geworben. Zur Sprache kommt darin auch der Totalschaden, der durch das Ausbrennen eines Talent-Triebwagens im Januar des Jahres entstanden ist. Im Juli hatte ein Triebwagen einen Bahnübergangsunfall, zwei weitere Fahrzeuge fielen mit größeren Schäden aus. In der Folge bediente sich die NEB sogar im firmeneigenen Museum, indem auf der Heidekrautbahn ein zuvor schon ausrangierter Wagen eingesetzt wurde. „Wir haben aktuell zu wenige Fahrzeuge und müssen beim Personal nachsteuern“, kündigt Bröcker deshalb im MOZ-Gespräch an. Von 250 auf 270 Mitarbeiter werde die NEB noch in diesem Jahr anwachsen, beispielsweise sollen auch die von Sylvia Ehlers angesprochenen Kommunikationsprobleme bekämpft werden. „Wir bekommen am Telefon viele Beschwerden und die Information der Fahrgäste fällt zu oft hinten runter. Aber wir können auch nicht von jetzt auf gleich ein Call-Center aufmachen und nicht endlos Kundenbetreuer einstellen. Wir regeln an diesen Stellen nach, verändern Abläufe und arbeiten mit mehr Personal, um besser zu werden“, heißt es dazu.

Ab 2017 soll die eigene Ausbildung verstärkt werden. Auch laufen derzeit Verhandlungen mit einem Bernauer Anbieter, eine neunmonatige Qualifizierung für Triebfahrzeugführer auf die Beine zu stellen. Fünf bis sechs neue Fahrer verspricht sich Bröcker von dieser Maßnahme. „Fakt ist, die Lage soll nicht so kritisch bleiben, wie sie gerade ist. Wir haben einen Fahrzeugpool für die fünf Linien 26, 27, 12, 54 und 25, so kam es, dass auch die Barnimer Strecken in diesen Schlamassel einbezogen wurden“, ordnet der NEB-Chef die Lage ein.

Kompensationen für die Ausfälle, Verspätungen und sonstigen Ärgernisse kann Bröcker der NEB-Kundschaft allerdings nicht in Aussicht stellen. „Wir sind ja nicht die DB AG, und Kompensationen sind insgesamt ein schwieriges Thema, weil die Betroffenen nicht genau identifizierbar sind.“ Daher bittet Bröcker erneut um Verständnis. Er verspricht, dass sich mit Beginn des Herbstes auf den Barnimer Strecken wieder Normalität einstellen werde.

01.08.2016

Hans Still 01.08.2016 07:15 Uhr
Red. Bernau

Zukunft der Wehr Basdorf ungewiss

Basdorf (MOZ) Der Termin liegt zwar erst im September, aber die Basdorfer Feuerwehr benötigt mittlerweile kräftigen Zuspruch. Am 24. September findet deshalb im Wandlitzer Ortsteil ein Tag der offenen Tür statt. Wie die Gemeindewehrleiterin Anke Müller  der MOZ sagte, soll dieser Tag besonders der Mitgliederwerbung dienen. Bekanntlich leidet die Wehr unter Personalmangel, sodass Unterstützung durch die Wandlitzer Wehr und die Schönwalder Wehr nötig sind.

Bietet Platz: die Basdorfer Feuerwehr © MOZ/Sergej Scheibe

Gezeigt werden beim Tag der offenen Tür die unterschiedlichen Seiten der Feuerwehrarbeit. Beispielsweise die Höhenrettung von Personen mit einer Drehleiter. Dazu empfiehlt sich das Dach des Feuerwehrgebäudes. Ebenfalls sehr eindrucksvoll: das Befreien von Personen aus einem Unfall-Pkw. Mittels Schneid- und Hebeltechnik verschafft sich das Personal Zugang zum Innenraum des Wagens, die Passagiere können gerettet werden. Schließlich denkt Gemeindewehrleiterin Anke Müller noch an die Jugendfeuerwehr, die sich auf der Wettkampfstrecke vorstellen können.

Im Zusammenhang mit den Basdorfer Personalproblemen rückt eine Entscheidung in den Fokus, die auf den ersten Blick nur mit der Wandlitzer Wehr zu tun hat. Es soll noch in diesem Jahr festgelegt werden, an welcher Stelle das Wandlitzer Feuerwehrhaus erweitert werden kann. „Es platzt aus den Nähten, die Spinde reichen nicht mehr für die Feuerwehrleute und vor der Wehr steht immer ein Fahrzeug, weil die Einstellhalle zu klein ist“, skizziert Anke Müller die Probleme. Es scheint fraglich, ob sich ein Anbau im alten Dorfkern lohnt.

Eher geht der Blick an die Ortsgrenze in Richtung Basdorf, eventuell in der Nähe des B 273-Kreisels könnte sich die Wehrleiterin ein neues Feuerwehrhaus vorstellen. Eine zweite Variante: Zum Jahresende wird der Auszug der Rettungsdienst GmbH aus dem Basdorfer Feuerwehrgebäude erwartet. Damit bieten sich ebenfalls neue Räume an. „Die Wandlitzer Fragen und die Basdorfer Belange müssen in einem Zug entschieden werden. Das geht nach meiner Meinung so weit, dass auch eine Fusion beider Wehren wenigstens einmal diskutiert werden sollte. Wir werden dann ja sehen, was daraus wird“, zeigt sich die Wehrleiterin offen für neue Ideen.

Dem Zufall bleibt offenkundig nichts überlassen. Aktuell werden gerade die Anfahrtswege überprüft und gemessen, die bei den jeweils ins Auge gefassten Standorten entstehen würden.

18.08.2016

Sabine Rakitin 18.08.2016 19:50 Uhr
Red. Bernau

Bahnübergang gesperrt

Basdorf (MOZ) In der Zeit von Montag, 22. August, bis Freitag, 26. August, wird der Bahnübergang Mühlenbecker Damm im Wandlitzer Ortsteil Basdorf für den Straßenverkehr voll gesperrt.Das teilte die Gemeindeverwaltung am Donnerstag mit.

Die Zufahrt zum dortigen Wohngebiet erfolgt an diesen fünf Tagen über den Sandweg im Gewerbegebiet Basdorf. Zu diesem Zweck werde der stillgelegte Bahnübergang vorübergehend für den Verkehr geöffnet, heißt es weiter. Eine entsprechende Umleitung wird ab der Landesstraße 100 (Prenzlauer Straße) ausgeschildert.

Die Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis für die Maßnahme gebeten.

05.09.2016

Hans Still 05.09.2016 08:00 Uhr
Red. Bernau

Basdorf (MOZ) Aufregung pur erlebten am Sonnabend die 86 Erstklässler der Basdorf Grundschule. Die Kleinen absolvierten bereits die erste Unterrichtsstunde und werden in den kommenden Wochen noch sehr viel Neues erfahren. Damit sind nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen gemeint.

Amelie aus der Klasse 1a der Basdorfer Grundschule konzentriert sich vollständig auf die Worte ihrer Klassenlehrerin Bianca Zielske. Andere Kinder melden sich fleißig, um mitzuteilen, welche neuen Dinge sie nun in der Schule lernen werden. © MOZ/Hans Still

Das gab es noch nie an der Basdorfer Grundschule: Mit 17-minütiger Verzögerung begann die Einschulungsfeier in der Sporthalle. Es dauerte deutlich länger als erwartet, bis Eltern und Großeltern ihre Plätze einnehmen konnten. Dabei saßen die 86 Erstklässler längst auf ihren Plätzen in der ersten Reihe und genossen sichtlich die Aufmerksamkeit. Videos, Fotos, Blick nach links und nach rechts – die Kleinen durften sich wie die Stars vor der Kamera fühlen. Zumal die älteren Basdorfer Schüler ein sehenswertes Kulturprogramm einstudiert hatten. Gesungen wurde übrigens nicht nur zur Disko-Musik, sondern auch der Kinderchor mit hellen Stimmen und einem fröhlichen Lied zum Start in den Tag erlebte seine Renaissance.

Ebenfalls auffallend: Während Einschulungsfeiern früher eher feierlich und staatstragend daherkamen, hat sich das heute grundlegend geändert. Teilweise erinnerte die Stimmung an den ZDF-Fernsehgarten, die Eltern klatschten begeistert Beifall, es wurde gejohlt und jubiliert. Die Feier endete schließlich mit dem symbolischen Ausruf: „Jetzt geht’s los!“ und dem Auszug der Kleinen in die Klassenräume.

Dort erzählte beispielsweise der kleine Piet aus der 1a seiner Klassenlehrerin Bianca Zielske „Früher hatte ich gar keine Lust auf die Schule. Jetzt plötzlich freue ich mich ganz doll.“ Piet und seine Mitschüler zeigten sogleich in einer Übung, wie intensiv sie sich schon vorbereitet hatten. Fast alle konnten ihren Vornamen schreiben. „Vorkenntnisse sind sicher hilfreich, aber nicht das Wichtigste. Die Kinder lernen in den ersten Tagen das Schulhaus kennen, wir basteln und malen, arbeiten mit der Schere. Die Tage sind jedenfalls gut gefüllt“, versicherte Klassenlehrerin Bianca Zielske.

Im gesamten Landkreis Barnim wurden am Sonnabend übrigens 1630 Erstklässler eingeschult. Die Zepernicker Grundschule markiert mit 141 Abc-Schützen den Rekord. Die „Friedrich von Canitz“- Grundschule in Blumberg (101 Schüler) und die Grundschule am Blumenhag (97 Schüler) gehören ebenfalls zu den Einrichtungen mit besonders vielen Erstklässlern.

05.10.2016

Hans Still 05.10.2016 20:25 Uhr
Red. Bernau

Loblied auf sozialen Wohnungsbau

Wandlitz-OT: Basdorf (MOZ) Nach jahrelanger Vorbereitungszeit ist am Mittwoch der offizielle Startschuss für das Wohnprojekt „Basdorfer Gärten“ gefallen. Bis zum Jahresende 2018 entstehen auf dem Areal der ehemaligen Landespolizeischule 104 Wohnungen mit größtenteils sozialen Mietpreisen.

Endlich wieder sozialer Wohnungsbau: Architekt Peter Zielonkowski stellte das Projekt zum Bau von 104 Wohnungen vor. © MOZ/Hans Still

Die Rentnerin Gisela Herbst-Werth (77 Jahre) wollte Mittwochvormittag anhand einer Bauzeichnung genau ermitteln, wie viele Aufgänge der neue Wohnblock wohl bekommen wird. Drei oder fünf, so ganz klar ist das aktuell nämlich noch nicht. Ihr zur Seite stand die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant, die Minuten zuvor mit dem Satz „Start frei für die Basdorfer Gärten“ den offiziellen Baubeginn des größten Vorhabens der Gemeinde ausgerufen hatte.

Etliche Offizielle waren zur symbolischen Grundsteinlegung erschienen – die aus Klosterfelde stammende Gisela Herbst-Werth ist eine von insgesamt 220 Antragstellern, die als Mieter in Warteposition auf eine der Wohnungen hoffen. Etwas Glück gehört allerdings dazu, der Andrang ist nämlich riesig. „Um die Vermietung machen wir uns gar keine Sorgen, die Nachfrage ist übergroß und die Zuschnitte kommen bei den Interessenten gut an“, teilte beispielsweise der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard am Rande der Grundsteinlegung mit.

Knapp 16 Millionen Euro setzt die Gemeinde bis zum Jahresende 2018 mit diesem Vorhaben um, 9,2 Millionen Euro dieser Summe spendiert das Land. Dicht gedrängt standen die Gäste der mit „Grundsteinlegung“ überschriebenen Feier in einem Zimmer des ersten Kasernenblockes, um dem feierlichen Ereignis beizuwohnen. Darunter die Staatssekretärin Ines Jesse aus dem Bauministerium, die die Wandlitzer Verantwortlichen für ihren Weitblick lobte, mit den 78 mietpreisgebundenen Wohnungen den angespannten Wohnungsmarkt wenigstens etwas zu befrieden. Wandlitz sei „ein Beispiel für andere Kommunen“, erklärte sie und wünschte sich viele Nachahmer in Brandenburg. Dabei wolle das Land selbst weitere Anreize setzen. Bis 2019 stünden 100 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau im Land bereit. Zudem sei die Mietwohnungsbauförderrichtlinie von 1500 Euro pro Quadratmeter auf 1800 Euro pro Quadratmeter erhöht worden. Wandlitz, so die Staatssekretärin, sei mit seiner „wohnungspolitischen Umsetzungsstrategie“ ein Vorbild.Weitaus bodenständiger fasste Architekt Peter Zielonkowski seine Begeisterung in Worte. „Endlich mal wieder sozialverträglicher Wohnungsbau, nachdem jahrelang nur noch schicker und immer teurer gebaut wurde“, bekannte der Büroleiter des Potsdamer Architektenbüros van geisten.marfels, das den Auftrag zum Umbau der zwei Kaserneblöcke bekommen hatte. Zwischen 47 und 118 Quadratmeter große Wohnungen werden nun ab Frühjahr 2017 entstehen. Ein Drittel der Wohnungen sind an einen Wohnberechtigungsschein gebunden (5,43 Euro pro Quadratmeter). Weitere 39 Wohnungen gehen für 6,50 Euro pro Quadratmeter weg. 26 Wohnungen werden frei vermietet. Drei Viertel der Wohnungen sind barrierefrei.

Um das Areal baureif zu bekommen, hatte das Land bereits früher 3,2 Millionen Euro für fällige Abrisse und Befreiungen von Altlasten eingesetzt. Für diese „Geburtshilfe“ bedankten sich die Wandlitzer beim Land.

An dieser Stelle noch einige eigene Fotos von dieser Veranstaltung.©Reinhard Schaefer©

Staatssekretärin Ines Jesse aus dem Bauministerium übergibt 9,2 Millionen € vom Land

Staatssekretärin Ines Jesse aus dem Bauministerium übergibt 9,2 Millionen € vom Land©

Architekt Peter Zielonkowski, Norbert Illiges, Christian Braungard ,

Architekt Peter Zielonkowski, Norbert Illiges, Christian Braungard ©

Gäste

Gäste©

20.10.2016

Hans Still 20.10.2016 06:58 Uhr
Red. Bernau

Gipfelgespräch zur Drehleiter

Basdorf (MOZ) In der Gemeinde Wandlitz ist ein Disput über die Sicherheit der künftigen Mietwohnungen auf dem ehemaligen Polizeischulgelände entbrannt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter im Brandfall in der Lage ist, alle Mieter zu retten.

Ein gelungenes Stück Technik: Der Wandlitzer Ortswehrführer Christian Berbig lehnt sich locker an das Drehleiter-Fahrzeug. Das Gefährt könnte bei Einsätzen in den „Basdorfer Gärten“ Schwierigkeiten mit der Höhe der Gebäude bekommen. © MOZ/Sergej Scheibe

Im Fokus des Wohnprojektes „Basdorfer Gärten“ stehen zwei ehemalige Kasernenblöcke, die bis 2018 zu Wohnungen umgebaut werden. Das Areal erfährt ebenfalls eine Neugestaltung. Beispielsweise sollen neben Freizeitbereichen im Umfeld der Wohnhäuser auch Parkplätze entstehen. Genau um die Anordnung dieser Parkplätze rankt sich der aktuelle Streit, den die Bürgermeisterin Jana Radant und der stellvertretende Wehrleiter gerade Tobias Looke miteinander ausfechten. Würden die Parkplätze parallel zum Wohnblock sortiert, käme die Drehleiter im Ernstfall deutlich dichter an die Hauswand heran als bei einer um 90 Grad gedrehten Anordnung.

Für Looke erscheint es nämlich im zweiten Fall höchst fraglich, ob die Drehleiter der Wandlitzer Feuerwehr wirklich alle Fenster dieser beiden Blöcke erreichen kann. „Frau Bürgermeisterin, ich kann Ihre Aussagen nur zu 50 Prozent teilen. Ich sage das im vollen Bewusstsein, mir damit keine Freunde zu machen“, hatte Looke Jana Radant vor den Gemeindevertretern öffentlich widersprochen. Zuvor hatte diese nämlich in ihrem Bericht zukunftsgewiss folgendes mitgeteilt: „Zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und dem Bauamt fand im Nachgang zur letzten Gemeindevertretersitzung eine Abstimmung hinsichtlich des Abstandes der südlichen Anleiterfläche zum Baukörper statt. Die Planung erfolgte unter den richtigen technischen Parametern, so dass diese nicht verändert werden muss. In der Praxis gibt es noch Schwierigkeiten, die Rettungshöhen der Drehleiter gemäß des technischen Merkblattes zu erreichen. Die verbleibende Zeit kann genutzt werden, um das Problem zu klären.“

Looke appellierte leidenschaftlich, seinen Einspruch wirklich ernst zu nehmen. „Es wurde zweimal mit unterschiedlichen Ergebnissen getestet, ob die Leiter die angegebenen Parameter erreicht. Hier geht es um die Sicherheit der Bürger“, mahnte der Fachmann. Er wolle nicht die Freiwillige Feuerwehr in der Verantwortung sehen, wenn es im Brandfall nicht gelänge, die Menschen zu retten, machte Looke deutlich. Jana Radant hingegen wunderte sich über Lookes „enthusiastische Rede in diesem Raum“ und fragte nach, warum dieses Gespräch nicht zuvor in der Verwaltung geführt wurde? Daraufhin verwies Looke auf den Ordnungsausschuss, in dem er seine Bedenken in gleicher Weise vor den Gemeindevertretern und den anwesenden Mitarbeitern der Verwaltung deutlich gemacht hatte.

Unterstützung erhielt Looke beispielsweise vom CDU-Fraktionschef Olaf Berlin, der die Weite von 17,5 Metern Abstand zum Gebäude als „grenzwertig“ bezeichnete. „Dieser Wert wurde in einer Übung durch den Hersteller erreicht. Hinterher war das dann für unsere Feuerwehrleute nicht nachvollziehbar. Das sollten wir ernstnehmen und doch über eine alternative Parkplatzordnung nachdenken“, regte Berlin an.

Uwe Liebehenschel plädierte ebenfalls für maßvolles Herangehen. „Ein technisches Gerät wie eine Drehleiter im Grenzbereich zu betreiben kann dazu führen, dass diese im Ernstfall abschaltet. Da reicht schon etwas mehr Wind.“

Christian Braungard, in einer Person Kämmerer und Geschäftsführer der für die „Basdorfer Gärten“ zuständigen Entwicklungsgesellschaft BEG, sieht offenkundig zuerst den Hersteller der Drehleiter in der Pflicht. „Da haben wir wohl den nächsten VW-Skandal. Es ist doch wohl ein Unding, dass die Leiter die technischen Parameter nicht schafft. Alternativen kosten Geld, das gilt übrigens auch für den Ankauf weiterer Parkflächen.“

Am Dienstagnachmittag kam es um 17 Uhr nun zum Wandlitzer Drehleiter-Gipfel. Looke und die Bürgermeisterin suchten nach einer Lösung. Wie das Gespräch ausging, kann am Tag danach mangels genauer Informationen nur erahnt werden. Die Bürgermeisterin war den ganzen Mittwoch über unterwegs und ließ durch Pressesprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt zuerst an die Baugenehmigung für das Wohnprojekt erinnern. Der Kreis habe bei der Prüfung der Unterlagen schließlich auch den Brandschutz bewertet. Und weiter: „Nichtsdestotrotz nehmen wir den Hinweis seitens unserer Freiwilligen Feuerwehr, dass die Drehleiter die technischen Voraussetzungen möglicherweise nicht erfüllen könnte, sehr ernst. Eine sichere Rettung ist in jedem Fall zu gewährleisten. Die Kollegen vom Bauamt werden sich deshalb kurzfristig mit der Hersteller-Firma in Verbindung setzen, um den Sachverhalt abzuklären.“

Tobias Looke hingegen war trotz vorheriger Zusage am Mittwoch dann telefonisch doch nicht mehr erreichbar. Interessant erscheint im Zusammenhang mit dieser Debatte auch das Agieren der Wandlitzer Wehrleiterin Anke Müller. Sie war beim Drehleiter-Gipfel wegen einer Wehrleitersitzung beim Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg nicht zugegen, hat aber sehr wohl eine Meinung zur Thematik. „Eine größere Drehleiter wäre immer schöner, aber nach meiner Meinung erfüllt die Leiter die Anforderungen. Ich sehe aber auch nicht das große Problem in der Angelegenheit. Schließlich gibt es auch andere Rettungsmittel, beispielsweise die dreiteilige Schiebeleiter. Die setzen übrigens auch Wehren von Gemeinden ein, die weniger finanzstark sind als Wandlitz.“ Zudem seien Drehleiter-Einsätze höchst selten. Von den 210 Alarmierungen in diesem Jahr habe es gerade zwei Fälle gegeben. Bis 2018 werde sich das Problem sicher klären, schließlich sei noch etwas Zeit, so Anke Müller.

09.11.2016

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10.11.2016

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25.11.2016

Britta Gallrein 25.11.2016 07:40 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Nachwuchs räumt ab

Basdorf (MOZ) Bei der diesjährigen Hallenkreismeisterschaft der Schüler und Jugendlichen des Kreises Barnim die Leichtathleten des PSV Basdorf mit hervorragenden Ergebnissen glänzen. Gestartet wurde in folgenden Disziplinen: 100 Meter Sprint, 400 Meter Sprint, Dreierhopp, Kugelstoßen, Hochsprung und in der Staffel (4x100m).

Erfolgreiche Nachwuchs-Leichtathleten: Kinder vom PSV Basdorf bei der Hallenkreismeisterschaft © privat

Erfolgreiche Nachwuchs-Leichtathleten: Kinder vom PSV Basdorf bei der Hallenkreismeisterschaft © privat

In der Altersklasse U14 erreichte Lilly Jockheck mit einer Zeit von 17,34 Sekunden den zweiten Platz über die 100 Meter Sprintstrecke. Mit der selben Zeit konnten sich Rico Hasse in der U12 auf den dritten Platz und Mia Stocker ebenfalls U12 mit einer Zeit von 17,21 Sekunden auf den ersten Platz sprinten. Dreimal Gold gab es für die U10 in den einzelnen Jahrgängen. Hier konnten sich Mate Mariot mit einer Zeit von 16,65 Sekunden, Mariella Treite mit 18,72 Sekunden sowie Greta Garbe (17,46) das Edelmetall sichern.

Der Wettkampf im Dreierhopp war eindeutig die Paradedisziplin der Basdorfer. Hier gab es viermal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. In der U12 erreichten Louis Landmann mit einer Weite von 5,57 Metern und Alicia Gentzmann in der U10 mit einer Weite von 5,15 Metern den dritten Platz. Mia Stocker holte mit 6,40 Metern Platz eins. Ebenfalls Gold ging an Mate Mariot mit 6,10 Metern und Mariella Treite mit einer Weite von 5,50 Metern.

Für eine große Überraschung sorgte Basdorfs Jüngste, Greta Garbe. Mit einer Weite von 5,63 Metern sprang sie als einzige in ihrem Jahrgang über die Fünf-Meter-Grenze und sicherte sich somit ihre zweite Goldmedaille.

Bei den 400 Metern erlief sich Louis Landmann den zweiten Platz mit einer Zeit von 1:14:94 Minuten. Ebenfalls zur Silbermedaille sprintete sich Mariella Treite mit 1:23:08 Minuten. Die dritte Goldmedaille in den jeweiligen Einzeldisziplinen holten sich Greta Garbe mit 1:18:97 Minuten und Mate Mariot mit 1:15:33 Minuten. Somit waren sie die „Abräumer“ des Tages.

In den jeweiligen Jahrgängen konnten die Basdorfer 18 Medaillen in den einzelnen Disziplinen erkämpfen.

Ein besonderer Höhepunkt der Hallenkreismeisterschaft bilden die 4x100m-Staffeln. Bei diesen spannenden Wettbewerb kamen die Jungen der U12 auf den zweiten Platz. Die PSV-Mädchen liefen hier auf den sechsten Platz. Ebenfalls Silber erreichte nach einwandfreier Staffelstabübergabe die Jungen-Staffel der U10. Zum Sieg rannten sich die Mädchen der U10 und konnten sich somit zum Vorjahr um einen Platz verbessern.

Letztendlich wurden insgesamt 30 Medaillen erkämpft, davon 15mal Gold, 12mal Silber und dreimal Bronze. Des weiteren konnten sich alle Sportler in ihren persönlichen Bestleistungen verbessern und erste Erfahrungen in einzelnen Disziplinen wie Hochsprung und Kugelstoßen sammeln.

„Unser Dank geht an die Ausrichter des SG Empor Niederbarnim e.V., die diesen Wettkampf wieder zu einer gelungenen Hallenkreismeisterschaft gemacht haben. Auch möchten wir den Eltern der Sportler danken, die uns immer tatkräftig unterstützen“, sagte Übungsleiterin Nicole Gentzmann.

26.11.2016

Hans Still 26.11.2016 06:33 Uhr
Red. Bernau

Basdorf stimmt für neue Kita mit 120 Plätzen

Basdorf (MOZ) In Basdorf wird im kommenden Jahr mit dem Bau einer Kita mit 120 Plätzen begonnen. Die neue Einrichtung soll spätestens 2018 ans Netz gehen. Darauf hat sich der Basdorfer Ortsbeirat verständigt.

Der Zuwachs in den Wandlitzer Gemeinden fordert schnelle Entscheidungen: Kitas müssen gebaut und Schulen erweitert werden. Dazu bedarf es diverser Gelder, die der Wandlitzer Haushalt derzeit aber locker hergibt. Immerhin liegen 30 Millionen Euro in der Liquiditätskasse von Kämmerer Christian Braungard. Entsprechend entspannt bleibt der aus Klosterfelde stammende oberste Finanzjongleur der Gemeindekasse, wenn er als Gast die zuweilen hitzigen Gespräche im Basdorfer Ortsbeirat verfolgt.

Dort ist es vor allem die Schulleiterin Karin Löwe, die als Mitglied des Ortsbeirates mit ihrer Sachkenntnis die Diskussionsrichtung vorgibt. Ganz unbefangen ist sie dabei freilich nicht. „Ich muss hier mal eine Lanze für die Schule brechen“, beginnt so mancher Satz, anschließend werden Forderungen formuliert, die im gesamten Ortsbeirat Unterstützung finden. So gilt es als völlig unbestritten, dass die aus allen Nähten platzende Grundschule „verborgte Räume“ zurückbekommen soll. Und auch der anfangs diskutierte Bau einer kleineren Kita mit 60 Plätzen stößt einstimmig auf Kritik. „Mit dieser Einrichtung reichen wir nicht aus, wir bauen ja gerade mal unseren Überhang ab“, so Karin Löwe. 58 Kinder zählt demnach die Gruppe „Wackelzähne“, schon jetzt seien damit 36 Kinder zu viel in den Räumen untergebracht.

Folglich sollen nun 120 Kita-Plätze „in einem Ruck“ gebaut werden – vorgesehen ist das Ganze auf dem Areal der Landespolizeischule. Dort wird in überschaubarer Zukunft mit einem Zuzug von 450 Bürgern zu rechnen sein. Auch vor diesem Hintergrund sei eine Kita mit 60 Plätzen bereits zum Zeitpunkt der Fertigstellung viel zu klein.

Um auf dem Areal den entsprechenden Bauplatz darstellen zu können, soll die Gemeinde weitere Flächen vom Land ankaufen. 291 000 Euro wären dafür nötig, der Quadratmeterpreis wird nach einem Gutachten für 36 Euro veranschlagt. Weitere 6,5 Prozent der Kaufsumme fallen als Grunderwerbsteuer an.

Für den Basdorfer Ortsvorsteher Peter Liebehenschel weisen damit die Signale in Richtung Zukunft. „Wir können ja vor der Entwicklung nicht die Augen verschließen, wir wachsen weiter und darauf müssen wir uns auch einstellen“, sagte er am Freitag.

 01.12.2016
Hans Still 01.12.2016 21:58 Uhr
Red. Bernau

Basdorfer Vorzeigeprojekt

Basdorf (MOZ) Nach nur fünfeinhalbmonatiger Bauzeit ist am Donnerstag die neue Basdorfer Rettungswache übergeben worden. Das Bauwerk überzeugt in jeder Hinsicht.